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Deutsch-Russische Summer Uni und Abschied vom letzten Turmfalken

geschrieben von: Redaktion am 31.08.2019, 11:17 Uhr
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Liebe Jugend, werdet bloß nicht so wie die Alten. Während die Konflikte in der Welt vornehmlich da-rauf zurückzuführen sind, dass sich alte Männer und Frauen nicht verständigen wollen, haben junge Menschen weniger Probleme, sich multilateral zu verständigen. Man sehe und höre sich nur das West-Eastern Divan-Orchestra von Daniel Barenboim an, in dem junge Musiker aus Ägypten, Syrien, Iran, dem Libanon, Jordanien, Tunesien, Israel, Palästina und Andalusien gemeinsam Musik machen.


Oder nehmen wir ein anderes Beispiel, ein bilaterales Projekt, dessen Entstehung auf das Jahr 2008 zurückgeht, als der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier Jekaterinburg besuchte. Er hatte damals an der Uralen Föderalen Universität eine Rede zur Modernisierungspartnerschaft zwischen Russland und Deutschland gehalten, die ein enormes Echo gefunden hat, insbesondere auch auf europäischer Ebene. Daraus entstand die Deutsch-Russische Summer School. Die Kooperation mit der Uni in Jekaterinburg wurde übrigens von Stein-meier bei der Gründungsveranstaltung des EUREF-Campus im Rathaus Schöneberg im November 2008 offizielle verkündet.

Vom 19. bis 30. August fand in diesem Jahr die Veranstaltung mit 21 russischen und 20 deutschen Studentinnen und Studenten in Dortmund und Berlin statt. War vormals die TU Berlin an dem Projekt beteiligt, fungierte diesmal die TU Dortmund als Gastgeber. Die letzten beiden Tage des Programms verbrachten die Jugendlichen in Berlin. Am Nachmittag des 29. August empfing Frank-Walter Stein-meier, inzwischen Bundespräsident, die Jugendlichen im Schloss Bellevue und freute sich, dass seine Initiative auch heute noch gelebt wird. Entspannt ging es bei einer anschließenden Bootsfahrt auf der Spree zu, bevor am letzten Tag noch einmal richtig gearbeitet werden musste. Die Studentinnen und Studenten trafen sich im Gebäude von Schneider Electric auf dem EUREF-Campus, der auch bei frühe-ren Besuchen Place to be war.

Das diesjährige Programm stand unter der Über-schrift „Smart Electricity and Enineering“, und be-handelte die verschiedenen Aspekte einer innovativen und klimafreundlichen Energiewirtschaft der Zukunft. Die Integration von erneuerbaren Energien in ein intelligentes Energiesystem wurden genauso behandelt, wie das Thema einer Smart Factory am Beispiel des neuen Produktionswerkes des Technologiekonzerns WILO. Während der Summer School fanden zu den jeweils definierten Themen Vorlesungen statt, die durch Besuche bei Firmen ergänzt wurden. Damit bekamen die Teilnehmer der DRSS sowohl theoretisches Wissen vermittelt, erhielten aber auch Einblicke in die Praxis. NRWs Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP) betonte in seiner Grußbotschaft an die Teilnehmer der DRSS, dass die Erforschung und Anwendung von innovativen Technologien zum Klimaschutz besondere Aufgaben für die jungen Experten sind.

Am letzten Vorlesungstag ging es inhaltlich noch einmal richtig zur Sache. Nach der Begrüßung durch EUREF-Chef Reinhard Müller und dem Rektor der Ural Federal University, Prof. Dr. Viktor Koksharov, dozierte Michael Harms von der „German Eastern Business Association“ über die strategischen Dimensionen der deutsch-russischen wirtschaftlichen Beziehungen.

Über die Herausforderungen der Energiewende für die Berliner Verteilnetze sprach Thomas Schäfer, Chef der Stromnetz Berlin GmbH. Er richtete einen Blick auf die Jahre 2030 und 2050 und beschrieb diesen in drei Szenarien, komplette Elektrifizierung ohne gesellschaftliche Veränderung der Autonutzung, umweltfreundliche Mobilität durch Ausbau des ÖPNV, Mobilität als Dienstleistung. Die jungen Studentinnen und Studenten werden es erleben und sicherlich ihren Beitrag dazu leisten.

Was die Elektrifizierung des ÖPNV betrifft, hat Stromnetz Berlin schon Zeichen gesetzt mit Berlins erstem elektrischen Busdepot in der Indira-Gandhi-Straße, das eine zeitbasierte Netzeinspeisung ermöglicht. Natürlich darf man nicht unberücksichtigt lassen, dass mehr Elektromobilität einen höheren Stromverbrauch verursacht. Deshalb stellt Thomas Schäfer klar, dass die „durch Elektromobilität ver-ursachten Herausforderungen für städtische Netze vergleichbar sind mit den Schwierigkeiten, mit denen erneuerbare Energien in realen Netzen zunehmen.“ Und deshalb gilt, „um die Ambitionen der Jahre 2030 und 2050 zu erfüllen, ist eine enge und vorausschauende Zusammenarbeit aller beteiligten Marktteilnehmer erforderlich.“

Weitere Themen des Nachmittags waren u.a. „intelligente Ladelösungen“ von ubitricity. Das Start-up hat auf dem EUREF-Campus eine weltweit einzigartige und effiziente Lösung für das Laden von Elektrofahrzeugen und das Abrechnen von Mobilstrom entwickelt. Es folgte ein Beitrag von Uniper zum Energie-Übergang im Lichte der deutsch-russischen Energiepartnerschaft, „Energieeffizienz und -management in Smart Districts“ war das Thema von Dr. Kristina Bognar von Schneider Electric. Weiter ging es mit der Rolle der Fußballstadien als erster Umsetzer von innovativen Energieanwendungen am Beispiel der Amsterdam Arena, und zum Schluss „Aktuelle Trends in der Entwicklung der Elektrizitätswirtschaft in Russland.“ Natürlich gab es zwischendurch auch etwas zu Essen, Schnupfnudeln mit Parmesan, Rindsroulade, Stampfkartoffeln und Rot-kohl sowie reichlich frische Getränke.

Und wer dann noch dazu in der Lage war, konnte den Gasometer besteigen. Einen früheren Bewohner des Gasometers trafen die Jugendlichen allerdings nicht mehr an, denn der hatte sich am Tage zuvor aus seiner Einzimmer-Komfortwohnung, am vorletzten Ring des Stahlgerüsts verabschiedet. Seit Ostern berichteten wir regelmäßig über die Turmfalken-Familie, der in großer Höhe eine luftige Box gebaut wurde.

Sechs Junge kamen zur Welt. Drei wuchsen problemlos auf und entschwanden eines Tages. Einer hatte es nicht geschafft, zu überleben. Das gleiche Schicksal wäre auch zwei weiteren Jungfalken wiederfahren, wenn es nicht den NaturRanger aus Marienfelde, Björn Lindner, gegeben hätte. Er rettete die beiden und päppelte sie auf. Ein Weibchen konnte auf der Naturwacht Marienfelde schon vor ein paar Wochen in die weite Welt entlassen werden. Ein männliches Turmfalkenexemplar war am 29. August soweit. Zuerst noch etwas zögerlich, dann zeigte er allerdings, wozu seine Flügel geschaffen wurden.

Im Trennungsschmerz vereint: Björn Lindner und Maria Müller, die offizielle Turmfalkenbeauftragte des EUREF-Campus. Nun hieß es Abschied nehmen. Vielleicht aber kehrt der Turmfalke im nächsten Jahr zurück und gründet eine eigene Familie. Sein Domizil wird ihm so lange freigehalten.

Ed Koch

  
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