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Spaßbremse

geschrieben von: Redaktion am 05.04.2020, 10:24 Uhr
paperpress576 
Angesichts der Gefährlichkeit dieses Virus, der vielen Erkrankten und Toten, fällt es einem natürlich schwer, noch über irgendetwas Witze zu machen. Wir schließen uns der Verharmlosung nicht an und weisen deshalb nicht darauf hin, dass von andere Krankheiten, Unfällen und Katastrophen auch sehr viele Menschen betroffen waren und zu Tode gekommen sind. Was sind die Konsequenzen daraus? Am 1. April hielten es alle für unangemessen, die üblichen Scherze an diesem Tag zu veranstalten. Es kann aber nicht sein, dass uns das Virus auch das Lachen nimmt. Was bliebe dann noch an Lebens-freude? Im Newsletter der ZEIT mit dem schönen Namen „Elbvertiefung“ wird heute eine Hamburger „Sexarbeiterin“ wie folgt zitiert: »Der Markt ist im Grunde tot, nach Vögeln ist gerade den wenigsten zumute.«

Als Soloselbständige müsste sie doch aber staatliche Unterstützung bekommen, oder? Und was ist mit den Kriminellen, deren Geschäft auch tot ist? Keine Wohnungseinbrüche mehr, weil jeder zu Hause bleibt. Man muss auf seiner Fernbedienung schon hin und her zappen, um den vielen Corona-Sendungen auszuweichen. Warum laufen die Kabarettsendungen immer erst zu später Zeit? Gerade jetzt müssten „extra3“ und die „heute show“ gleich nach dem Corona-Spezial um 20:30 Uhr gesendet werden.

Beim morgendlichen Online-Lesen der Zeitungen findet man überwiegend Beiträge, die sich mit den Folgen und Auswirkungen der Pandemie beschäftigen. Ein ellenlanger Artikel in der Berliner Zeitung untersucht, wo 200.000 Schutzmasken abgeblieben sind und was Innensenator und Regierender Bürgermeister dazu mitteilen. Ob Trump die für Berlin bestimmten Masken auf dem Wege zu uns umgeleitet hat, interessiert wenig. Die Opposition hält den Maskenklau für frei erfunden und die FDP meint, dass „der Vorfall dem Berliner Senat offensichtlich dazu diene, alle möglichen Klischees – in diesem Fall den unter Linken gepflegten Antiamerikanismus – nach außen zu tragen.“ Nach Ansicht der CDU suche „der Senat lediglich einen Schuldigen, um seine eigene Unfähigkeit zu verschleiern.“ Natürlich wäre die Lage in Berlin ein bessere, wenn CDU und FDP im Senat säßen. Wichtig ist hingegen nur, dass es zwei Millionen Mund- und Nasenmasken und 300.000 Schutzkittel mit Hilfe eines Kampfeinsatzes der Bundeswehr bis Berlin geschafft haben. Die CDU hatte tatsächlich gefordert, dass der Senat mit einem Flugzeug nach China reisen solle, um dort direkt einzukaufen. Die Oppositionspolitiker sollten lieber ihre Zeit damit verbringen, für die älteren Menschen in ihrer Nachbarschaft, einkaufen zu gehen, anstatt ständig alles besser wissen zu wollen.

Gestern Abend bestand die Möglichkeit, sich davon zu erholen und am Jubiläum von 40 Jahre „Verstehen Sie Spaß“ am Bildschirm teilzunehmen. Muss so eine Sendung bis Mitternacht dauern? Es hat sich teilweise doch sehr hingezogen, zumal die Gespräche mit den zugeschalteten Promis durch die Zeit-verzögerung sehr anstrengend waren. Richtig leid taten einem Jan Josef Liefers und Axel Prahl, die von Berlin aus zugeschaltet waren und die volle Zeit von über 200 Minuten bei Popcorn und Schampus gute Laune haben mussten.

Der Schweizer Kurt Felix hat 1980 die Sendung „erfunden“, wie mehrfach betont wurde. Das mag sein, was das Konzept der Samstagabend-Show betrifft, die Streiche mit der versteckten Kamera kennen die älteren unter uns aber schon seit 1961, als Chris Howland „Vorsicht Kamera“ präsentierte. Das Konzept beruht auf der Schadenfreude der Menschen, zuzuschauen, wie andere in peinliche Situationen verwickelt werden, wenn sie beispiels-weise von einem Stapel Konserven die oberste entnehmen, aber dennoch das ganze Konstrukt zusammenbricht und in einer Kettenreaktion der halbe Supermarkt. Besonders beliebt ist es, Prominente hinters Licht zu führen. Wenn beispielsweise im Münsteraner Tatort auf dem Tisch bei Professor Boerne die Leiche, statt tot zu sein, plötzlich furzt. Guido Cantz, der die Sendung seit 2010 moderiert, spielte höchst persönlich die Leiche und keiner hat es gemerkt. Müsste es nicht so sein, dass man bei jeder ungewöhnlichen Situation gleich schaut, wo die Kamera sein könnte?

Kurt Felix moderierte die Sendung in den ersten zehn Jahren mit seiner Frau Paola und Karl Dall. Ihnen folgten Harald Schmidt, Dieter Hallervor-den, Cherno Jobatey und Frank Elstner. Bis auf den verstorbenen Kurt Felix hatten alle einen Live-Gastauftritt per Videoschalte. Karl Dall musste fast zwei Stunden auf seinen Auftritt warten und hatte sich zwischenzeitlich, wie auch Dieter Hallervorden, mit Rotwein die Zeit vertrieben. Von anfänglich 20 Millionen sind jetzt noch gut fünf Millionen Zuschauer übriggeblieben. Immerhin. Auch wenn die Jubiläumssendung deutlich zu lang und die Gespräche zäh waren, so hatte man doch Spaß an den Filmchen mit der versteckten Kamera. In Corona-Zeiten ist man für jede halbwegs lustige Abwechselung dankbar.

Ed Koch

  
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