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Rezo ist wieder da

geschrieben von: Redaktion am 24.04.2020, 10:19 Uhr
paperpress576 
Nun, Rezo war ja nie weg. Wer aber nicht gerade in der Szene unterwegs ist, hat seit seinem CDU-Vernichtungs-Video lange nichts von ihm gehört. Jetzt meldet sich der wortgewaltige Welterklärer in der Corona-Krise wieder zu Wort. „Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen.“, heißt sein neuester Beitrag. Nachzuschauen unter

https://www.youtube.com/watch?v=ZiYLQXS-ufs

Bislang 1,35 Millionen Aufrufe, 265.000mal Daumen hoch, 8.200mal Daumen runter. Rezo zweifelt die Sinnhaftigkeit der Abiturprüfungen an. Auch wenn sich dieses Thema durch Verwaltungshandeln weitestgehend erledigt hat, denn die Abi-Prüfungen werden derzeit geschrieben, so sind die Einlassungen von Rezo dennoch höchst interessant und vor allem wesentlich unterhaltsamer als so mancher Virologen- oder Journalisten-Podcast, mit denen wir derzeit zugeschüttet werden. Rezo kritisiert die schrittweise Öffnung der Schulen, vor allem aber die zwangsweise stattfindenden Prüfungen.

Im schweizerischen Nachrichtenportal „Watson“ widerspricht der Präsident des deutschen Lehrer-verbandes Heinz-Peter Meidinger Rezo in zentralen Punkten. Und Meidinger wäre kein guter Lehrer, wenn er nicht Noten verteilen würde. „Er schätze manche kritischen Videos von Rezo durchaus, dieser leiste einen Beitrag dazu, Kinder und Jugendliche stärker für Politik zu interessieren, aber in der Bildungspolitik muss er noch an seiner Expertise arbeiten." Da wären wir eigentlich beim Thema. Denn diese Aussage trifft auch auf viele der Bildungsminister in diesem Lande zu, die sich regelmäßig in der so genannten Kultusminister-Konferenz (KMK) treffen und Maßnahmen verabreden, die deutschlandweit gelten sollten, obwohl Bildungspolitik Ländersache ist. Wie es mit Vereinbarungen auf Ebene der Ministerpräsidenten aussieht, erleben wir jeden Tag. Unterm Strich macht jedes Bundesland was es will.

„Die Schulöffnungen erfolgten aufgrund einer generellen Lockerung des Lockdowns durch Entscheidung aller Landesregierungen und der Bundesregierung auf Empfehlung des Robert-Koch-Instituts und der Einschätzung der Leopoldina.“, erklärt Meidinger.

Auch auf den Vorwurf von Rezo, die Schulen seien gar nicht gut genug ausgestattet, um die erforderlichen Hygienemaßnahmen umzusetzen, hat Meidinger eine Antwort: „Da nur 15 Prozent aller Schüler, nämlich die Abschlussklassen, jetzt zurückkehren, sind Abstandsgebot und Hygieneschutzmaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt viel leichter umzusetzen, als wenn später die Mehrheit der Schüler zurückkehrt". Es geht allerdings nicht nur um Hygienemaßnahmen, sondern auch um die Zeit der Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungen. Dass MAS-Prüfungen nicht, Abi-Prüfungen hingegen doch stattfinden, ist nicht nachvollziehbar.

Auch Rezos Vorschlag, ein Durchschnittsabitur durchzuführen, sieht Meidinger kritisch. „Das bedeutet den Verzicht auf Abiprüfungen. Abiprüfungen fallen im Durchschnitt rund ein oder zwei Zehntel schlechter aus als die Vornoten, man kann beim Durchschnittsabitur nicht, bei der Abiprüfung aber sehr wohl durchfallen. Daher würde ein Ausscheren von Ländern in Richtung Durchschnittsabitur eine neue Bildungsungerechtigkeit in Deutschland schaffen, nicht zuletzt in Bezug auf die Studienzulassung in zulassungsbeschränkten Fächern."

Das sei auch ungerecht gegenüber den Vorjahres-abiturienten, die sich häufig auch in diesem Herbst noch auf Studienplätze bewerben würden: „Nicht zuletzt deshalb haben manche Unis schon angekündigt, in einem solchen Fall bei 'Durchschnittsabiturienten' von ihrem Recht auf eigene Auswahlverfahren Gebrauch zu machen." Genau das hatte Rezo in seinem Video verneint und auf das „Hamburger Abkommen“ verwiesen, nach dem alle Bundesländer die Bildungsabschlüsse anderer Bundesländer respektieren müssen. Dieser Hinweis erschließe sich ihm nicht, erklärt Meidinger. „Im Hamburger Ab-kommen ist von einem Verzicht auf Abiprüfungen mit keinem Wort die Rede." Von einer Corona-Pandemie ist im „Hamburger Abkommen“ vermutlich auch nicht die Rede, ausgenommen in der Risikoanalyse der Bundesregierung von 2012, die der Bundestag nicht einmal beraten hat, und ausgenommen bei „Asterix in Italien“, wo eine Figur tat-sächlich „Coronavirus“ hieß.

Und zum Schluss die neuesten Umfragen: Bund: Forschungsgruppe Wahlen CDU/CSU 39% +4, SPD 16% -1, Grüne 18% -2, FDP 5, Linke 7, AfD 9% -1. Berlin: Civey CDU 20,7%, SPD 18,2%, Grüne 21,6%, FDP 4,9%, Linke 16%, AfD 9,3%.

Ed Koch

  
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