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Zwischen Virus und Kanzleramt

geschrieben von: Redaktion am 28.04.2020, 07:41 Uhr
paperpress576 
Um die Stimmung etwas aufzuheitern, entschlossen wir uns zu einem Titelbild für die März/April Druckausgabe, das Armin Laschet mit Narrenkappe zeigt. Inzwischen hat es der NRW-Ministerpräsident fast geschafft, sich zum Narren der Nation zu machen. Der ständiger Wettstreit mit Bayern-Chef Markus Söder um Platz Eins des besten Krisenmanagers, ist nervig genug. Bei seinem Auftritt bei „Anne Will“ am letzten Sonntag, hat sich Laschet die Narrenkappe übers ganze Gesicht gezogen.

Im Band 37 „Asterix in Italien“ aus dem Jahre 2017 taucht die Figur „Coronavirus“ als fieser Wagenlenker auf, natürlich mit gelber Maske.

Selten gab es eine vernichtendere Kritik an einem Politiker nach einem Talk bei Anne Will. Zu den besten Beschreibungen gehört ein Artikel von Matthias Kalle im Tagesspiegel.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/corona-talk-bei-anne-will-nach-dieser-sendung-wird-laschet-niemals-kanzler/25775916.html

Bewundernswert, dass es Herr Kalle bis zum Ende der Sendung durchgehalten hat. Ich habe schon nach 20 Minuten so schwer mit der Müdigkeit ge-kämpft, dass ich aufgeben musste. Matthias Kalle schreibt: „Beim Thema Corona-Lockerungen zeigte sich in der Talkshow, dass der NRW-Ministerpräsident so sehr Kanzler werden will, dass er es nie wird.“ Und das lag daran, „dass er in höchster Emotionalität einen Null-Satz nach dem anderen hängte. Damit begann er schon vor Wochen, als er sagte, es gehe ‚um Leben und Tod‘“.

Auch FDP-Chef Christian Lindner lieferte keine Glanzleistung ab: „Einmal wollte er den Unterschied zwischen einem Möbelhaus und einem Autohaus erklärt bekommen und wusste zu berichten, dass Arbeitslosigkeit der Seele weh tut.“ Annalena Baerbock, die Grünen-Vorsitzende, wird hingegen als „gute Besetzung“ bewertet, „weil sie sich mit Laschet und Lindner anlegte.“ Die beste Figur machte Karl Lauterbach, „oberster Arzt der SPD.“ Er versenkte Laschet regelrecht mit überzeugenderen Argumenten. „Laschet demontiert sich selbst“, heißt es in der „tagesschau“, und DER SPIEGEL schreibt getreu der Erkenntnis von Sokrates: „Er weiß, dass er nichts weiß!“

Die Umfragen sahen für Laschet auch vorher schon nicht gut aus. Aktuell sagen bei Civey auf die Frage, ob er der richtige Kanzlerkandidat wäre, 7,4% ja, 13,7% eher ja, 23% eher nein und 38% auf keinen Fall. Die K-Frage ordnet sich jedoch der C-Frage in diesen Tagen unter. Niemand interessiert, wer im September 2021 Kanzler wird. Und auch das Interesse an der Vorstufe zur Kanzlerschaft, nämlich den CDU-Vorsitz, liegt bei Null. Großveranstaltungen stehen auf der Lockerungsliste an letzter Stelle, wann sollte also ein Parteitag stattfinden? Für Laschets Kontrahenten Friedrich Merz arbeitet die Zeit. Je weniger er sich jetzt äußert, desto größer werden seine Chancen. Die beliebtesten Politiker im Land sind aber derzeit Angela Merkel und Markus Söder. Dass Merkel im nächsten Jahr aufhört, gilt als gesetzt. Dass sich Söder an einem Rennen wie bei Asterix beteiligt, ist nicht ausgeschlossen. Dann lauten die Rufe „Markus – Markus – Markus“ und der Held trägt eine blau-weiße Maske.

Was aber wirklich wichtig ist!

Und das sind unsere Kinder. Überall im Land laufen die Diskussionen, wann die Spielplätze wieder geöffnet werden sollen. Die Kinder müssen wieder an die frische Luft und spielen können. Frische Luft zu tanken, ist ja nicht verboten, wo aber sollen die Kinder spielen. In Berlin sollen die Spielplätze übermorgen wieder geöffnet werden, das wird vermutlich ähnlich uneinheitlich ablaufen wie die Schließungen im März.

Die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg hält diesen Zeitpunkt jedoch für verfrüht und appelliert, „dass die Entscheidung des Gesundheitsamtes vom 20. März, die Spielplätze bis mindestens zum 3. Mai zu schließen, nicht aufgehoben wird.“ Die CDU-Verordnete Britta Schmidt-Krüger, die auch Mit-glied der Spielplatzkommission und selbst Erzieherin ist, befürchtet, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die sich gerne auf Spielplätzen träfen, die Rücksichtnahme schnell vergäßen. Abgesehen da-von könne auf Spielplätzen der von Virologen empfohlene Mindestabstand nur schwer eingehalten und Desinfektionsmittel nicht bereitgehalten werden. „Ich wäre vorsichtig und würde noch mindestens den Mai abwarten“, sagt Britta Schmidt-Krüger. Der R-Faktor ist von 0,9 wieder auf 1,0 gestiegen. Steigt er weiter, wäre eine erneute Schließung nicht aus-geschlossen.

Ed Koch

  
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