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Es könnte Sie töten, Mr. President!

geschrieben von: Redaktion am 24.05.2020, 06:25 Uhr
paperpress577 
Es gibt kaum eine andere Berufsgruppe, der so oft nachgewiesen werden kann, dass sie es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, wie Politikern. Wie wir wissen, machen Politiker das nur zu unserem Schutz, denn Teile ihrer Antwort könnten uns ja verunsichern. Dass ein amerikanischer Präsident abstreitet, Sex mit einer Frau im Weißen Haus gehabt zu haben, ist ja noch harmlos. Dem Herrn, der gegenwärtig dort residiert, wurde inzwischen tausendfach nachgewiesen, dass er lügt. Ein notorischer Lügner also. Ein Mensch, der gar nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden kann. Das ist doch krank, oder?

Es wäre nicht gut, wenn wir uns einfach daran gewöhnen, von Donald Trump ständig Lügen aufgetischt zu bekommen. Die Unwahrheit zu sagen, ist für einen Politiker das eine Vergehen, aber permanent Journalisten zu verunglimpfen, ist in einer Demokratie ein genauso großes Verbrechen. Die USA haben längst die Rolle der schönen neuen Welt eingebüßt, in die man unbedingt auswandern will. Jeder kann froh sein, der diesen Gedanken nicht umgesetzt hat. In der Corona-Krise zeigt sich das in besonderer Weise.

Im Umgang mit den Medien wäre es in Deutschland undenkbar, dass ein Regierungschef einen Sender als seinen „Lieblingskanal“ bezeichnet und bei Pressekonferenzen nur Vertretern dieses Senders das Wort erteilt, während er andere mit „Sie sind Fake-News“ abbügelt. „Fox News“ ist die-ser Lieblingssender des Präsidenten. Stellen wir uns einmal vor, das ZDF wäre der Lieblingskanal von Bundeskanzlerin Angela Merkel und sie würde sich über Twitter beschweren, dass ihr der Sender nicht dabei helfe, wiedergewählt zu werden. Unvorstellbar. So aber in den USA geschehen, als sich Donald Trump über Fox öffentlich beschwerte.

Der Grund für diesen Wutausbruch ist noch unglaublicher. Ein Moderator des Senders hatte Trump vor Hydroxychloroquin gewarnt und gesagt: „Es könnte Sie töten, Mr. President!“ „Seit sechs Wo-chen schon preist Trump Hydroxychloroquin als Therapie für Covid-19 an. Das Medikament sei ein ‚Geschenk Gottes‘ und könne einer der größten Durchbrüche der Medizingeschichte werden, so Trump. Am Montag hatte er dann gesagt, dass er seit etwa eineinhalb Wochen Hydroxychloroquin nehme, denn er habe ‚sehr gute Dinge‘ über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört. Die US-Lebensmittel- und Arzneibehörde warnt allerdings vor dem angeblichen Wundermittel, das Mittel erhöhe unter anderem das Risiko für lebensgefährliche Herzrhythmus-Störungen. Ob die Arznei überhaupt gegen Coronainfektionen und ihre Folgen hilft, wird gerade erst getestet. Aber es gibt Hinweise, dass sie die Sterblichkeit von Patienten erhöht.“, berichtet die Zeitschrift „stern“. Was Trump sonst noch gegen Corona empfohlen hat, lassen wir an dieser Stelle mal weg. Man kann nur hoffen, dass niemand den Empfehlungen von Dr. Trump folgt, sonst könnten den Republikanern am 3. November viele Wähler fehlen.

„Sicher, es gibt einige wahrhaft großartige Leute bei Fox, aber der Sender ist auch mit echtem ‚Müll‘ übersät, Leute wie Dummkopf Juan Williams, … Donna Brazilel, Neil Cavuto und viele mehr.", erregt sich Mr. President. Was wäre los bei uns, wenn Angela Merkel so etwas über das ZDF sagen, und als Beispiele Claus Kleber, Dunja Hayali und Christian Sievers nennen würde? In Richtung Neil Cavuto, der Trump vor der Einnahme des Malaria-Mittels warnte, leitete Trump Tweets weiter, in denen der Journalist „töricht und naiv" und „Arschloch" genannt wird.

Nicht unerwähnt bleiben darf die Rolle, die Fox in den USA spielt. Ungeniert verbreitet der Sender Propaganda für Trump und hatte 2016 wesentlich zu dessen Wahlerfolg beigetragen. Jetzt veröffentlichte der Sender jedoch eine Umfrage, in der es Zustimmungswerte für Trump von nur 42% gibt, während der Herausforderer Joe Biden bei 48% liegt. Bis Anfang November wird die Schlammschlacht in den USA noch andauern. Gute Unterhaltung.

Ed Koch

Quellen: „stern“, Donald Trump auf Twitter, „RealClearPolitics", „Politico", DPA, AFP, „Vanity Fair"

  
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