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Ullis Glaskugel

geschrieben von: Redaktion am 27.05.2020, 05:46 Uhr
paperpress577 
In diesem Jahr wird Ulrich Zawatka-Gerlach 65 Jahre alt. Da wir nur sein Geburtsjahr bei „linkedin“, aber nicht seinen Geburtstag gefunden haben, kann es sein, dass er diesen runden und bedeutsamen Ehrentag schon feiern konnte. Über einen Wikipe-dia-Eintrag verfügt er nicht. UZG stammt aus Reckling-hausen und zog 1973 nach Berlin. An der Freien Universität studierte er Publizistik, Volkswirtschaft und Soziologie. Seit 1991 ist er Redakteur des „Tagesspiegel“, nachdem er zuvor Pressesprecher der Senatskulturverwaltung war.


Er ist einer der Berliner Politikberichterstatter mit langjähriger Erfahrung und den besten Kontakten. Viele seiner Berichte basieren auf Aussagen dieser Informanten, von denen selten einer namentlich genannt wird. Es sind die berühmten „gut informierten Kreise“ oder die „namentlich nicht genannt wer-den wollenden“, die ihre Statemens für die Bericht-erstattung liefern. UZG muss sich nicht lange um Gesprächspartner bemühen. Aus internen Senatssitzungen heraus teilt man ihm schon mit, was läuft und vor allem, wo es Probleme gibt. Wenn nach einer Senatssitzung der Regierende Bürgermeister die Presse informiert, weiß UZG schon, wonach er gezielt fragen muss. Woher wir das wissen? Aus gut unterrichteten Kreisen.

Wer bei Google nach einem Foto von Ulrich Zawat-ka-Gerlach sucht, findet gerade mal zwei, dafür aber unter diesem Stichwort Dutzende von „Opfern“ und „Protegés“ seiner Berichterstattung. Die Verteilung seiner Sympathiepunkte schwankt, mal geht der Daumen nach oben, mal nach unten. Michael Müller, dem er sich immer wieder gern widmet, ist in einem Artikel vom 12. April wie folgt bewertet worden: „Aus dem schmalen, blassen Sozialdemokraten, dessen herabhängende Mundwinkel längst ein Markenzeichen sind, ist in diesen dramatischen Wochen kein charismatischer Volkstribun, aber doch ein passabler Krisenmanager geworden, den die Last des Regierungsamtes nicht mehr beugt.“ Eine Pulitzerpreis verdächtige Formulierung und für Za-watka-Gerlachs Verhältnisse geradezu ein Lobgesang.

Franziska Giffey hingegen bescheinigt UZG „Froh-sinn“. Auch wenn die Ungereimtheiten um Giffeys Doktorarbeit und einer dienstlichen Verfehlung ihres Ehemannes kritisch betrachtet werden, so ist die derzeitige Bundesfamilienministerin Protegé und Hoffnungsträgerin zugleich. Wobei nur wenige zu wissen scheinen, worin die Hoffnung für die SPD bestehen soll, wenn Frau Giffey Landesvorsitzende und vielleicht sogar Spitzenkandidatin wird. An der Berliner SPD und an der Arbeit des Senats hat sie bislang wenig Interesse gezeigt. UZG schaut gern in die Glaskugel. Und so hat er am Brückentag, dem 22. Mai, mal wieder einen seiner berühmten Artikel veröffentlicht, aus dem wir entnehmen sollen, wie es um die Personen und die Politik in der Stadt steht. „Franziska Giffey könnte noch vor Weihnach-ten Spitzenkandidatin werden.“, weiß er zu berichten. Am 31. Oktober findet der Landesparteitag der SPD im großen Saal des Estrel-Hotels statt. Da ist genügend Platz. Das wird spannend, wenn die Genossinnen und Genossen so weit auseinandersitzen, dass sie gar nicht tuscheln und kungeln können. So müssen halt vorher alle Absprachen eingetütet wer-den, weil kein Platz für Spontanität besteht.

Wie bekannt, soll es eine Doppelspitze geben, die neben Giffey auch aus dem Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh besteht. Ob dieses Vorhaben gelingt, ist der eigentlich spannende Teil der Veranstaltung. „Giffey kann mit einem sehr guten, Saleh mit einem ausreichenden Wahlergebnis rechnen.“, prognostiziert UZG. Sollte Saleh nicht gewählt werden, könnte das Auswirkungen auf den nächsten Parteitag haben, der schon am 12. Dezember stattfinden und auf dem die Bundestagsliste für 2021 aufgestellt werden soll. Abgeordnetenhaus- und Bundestags-wahl werden im nächsten Jahr auf einen Tag fallen.

Auch wenn Eva Högl nicht Wehrbeauftragte geworden wäre, stünde sie 2021 nicht erneut auf Platz 1 der Liste. Den soll Michael Müller bekommen. So jedenfalls lautet der Deal. Dass der Nominierungsparteitag geordnet über die Bühne gehen kann, wird, so UZG, die „erste Herausforderung für die neuen Vorsitzenden sein.“ „Ein Fall für Saleh, dessen Fähigkeit zur Organisierung innerparteilicher Mehrheiten und wichtiger Personalentscheidungen trotz mancher Anfeindungen aus den eigenen Reihen ungebrochen ist.“ Schauen wir mal, ob es Saleh gelingt, für sich am 31. Oktober die erforderliche Mehrheit zu bekommen. Einen ernsthaften Gegen-kandidaten gibt es bislang nicht, was die Sache für ihn einfacher macht.

Aber auch andere wollen in den Bundestag, weiß UZG. Juso-Bundes-Chef Kevin Kühnert, Staatsekretärin Sawsan Chebli, Juso-Landeschefin Annika Klose, Finanzsenator Matthias Kollatz und Spand-aus Bürgermeister Helmut Kleebank. Cansel Kiziltepe und Fritz Felgentreu würden gern bleiben. Das wird eng. Wer seinen Wahlkreis direkt gewinnt, braucht die Liste nicht. Wenn aber genauso viele Wahlkreise gewonnen werden, wie die SPD An-spruch auf Mandate hat, nützt die Liste auch nichts. Also: Wir werden noch oft mit UZG in seine Glaskugel schauen, wenn er nicht vorher in Rente geht.

Ed Koch

  
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