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Young Euro Classic: Drama und Poesie

geschrieben von: Redaktion am 05.08.2020, 10:12 Uhr
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Wenn schon die internationalen Jugendorchester nicht wie sonst zu Young Euro Classic kommen können, dann sind die Studierenden aus aller Welt, die hier in Berlin leben, eine wunderbare Alternative. Ein Dutzend von ihnen, alle an der Universität der Künste zuhause, bestritten den vierten Abend des Festivals.


Das Konzert tauchte tief in die deutsche Romantik ein. Genauer gesagt: in jene menschlich-künstlerische Dreiecksbeziehung zwischen Clara und Robert Schumann sowie Johannes Brahms. Das Klavier war für alle drei ihr vertrautestes Ausdrucksmittel, es war sowohl solistisch als auch in Kombination mit Violine oder Horn zu erleben.

Den klanglichen Kontrast bot Robert Schumanns erstes Streichquartett, ein Werk voller Poesie und Feuer, das bei den vier jungen Künstlern vom bereits zur internationalen Karriere durchgestarteten Vision String Quartet in besten Händen war.

Das Konzert, das in Deutschlandfunk Kultur live übertragen wurde, war ein nicht nur musikalisch vielfältiger Hörgenuss, sondern auch ein optischer. Der Armenier Zhora Sargsyan eröffnete den Abend am Klavier mit den Werken Capriccio Nr. 1 und Nr. 5 von Johannes Brahms. Während der erste Flügel desinfiziert wurde, nahm der aus China stammende Musiker Cheng Zhang am zweiten Tasteninstrument Platz. Die Österreicherin Johanna Pichmair begleitete ihn an der Violine zu Clara Schumanns „Drei Romanzen.“

Weiter ging es mit einer neuen Künstlerzusammenstellung am Klavier, wo jetzt der Franzose Guillaume Durand den Sessel zurechtrückte. Be-gleitet wurde er von der Koreanerin Hwayoon Lee an der Viola. Die deutsche Mezzosopranistin Verena Tönjes sang zwei Lieder von Johannes Brahms, das „geistliche Wiegenlied“ mit dem Text von Emanuel Geibel und „gestillte Sehnsucht“, dessen Worte Friedrich Rückert verfasste. „In gold‘nen Abendschein getaucht, wie feierlich die Wälder stehn! In leise Stimmen der Vöglein hauchet des Abendwindes leises Weh’n.“ Da reimt sich nur noch wunderschön.

Was passt noch zum Klavier? Robert Schumann entschied sich für ein Horn. Adagio und Allegro für Horn und Klavier. Am Flügel die Japanerin Yui Fushiki und am Horn der Deutsche Aaron Seidenberg. Den Abend beendete das Vision String Quartett mit Robert Schumanns Streichquartett Nr. 1. Übrigens: Die Dame mit der Maske erfüllte eine sehr wichtige Funktion, sie blätterte die Notenseiten um. Vermehrt ist zu beobachten, dass Musiker statt mit Notenblättern jetzt mit Tabletts arbeiten.

Auf eine Tradition wird bei Young Euro Classic trotz Corona nicht verzichtet, nämlich vor den Konzerten eine Einführung zu geben. Der Künstlerische Leiter des Festivals, Prof. Dr. Dieter Rexroth, erklärt die Werke. Allerdings nicht im Saale, sondern auf dem Gendarmenmarkt im Freien.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch der vierte Abend bei YEC ein Genuss war. Langsam gewöhnt man sich an die löchrig besetzen Reihen und merkt schon gar nicht mehr, dass die Hälfte der Bestuhlung fehlt. Beim Applaus der Zuhörer ist kaum zu merken, dass er nur von 350 statt 1.600 Menschen kommt. Heute steht Paris, die Drehbühne der Welt, u.a. mit Werken von Maurice Ravel und Claude Debussy auf dem Programm, wieder mit einer internationalen Mischung junger Künstler.

Quelle: YEC – bearbeitet und kommentiert von Ed Koch

  
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