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geschrieben von: Redaktion am 08.08.2020, 08:31 Uhr
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Die Pflege von Städtepartnerschaften ist von höchster Bedeutung, dient sie doch dem besseren Verständnis der Menschen füreinander, die in anderen Kulturen leben. Tempelhof war in den 1970er Jahren einer der wenigen Bezirke, die ihre Partnerschaften in einem gemeinnützigen Verein bündelten. Der „Verein zur Förderung der Partnerschaften Tempelhofs e.V.“ führte regelmäßig Reisen in die Partnerstädte und Gemeinden durch. Er veranstaltete sogar einmal jährlich einen großen Ball im Interconti, wo Stars wie Marianne Rosenberg, Bernhard Brink oder Silvio Francesco auftraten. Das besondere Augenmerk richtete der Verein auf Reisen nach Israel in die Partnerstadt Nahariya, nach der in Lichtenrade eine Straße benannt wurde.


Vorsitzender des Verein war der jeweilige Bezirksbürgermeister, es begann mit Bernhard Hoffmann (SPD) und wurde über viele Jahre von Siegmund Jaroch (CDU) weitergeführt. Organisatorischer Kopf des Vereins war der Bezirksamtsdirektor Hansjürgen Piesczek, der für seine ehren-amtliche Arbeit für den Verein mit dem Bundesverdienstkreuz geehrte wurde. Warum der Verein nach der Bezirksgebietsreform 2001 nicht weitergeführt, bzw., wann er überhaupt aufgelöst wurde, konnten wir nicht ermitteln. Vielleicht meldet sich ein Leser, der mehr weiß.

Wie auch immer, knapp 20 Jahre nachdem der Großbezirk Tempelhof-Schöneberg an den Start ging, wurde ein neuer Städtepartnerschaftsverein gegründet, und zwar „feierlich“ am 16. Juli im „Gol-denen Saal“ des Rathauses Schöneberg, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

„Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die vorhandenen Städtepartnerschaften des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg mit Ideen und Initiativen zu beleben und auszubauen.“ Zur Vorsitzenden wurde nicht wie beim Tempelhofer Vorgängerverein die Bezirksbürgermeisterin gewählt, Angelika Schöttler ist aber Gründungsmitglied, sondern der CDU-Bezirksverordnete Harald Sielaff. Das macht Sinn, denn Sielaff hat bereits 1981 als 16-jähriger an einer internationalen Jugendbegegnungsreise nach Norwegen teilgenommen. Dass die Reise nach Norwegen vom Paper Press e.V. veranstaltet wurde, hat der Karriere Sielaffs in der CDU offenbar nicht geschadet. Notfalls könnte man die Teilnahme als Jugendsünde abtun.

Der neue Vereinsvorsitzender Harald Sielaff sagt: „Mit der Gründungsveranstaltung haben wir den ersten wichtigen Schritt für den Verein Städtepartnerschaften Tempelhof-Schöneberg geschafft. Wir werden mit dem Bezirksamt und der bezirklichen Partnerschaftsbeauftragten, Mirka Schuster, vertrauensvoll zusammenarbeiten.“

Und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler gibt zu Protokoll: „Mit der Gründung des überparteilichen Vereins geht ein von mir lang gehegter, Herzenswunsch in Erfüllung. Bezirksverordnete, Interessierte und die Bezirksverwaltung ziehen gemein-sam für die lebendigen Städtepartnerschaften von Tempelhof-Schöneberg an einem Strang. Ziel ist es, insbesondere die 14 vorhandenen Partnerschaften weiter auszubauen. Geplant sind vor allem Begegnungen vor Ort. Über Tellerränder gucken ist wich-tig. Der freundschaftliche Austausch soll insbesondere durch Besuchsreisen, gemeinsame Sporterlebnis-se und Schulpartnerschaften intensiviert werden. Ich freue mich auf die vor uns liegenden Aufgaben.“

Gegenwärtig ist der Verein noch, trotz des Vorsitzenden mit CDU-Mitgliedschaft, fest in SPD-Hand. Vier von acht Gründungsmitgliedern sind Sozialdemokraten. Ein Mitglied gehört der Linken an, ein anderes der FDP. Ein Mitglied konnten wir parteipolitisch nicht zuordnen, vielleicht ist gerade dieses Mitglied die Grünen-Quote. Wünschen wir also dem neuen Verein viel Erfolg bei seiner wichtigen Arbeit zur Stärkung der Völkerverständigung in schwierigen Zeiten.

Ed Koch

  
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