Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 10 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Die Stimmung im Land - SPD jetzt vor den Grünen, oder doch nicht?

geschrieben von: Redaktion am 16.08.2020, 08:20 Uhr
paperpress580 
Sich mit der Frage, „Wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre“ zu beschäftigen, macht großen Spaß. Tatsache ist, dass die Vorhersagen schon oft fast genauso eingetreten sind. Es gab aber auch immer wieder Überraschungen, über die sich die Meinungsforscher nicht freuen konnten. Heute ist Sonntag. Und wenn heute der Bundestag gewählt werden müsste, käme es zu einem Kampf zwischen zwei ebenso erfahrenen wie altbekannten Instituten.


Emnid existierte von 1945 bis 2014, wurde dann mit TNS Infratest verschmolzen und nennt sich heute Kantar Emnid. TNS = Taylor, Nelson, Sofres, war ein britisches Meinungsforschungsinstitut. Infratest dimap, zuständig für den Deutschlandtrend der ARD, war ein Tochterunternehmen. Alles sehr kompliziert. Wie auch immer, heute veröffentlichen Kantar Emnid und Infratest dimap ihre eigenen Umfragen. Forsa wurde 1984 von Manfred Güllner gegründet. Seinem Institut wird eine gewisse SPD-Nähe nachgesagt, nicht zuletzt, weil Güllner Mitglied dieser Partei sein soll. Auf der anderen Seite wurde dem Allensbach Institut eine Nähe zur CDU nachgesagt. 1948 gründete Elisabeth Noelle-Neumann (1916-2010) das Institut. Sie war eine berühmte Persönlichkeit in den frühen Jahren der Bundesrepublik und trat oft in Werner Höfers Internationalen Frühschoppen auf. Meinungsforschung ist ein komplexes Gebiet, man könnte auch sagen, weites Feld. Ist es noch Meinungsforschung oder schon Meinungsgestaltung. Denn so einfach, wie wir es uns vorstellen, ist es nicht. So werden zum Beispiel zwischen ein- und zweitausend zufällig ausgewählte Wähler/innen angerufen. Das Ergebnis wird aber nicht 1:1 übermittelt, sondern bearbeitet. Ein noch weiteres Feld. Ein Beitrag in der Hessenschau klärt auf: „Was Sie über Wahlumfragen wissen müssen.“

https://www.hessenschau.de/politik/sonntagsfrage--co---was-sie-ueber-wahlumfragen-wissen-muessen,faq-umfragen-100.html

Es gibt drei Fragemethoden: T = Telefon – telefonische Befragung von zufällig ausgewählten Personen. O = Online-Panel – internetbasierte Befragung von nach Quotenvorgaben ausgewählten Mitgliedern eines Befragten-Pools und F= Face to face – persönlich-mündliche Befragung von nach Quotenvorgaben ausgewählten Personen.

Bei den beiden aktuellen Umfragen vom 15. und 16. August wurden 2.501 bzw. 1.912 Personen angerufen. Gravierende Unterschiede gibt es bei der SPD und den Grünen. Während Forsa die SPD bei 16% sieht, kommt sie bei Emnid auf 18%, während die Grünen bei Forsa 20% erreichen, bei Emnid aber nur 16%. Bei Emnid liegt die SPD vor den Grünen, bei Forsa mit vier Zählern deutlich dahinter.
Wie kann das sein? Schon am 12. August überraschte uns INSA mit seiner Online-Umfrage, bei der nach sehr langer Zeit die SPD plötzlich vor den Grünen lag, mit immerhin drei Punkten. INSA-Consulere GmbH, das „Institut für neue soziale Ant-worten“ 2009 in Erfurt gegründet. INSA ist bekannt für die Sonntagsfrage, die jede Woche in der Bild am Sonntag veröffentlicht wird. Neben einem eigenen Telefonlabor mit Telefonbefragungen bezieht INSA-Consulere seine Umfragedaten von dem Online-Marktforschungsistitut YouGov. Diese Methode unterscheidet INSA-Consulere von allen anderen Instituten. Aufgrund dieses Verfahrens erhielt INSA viel Kritik von Konkurrenten, die die Repräsentativität der Umfragen auf Grundlage der Online-Daten bezweifeln. Quelle: Wikipedia

Die telefonische Befragung scheint noch die beste Methode zu sein, um zu ermitteln, wie die Stimmung im Land ist. Nützt uns das? Abgerechnet wird am Wahltag, sagen die Politiker und haben recht. Das Interesse ist dennoch groß, wenigstens einen Trend zu beobachten. Und dieser zeigt für die Union leicht nach unten. 36% werden ihr inzwischen vor-hergesagt, es waren schon mal 40%. An Markus Söders Corona-Panne in Bayern kann es kaum liegen. Und dafür, dass die SPD jetzt vor den Grünen liegen soll, wird sicherlich nicht Olaf Scholz verantwortlich sein, oder doch? Quelle Wahlumfragen: wahlrecht.de

Und in Berlin?

Forsa hat in Berlin einen Auftraggeber verloren. Die Berliner Zeitung veröffentlichte monatlich die Um-fragewerte und eine Beliebtheitsskala der Senatsmitglieder, leider nicht aller in Berlin tätigen Politiker, was ja auch interessant wäre. Nun wissen wir schon seit Monaten nicht mehr, ob Klaus Lederer immer noch der beliebteste Politiker ist. Sandra Scheeres wird sich freuen, nicht mehr jeden Monat die Rote Laterne halten zu müssen, und Katrin Lompscher, die auch ständig auf den hinteren Plätzen lag, ist es inzwischen egal.

Die einzige Umfrage, die es derzeit gibt, ist die von Civey, dem Institut, das mit dem Tagesspiegel zusammenarbeitet. Civey führt seine Umfragen online durch.

Die aktuellen Werte. In Klammern die der Vorwoche:

CDU 22,2% (22,6%)
SPD 18,2% (16,7%)
Grüne 18,7% (19,8%)
FDP 5,7% (5,5%)
Linke 15,8% (15,7%)
AfD 11% (10,9%)

Während uns die SPD seit Wochen mit ihren Personalproblemen unterhält, hört man von den anderen Parteien nichts. Wer wird denn nun Kandidatin der Grünen für das aussichtsreiche Bürgermeisteramt? Ramona Pop oder Antje Kapek? Und was ist los bei der CDU? Kai Wegner oder Burkard Dregger? Spannender wäre es, wenn Monika Grütters anträte, dann hätten wir das Drei-Damen-Duell. Mehr Quote ginge dann nicht.

Und die Linke? Sie müsste nun endlich mal die Lompscher-Nachfolge klären, wenn die neue Frau bzw. der neue Mann am 20. August im Parlament vereidigt werden soll. Auch ein Spitzenkandidat für 2021 scheint noch nicht in Sicht zu sein.

Wir werden in den nächsten Wochen noch viel Spaß mit den Personalfragen der Parteien haben, es gibt ja sonst keine Probleme.

Ed Koch





  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.