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Paprikasauce ungarische Art

geschrieben von: Redaktion am 16.08.2020, 13:27 Uhr
paperpress580 
Bevor wir auf ein wirklich scharfes Thema zu sprechen kommen, blicken wir noch einmal zurück auf unseren Beitrag vom 14. August „Behind the Headlines“. Darin behandelten wir, was wirklich hinter den Überschriften steckt. „Berlins Regierungschef Michael Müller (55, SPD) will härter gegen Corona-Verstöße vorgehen und im nächsten Jahr gerne Bundesminister werden.“ So lautet die Überschrift zu einem Interview, das Müller der BILD am Sonntag gegeben hat.

Die Frage lautete: „Welches Ministeramt in einer Bundesregierung würden Sie gerne übernehmen?“ Müller: (lacht) und antwortet: „Natürlich Wissenschafts- oder Bauminister!“ Müller hätte nicht lachen sollen.

So, nun aber wirklich zu wichtigeren Themen:

Seite 1903 gibt es den Begriff Zigeunersauce. Jetzt ist es aufgefallen, dass dies „negativ interpretiert werden kann.“ Knorr teilt mit, dass in Kürze dieses scharfe Zeug „Paprikasauce Ungarische Art“ heißen wird. „Zigeuner ist im deutschen Sprachraum die Fremdbezeichnung für die Sinti und Roma, die das Wort meistens als Diskriminierung ablehnen.“ Wikipedia

Mit der Tilgung des Begriffs „Zigeuner“ verabschiedet sich natürlich auch das „Zigeunerschnitzel“ aus den Speisenkarten. Kaum vorstellbar, dass es Sinti und Roma lustig fänden, wenn es stattdessen ein nach ihnen benanntes Schnitzel gäbe.

„Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma reagiert gelassen auf die ganze Diskussion“, lesen wir heute in der „Bild am Sonntag“. „Es ist gut, dass Knorr auf die Beschwerden offenbar vieler Menschen reagiert“, so der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, zu BamS. Der wachsende Antiziganismus (eine Analogie zu Antisemitismus) in Deutschland und Europa bereite Rose Sorgen. „Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund Zigeunerschnitzel und Zigeunersauce nicht von oberster Dinglichkeit.“

Übrigens gibt es in den meisten Restaurants schon Paprikaschnitzel, allerdings selten nach ungarischer Art. Viel tragischer ist jedoch, dass ein wunderschönes Lied von Alexandra (1942-1969) aus dem Jahre 1967 nun auf dem Index steht. Nach vollkommen unbestätigten Gerüchten soll das Lied von Andrea Berg neu aufgenommen werden. Statt „Zigeuner-junge“ steht im Text jetzt „Paprikajunge.“

Zum Üben und Mitsingen:

Ich war noch ein Kind, da kamen Paprikas in unsere Stadt.
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam

Die Wagen so bunt, die Pferdchen so zottig, sie zo-gen die Wagen so schwer
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam

Und ich lief hinterher - Immer nur hinterher

Dann kam der Abend, es wurde ein Feuer entfacht,
Und die Paprikas, sie haben getanzt und gelacht.

Ein Paprikajunge, Paprikajunge,
Er spielte am Feuer Gitarre
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam

Und ich sah sein Gesicht, aber er sah mich nicht
Paprikajunge, Paprikajunge,
Er spielte am Feuer Gitarre
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam

Dann war das Feuer aus und ich lief nach Haus'

Am anderen Tag konnt' ich nicht erwarten
Die fremden Paprikas zu seh'n
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam

Aber ich dufrte nicht geh'n
Die Wagen so bunt, die Pferdchen so zottig
Es zog mich zurück an den Ort
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam

Und ich lief heimlich fort - Und ich lief heimlich fort
Dann kam der Abend, ich fand die Paprikas nicht mehr, wo sie noch gestern gesungen, da war alles leer.

Paprikajunge, Paprikajungen,
Wo bist du, wo sind eure Wagen?
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam

Doch es blieb alles leer und mein Herz wurde schwer
Paprikajunge, Paprikajunge
Wo bist du, wer kann es mir sagen?
Tam-tatatata-tam-tam, ta-tam-tam-ta-tam
Doch es blieb alles leer und ich weinte so sehr.

Da hilft nur ein scharfes Menü. Als Vorspeise Gulaschsuppe, Hauptgang Paprikaschnitzel, als Nachtisch eine klassische Esterházyschnitte, dazu ein Fläschchen Bikavér, und zur Verdauung zwei bis drei Agyas Szilva Pálinka. Danach kann man den Text auswendig.

Liebe Mitmenschen. Sucht weiter. Durchforstet alle Stadtpläne, alle Speisenkarten, schaut Euch vor allem Kinderlieder an. Corona sei Dank, ist jetzt die Zeit für eine echte Kulturrevolution gekommen, um den Begriff Säuberungswelle zu vermeiden. Übrigens: die Umbenennung der Zigeunersauce wurde bereits 2013 gefordert. Ging ja schnell.

Ed Koch

  
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