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Kriminell

geschrieben von: Redaktion am 29.12.2020, 07:10 Uhr
paperpress584 
Gibt es eigentlich Studien, die sich damit beschäftigt haben, was es über eine Gesellschaft aussagt, wenn jeden Tag im Fernsehen mehrere Kriminalfilme gezeigt werden? Auch die Feiertagsprogramme, ob Ostern oder Weihnachten, Totensonntag oder Volks-trauertag, auf den Krimi will niemand verzichten. Schlagerlegende Bill Ramsey sang schon 1962, dass die Mimi ohne Krimi nie ins Bett geht. Wobei der Krimi als Buchform gemeint war. Heute geht es erst nach dem Krimi ins Bett.


In vielen Großstädten dürfte es ausreichen, die Nachrichten zu sehen, um den Bedarf an krimineller Unterhaltung zu decken. Jüngster Fall: Schießerei an der SPD-Parteizentrale, offenbar nach einer Poker-runde. Glaubhaft wurde versichert, dass die Beteiligten nicht aus dem Willy-Brandt-Haus kamen.

Ich bin kein großer Freund von 90-Minuten-Krimis. Tatorte ziehen sich zu sehr in die Länge. Natürlich mache ich bei dem aus Münster eine Ausnahme, weil die Schauspieler so großartig sind, der rundliche Kommissar, der sich von seinem kiffenden Vater in dessen Taxi zum Tatort fahren lässt, der klug-scheißende Gerichtmediziner mit seiner kleinwüchsigen Assistentin und zur Krönung noch die verquarzte Staatsanwältin. Schade, dass es in dieser sehr gelungenen Comedy-Variante auch immer um ein schreckliches Verbrechen mit Todesfolge geht.

Mir liegen die 50-minütigen Vorabend-Krimis mehr als die in Spielfilmlänge. Die Struktur ist einfach. Um 18:05 Uhr wird irgendwo eine Leiche gefunden. Gerichtmediziner und Spurensucher schauen sich den Tatort an. Um 18:10 Uhr beginnen die Polizisten zu ermitteln. Um 18:20 Uhr kennen die Gerichtsmediziner die Todesursache. 18:30 Uhr Werbepause, in der man darüber nachdenken kann, wer der Mörder gewesen sein könnte. Ab 18:35 Uhr wird es eng für den Täter. Um 18:50 Uhr steht der Mörder fest. Das Ermittler-Team geht noch einen trinken.

In Corona-Zeiten ist man ja mehr als einem lieb ist, zu Hause. Die Abende sind klar durchstrukturiert. Bevor in der ZDF „heute“ die realen Morde und andere Katstrophen gezeigt werden, läuft am Montag Soko München, Dienstag Soko Köln, Mittwoch Soko Wismar, Donnerstag Soko Stuttgart, Freitag Soko Kitzbühel. Samstag Soko Wien. Im neuen Jahr muss ich mich an neue Abläufe gewöhnen. Die Soko München wird eingestellt. Heute Abend läuft in Spielfilm-länge – da mache ich mal eine Ausnahme – die letzte Folge um 20.15 Uhr im ZDF. Gestartet 1978 als Soko 5113 ist nach 673 Folgen in 46 Staffeln jetzt Schluss.

„Zur Modernisierung des Programmangebots gehört die Entwicklung von Neuem, aber auch der Abschied von liebgewonnenen Formaten“, so begründete ZDF-Programmdirektor Dr. Norbert Himmler die Einstellung der Serie. Warum muss ich mir von so einem Programm-Fuzzi vorschreiben lassen, von Liebgewonnenem verabschieden zu müssen? OK, ist dann eben so. Gefüllt wird die Programmlücke von den Sokos Hamburg und Potsdam, von denen schon einige Folgen liefen, die mich aber, ehrlich gesagt, nicht besonders überzeugt haben. Was Hamburg betrifft, sehe ich mir lieber die alten Folgen des Großstadtreviers im Jan Fedder an. Apropos: „Jan Fedder – Was bleibt“ NDR Mittwoch, 30.12.2020, 20:15 Uhr. Und anschließend „Neues aus Büttenwarder“. Die 92ste Folge, „Der Tod ist ein sturer Arsch“, beschäftigt sich mit dem Tod von Kurt Brakelmann alias Jan Fedder.

Seit 1997 spielten Peter Heinrich Brix als Adsche Tönnsen und Jan Fedder als Kurt Brakelmann die beiden kauzigen Typen aus einem kleinen Dorf irgendwo im Norden. Als Schauplatz dient ein Gasthof im schleswig-holsteinischen Grönwohld. Die Serie geht weiter, u.a. mit Axel Milberg. Gut und schön, aber Jan Fedder fehlt in Büttenwarder wie im Großstadtrevier. Manche Charaktere sind eben nicht zu ersetzen.

Zurück zu den Krimis. Die Soko Kitzbühel wird auch eingestellt. Demnächst soll etwas Neues aus Österreich kommen. Bis dahin laufen am Samstag Wiederholungen. Über Wismar, Stuttgart und Köln sind keine Nachrichten über eine mögliche Einstellung bekannt. Ab 8. Januar gibt es freitags neue Folgen der Soko Wien. Das Morden geht weiter.

Ed Koch

  
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