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Die Lage in den Berliner Bundestagswahlkreisen

geschrieben von: Redaktion am 25.04.2021, 10:54 Uhr
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Alle Parteien haben ihre Kandidat:innen für die Bundestagswahl 2021 aufgestellt. Wie sieht es in den Wahlkreisen derzeit aus und welche Chancen haben die Parteien, ihr Gebiet zu verteidigen? Wir berück-sichtigen nur die Ergebnisse nach dem Neuzuschnitt der Bezirke ab 2002. Die Wahlkreise sind nur in Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau nicht deckungsgleich mit den Bezirksgrenzen. Zu Pankow gehört noch Prenzlauer Berg Ost und zu Spandau Charlottenburg Nord.

Wahlkreis 75 – Mitte

Seit 2002 hat die SPD diesen Wahlkreis immer gewonnen, anfangs mit 41,3%, zuletzt nur noch mit 23,5%. Zweimal gewann Jörg-Otto Spiller den Wahlkreis. Seit 2009 vertrat Eva Högl Mitte im Deutschen Bundestag, bis sie zur Wehrbeauftragten ernannt wurde. Nun versucht Annika Klose, die ehemalige Berliner Juso-Vorsitzende, ihr Glück.

Wahlkreis 76 – Pankow

2002 und 2005 gewann Wolfgang Thierse den Wahlkreis für die SPD, zuletzt mit 41,1%. 2009 er-folgte der Absturz. Stefan Liebich gewann den Wahlkreis für die Linke mit 28,8% knapp vor Thier-se mit 27,4%. Seitdem gewann Liebich alle weiteren Wahlen. In diesem Jahr tritt der ehemalige Berliner Fraktionsvorsitzende der Linken, Udo Wolf, an. Ob Klaus Mindrup eine Chance hat, den Wahl-kreis für die SPD zurückzuholen, ist schwer voraus-zusagen.

Wahlkreis 77 – Reinickendorf

Der letzte Sozialdemokrat, der Reinickendorf gewonnen hat, war der frühere Bezirksbürgermeister Detlef Dzembritzki. Das war 2005. Seitdem ist Berlins Norden fest in CDU-Hand. Frank Steffel gewann den Wahlkreis dreimal, zuletzt mit 36,8%. Die CDU-Spitzenkandidatin Monika Grütters, die dreimal Marzahn-Hellersdorf nicht gewinnen konnte, will jetzt Reinickendorf für die CDU absichern. Dem SPD-Kandidaten Torsten Einstmann werden bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt.

Wahlkreis 78 – Spandau und Charlottenburg Nord

2002, 2005 und 2017 hat Swen Schulz für die SPD den Wahlkreis gewonnen. 2009 und 2013 der jetzige CDU-Vorsitzende Kai Wegner, der gern Regieren-der Bürgermeister werden möchte. Helmut Kleebank, amtierender Bürgermeister von Spandau, setzt auf Sieg. Er möchte den Wahlkreis gewinnen ohne Absicherung eines Listenplatzes.

Wahlkreis 79 – Steglitz-Zehlendorf

In Steglitz-Zehlendorf wird die SPD keinen Blumen-topf gewinnen können. Klaus-Uwe Benneter war 2002 der letzte, der den Südwesten direkt gewann. Seitdem hat Karl-Georg Wellmann dreimal und Thomas Heilmann einmal gewonnen. 2017 lag die CDU mit über zehn Prozent vor der SPD. Ruppert Stüwe hat kaum eine Chance, den Wahlkreis zu gewinnen. Da er aber auf Listenplatz 5 steht, könnte er dennoch in den Bundestag einziehen.

Wahlkreis 80 – Charlottenburg-Wilmersdorf

Von 2002 bis 2009 hat Petra Merkel den Wahlkreis direkt gewonnen, 2009 mit 47,3%. 2013 und 2017 ging Klaus-Dieter Gröhler als Sieger vom Platz. Die Differenz zwischen CDU und SPD betrug 2017 nur 2,6%. Wie bekannt, tritt der amtierende Regierende Bürgermeister Michael Müller im City-West-Bezirk an. Durch seinen Bekanntheitsgrad und die Schwäche der CDU könnte die SPD den Wahlkreis zurückerobern. Neben der Tätigkeit als Regierender Bürgermeister und MPK-Vorsitzender muss sich Müller im Wahlkampf ins Zeug legen. Aber auch Franziska Giffey wird die Doppelbelastung als Bundesministerin und Spitzenkandidatin für das Bürgermeisteramt aushalten.

Wahlkreis 81 – Tempelhof-Schöneberg

2002 und 2005 haben Eckhardt Barthel bzw. Mechthild Rawert den Wahlkreis gewonnen. Seit 2009 dreimal in Folge Jan-Marco Luczak für die CDU. Die Differenz zwischen CDU (28,9%) und SPD (22,0%) betrug beim letzten Mal immerhin fast sieben Prozent. Renate Künast holte für die Grünen 18,9%. Künast tritt 2021 erneut an.

Viel spannender ist aber nicht der Name Künast, sondern Kühnert. Kevin Kühnert, der neben Michael Müller bundesweit bekannteste Berliner SPD-Politiker, könnte mit einem guten Wahlkampf das Blatt wenden. Kühnert wird sich vor allem an seinem Mitbewerber Luczak abarbeiten, der als Investoren-Lobbyist gilt. Luczak, so Kühnert auf der Landesdelegiertenversammlung am 24. April, „liefere die Mieter ans Messer“. Wie auch immer der Zweikampf ausgehen mag, beide werden im Bundestag aufeinandertreffen, denn beide haben sichere Listenplätze.

Wahlkreis 82 – Neukölln

Neukölln ist ein klassischer sozialdemokratischer Bezirk. Zwischen 2002 und 2009, und auch schon davor, gewann Ditmar Staffelt Neukölln. Seit 2013 Fritz Felgentreu. Ein Zwischenspiel lieferte von 2009 bis 2013 Stefanie Vogelsang für die CDU. Die SPD-Dynastie sollte eigentlich Tim Renner als Wunschkandidat von Franziska Giffey und Bürgermeister Martin Hikel fortsetzen. Doch dann und wann haben die Delegierten andere Vorstellungen als die Parteispitze und so wurde Hakan Demir nominiert, 36 Jahre alt und als Kind einer Arbeiterfamilie in Krefeld am Niederrhein aufgewachsen. Seine Chancen, den Wahlkreis direkt zu gewinnen, stehen nicht schlecht. Die SPD sollte aber die CDU-Kandidatin Christina Schwarzer nicht aus den Augen verlieren, die 2013 und 2017 kandidierte. 2013 war der Abstand zwischen SPD (26,8%) und CDU (24,5%) nur 2,3% und 2017 32,9% zu 30,6% nur 1,7%.

Wahlkreis 83 – Friedrichshain-Kreuzberg / Prenzlauer Berg Ost

Dieser Wahlkreis wird ewig verbunden sein mit dem Namen Hans-Christian Ströbele. Er wollte nie auf irgendeine Liste. Er gewann direkt, und zwar 2002 mit 31,6%, 2005 mit 43,3%, 2009 mit 46,7% und 2013 mit 39,9%. Canan Bayram konnte 2017 den Wahlkreis für die Grünen halten, wenn auch nur mit 26,3% dicht gefolgt von den Linken mit 24,9%. Die SPD spielt keine Rolle in diesem Wahlkreis und so wird die Sozialdemokratin Cansel Kiziltepe wie schon 2013 und 2017 über die Liste in den Bundes-tag einziehen. Das dürfte ihr nicht schwerfallen, denn sie steht hinter Michael Müller und vor Kevin Kühnert auf Platz 2.

Wahlkreis 84 – Treptow-Köpenick

In diesem Wahlkreis spielen SPD und CDU keine Rolle, die Grünen landeten bislang bei den Erst-stimmen bei fünf Prozent. Treptow-Köpenick ist Gysi-Land. Gregor Gysi gewann seit 2005 den Wahlkreis direkt mit 40,4%, 44,8%, 42,2% und 39,9%. Nichts dürfte dagegensprechen, dass er auch 2021 gewinnt. Er setzt alles auf Sieg, auf eine Listen-Absicherung hat er verzichtet.

Wahlkreis 85 – Marzahn-Hellersdorf

Auch hier spielen CDU und SPD keine Rolle, erst recht nicht die Grünen mit 3,2%, wohl aber die AfD mit 20,6% 2017. Petra Pau, die Bundestags-Vizepräsidentin und Spitzenkandidatin der Linken gewann den Wahlkreis seit 2002, 37,7%, 42,6%, 47,6%, 38,9% und 34,2%.

Wahlkreis 86 – Lichtenberg

In Lichtenberg sieht es nicht anders aus als in den beiden zuvor genannten Wahlkreisen. Hier gewinnt seit 2002 Gesine Lötzsch und will die Serie 2021 fortsetzen. 39,6%, 42,9%, 47,5%, 30,3% und 34,7% waren ihre bisherigen Ergebnisse.

Gewinn-Prognosen (ohne Gewähr)

Mitte: SPD wahrscheinlich
Pankow: Linke sehr wahrscheinlich
Reinickendorf: CDU sicher
Spandau: SPD ziemlich sicher
Steglitz-Zehlendorf: CDU sicher
Charlottenburg-Wilmersdorf: unentschieden
Tempelhof-Schöneberg: unentschieden
Neukölln: SPD ziemlich sicher
Friedrichshain-Kreuzberg: Grüne sicher
Treptow-Köpenick: Linke sicher
Marzahn-Hellersdorf: Linke sicher
Lichtenberg: Linke sicher

Ed Koch

Alle Prozentangaben ohne Gewähr

  
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