Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 13 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Regine Hildebrandt zum 80sten

geschrieben von: Redaktion am 26.04.2021, 08:01 Uhr
paperpress588 
Es gibt nicht so viele Politiker:innen, an die man sich gern erinnert. Regine Hildebrandt gehört zu den großen Ausnahmen. Die meisten Politiker: innen kennt man nur aus den Medien. So setzt sich ein bestimmtes Bild fest. Dieses Bild kann sich in beide Richtungen verändern, nachdem die Möglichkeit bestand, jemand persönlich kennenzulernen. Aus einem vermeintlichen Sympathieträger kann ein Unsympath werden und jemand, den man bislang für unsympathisch gehalten hat, gewinnt plötzlich an Ansehen. Bei Regina Hildebrandt passte beides zusammen, der positive mediale Eindruck mit der Realität.

Es gutes Jahr nach ihrem Amtsantritt als Ministerin im ersten Kabinett Manfred Stolpe hatte unser damaliger Chefredakteur Uwe Januszewski Gelegenheit für ein Interview. „Insgesamt sieht es recht düster aus, aber ich hoffe, dass man in Bonn recht-zeitig merkt, welche Probleme wir hier haben.“ Mit den blühenden Landschaften hat es länger gedauert, aber in den knapp zehn Jahren ihrer Tätigkeit als Ministerin hat Hildebrandt eine Menge bewegt. Und sie ging dabei auch an Grenzen, wenn es um schnelle, unbürokratische Hilfen ging. Dafür hat sie zwar der Landtag gerügt, alle gegen sie und ihre Mitarbeitenden eingeleiteten Verfahren wurden allerdings eingestellt.

In der ersten frei gewählten Regierung der DDR war sie von April bis August 1990 Ministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett von Lothar de Maizière. Im Herbst 1990 wurde sie Ministerin in Brandenburg. Besondere Courage zeigte sie, als im Herbst 1999 Ministerpräsident Stolpe eine Koalition mit der CDU einging. Die CDU hatte Hildebrandt aufs Schärfste bekämpft, demzufolge wollte sie mit dieser Partei nicht in einer Regierung sitzen und stand nicht mehr als Ministerin zur Verfügung.

Wenige Jahre zuvor nahm sie eine Einladung zu einem Diskussionsabend im Kinderclub Lortzingstraße in Lichtenrade an. Der Leiter des Kinderclubs Volker Wallbaum und ich begrüßten sie am Ein-gang. Es war eines der lebhaftesten Gespräche, die ich je geführt hatte. Ich musste ihr keine Fragen stellen, sondern nur Stichworte liefern und schon legte sie los. Sie verstand es, schwierige Themen verständlich zu erklären und immer noch eine Priese Humor mit einzustreuen. Regine Hildebrandt war nicht nur eine große Politikerin, sondern auch eine begnadete Entertainerin.

Es war ihr leider nur vergönnt, 60 Jahre alt zu wer-den. Am 26. November 2001 starb sie. Heute wäre sie 80 Jahre alt geworden und gerade in diesen Zeiten, nicht nur für die SPD, eine wichtige Stimme gewesen.

Bei der Buchvorstellung „Wer sich nicht bewegt, hat schon verloren“ reihte sich auch Lothar de Maizière in die Schlange der auf eine Signatur Warten-den ein. Als sie ihn erblickte, sagte sie, „ach, Lothar, die Misere.“

Ed Koch

  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.