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Hans-Joachim Kulenkampff zum 100sten

geschrieben von: Redaktion am 27.04.2021, 08:42 Uhr
paperpress588 
Die meisten jüngeren Leser:innen können mit dem Namen Kulenkampff nichts anfangen, und halten seinen Spitznamen „Kuli“ bestenfalls für ein Schreibgerät. Es gab aber, liebe Youngster, eine Zeit großer Fernsehunterhaltung in diesem Land. Nicht so hippelige Typen wie Florian Silbereisen. Und, es fanden richtig gute Shows vor Thomas Gottschalk und Günther Jauch statt, die sich heute im Privatfernsehen regelmäßig zum Affen machen.

Quizsendungen mit Kuli waren Ereignisse am Samstagabend. Heute ist es nicht mehr möglich, Quizsendungen zu entkommen. Überall taucht Jörg Pilawa auf. Und wenn nicht er, dann Kai Pflaume. „Wer weiß denn sowas“, ist ja noch halbwegs unterhaltsam, wenn aber so ein Format jeden Abend läuft, nutzt es sich auch ab. Auf Hans-Joachim Kulenkampff konnte man sich einen ganzen Monat freuen.

Heute wäre Kuli 100 Jahre alt geworden. Mit 77 Jahren verstarb er 1998. Er war Ansager beim Radio, Schauspieler, auch vieler ernster Rollen wie die des Generals Harras in „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer, und Show-Master. Natürlich gab es für sein Europa-Quiz „Einer wird gewinnen“ mit acht Kandidaten aus acht Ländern, einen Ablaufplan, aber kein Manuskript für ihn. Er redete frei heraus, was ihm gerade einfiel und eckte dann und wann auch mal an. In der Sendung „Quiz ohne Titel“ am 10. Oktober 1959 sorgte er für einen ersten Skandal, als er die Zuschauer mit „Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren […] in der Bundesrepublik, in der DDR […]“ begrüßte und damit nicht die sonst übliche Bezeichnungen „Sowjetisch besetzte Zone“, „Sowjetzone“ oder „sogenannte DDR“ wählte. Insbesondere aus Kreisen der CDU, aber auch der SPD erhielt er massive Vorwürfe, da dies eine „Anerkennung des Unrechtsstaates in Mitteldeutschland“ sei. Das waren noch Zeiten im Kalten Krieg. Der Kulenkampff des DDR-Fernsehens war Heinz Quermann, den man auch im Westen gern sah, weil er auch nicht stromlinienförmig durch seine Shows führte. „Wir sollen den Gürtel enger schnellen“, hat die Parteiführung gesagt. Frage: „Und wo gibt’s Gürtel?“ Das war der Humor, über den Ossis und Wessis gleichlaut lachten.

Kulenkampff aber auch Peter Frankenfeld (1913-1979), Hans Rosenthal (1925-1987) oder Lou van Burg (1917-1986) haben Fernsehgeschichte geschrieben. Und häufig wünschte man, dass sich Herr Silbereisen alte Sendungen von Peter Alexander (1926-2011), Harald Juhnke (1929-2005) oder Dieter Thomas Heck (1937-2018) anschauen würde. Er könnte einiges lernen.

Auch die Generation nach Kulenkampff und Frankenfeld hatte noch einiges zu bieten. So zum Bei-spiel Rudi Carrell (1934-2006). Mit Carrell unter-hielt ich mich damals anlässlich einer Funkausstellung über die große Fernsehunterhaltung und dar-über, ob Showmaster wissen, wann sie aufhören sollten. Dass Kulenkampff 1993 nach ein paar Jahren ohne Quiz, die ZDF-Rateshow „Der große Preis“ von dem jüngeren Wim Thoelke übernahm, kommentierte Carrell mit den Worten, das ist so, als wenn man mit einer alten Jugendliebe es noch ein-mal versucht. Das bringt nichts. Kulenkampff ging nach wenigen Sendungen dann doch in den Ruhe-stand. Es gibt Fernsehkanäle, die von Columbo über Monk und Rockford bis zu Quincy alle Folgen ständig wiederholen. Mir fehlt ein Kanal mit den alten Shows von Kuli & Co.

Ed Koch

  
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