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Ben Wagin verstorben

geschrieben von: Redaktion am 29.07.2021, 15:40 Uhr
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Die berühmtesten Berliner sind gar keine. Ohne diese Zugereisten wäre Berlin aber sehr viel ärmer. Willy Brandt aus Lübeck, Wolfgang Gruner aus Rathenow, Richard von Weizsäcker aus Stuttgart und Dieter Hallervorden aus Dessau, um nur einige zu nennen. Und Ben Wagin kam am 25. März 1930 in Jastrow, Landkreis Deutsch Krone, einst Westpreußen und heute in den polnischen Woiwodschaften Westpommern und Großpolen gelegen, zur Welt. Heute ist der umtriebige Künstler im Alter von 91 Jahren in Berlin gestorben.


Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, zeigte sich betroffen. „Mit Ben Wagin verlieren wir einen bedeutenden Repräsentanten der Kultur- und Kunstszene unserer Stadt. Ben Wagin, seit mehr als 60 Jahren Berliner, war vieles: Bildhauer, Zeichner, Gestalter, Autor und Gründer der Künstlergruppe ‚die Baumpaten‘. Seine Kunst war immer politisch. Das Parlament der Bäume gehört weltweit zu seinen bekanntesten Arbeiten, aber sein Schaffenswerk war viel umfänglicher. Seine Arbeiten erwuchsen immer aus seinem Verantwortungsbewusstsein für unsere Stadt und ihr demokratisches Gemeinwesen.“

Müller weiter: „Ben Wagin hat Berlin durch seine Beiträge zum Kunstleben der Stadt bereichert und durch seine Aktionen und seine Darstellungsformen immer wieder zu Diskussionen angeregt. Unsere Stadt sähe ohne sein Lebenswerk und sein nachhaltiges Engagement für die Großstadtnatur anders aus: ohne seine Baumpflanzungen, ohne seine Denkmale, ohne seine Interventionen. Menschen wie er werden gebraucht: Personen, die Politik, Natur und Kunst zusammendenken und die niemals müde werden, sich einzumischen, Stellung zu beziehen und manchmal auch unbequem zu sein. Als Aktionskünstler, Umweltaktivist, Theatermacher und Menschenfreund war er ein Berliner Original im besten Sinne, ohne dessen Wirken unsere Stadt ärmer gewesen wäre. Ben Wagin, die Begegnungen und Gespräche mit ihm und die Besuche in seiner Künstlerwerkstatt werden uns fehlen.“

Ben Wagin hatte es drauf, die politisch Verantwortlichen in positivem Sinne zu nerven. Von selbst passiert nichts. Wie Müller richtig sagt, er wurde niemals müde, mischte sich ein und war unbequem und damit äußerst erfolgreich. Nicht fürs Nerven und Unbequem sein, sondern für sein Lebenswerk wurde ihm 2010 der Verdienstorden des Landes Berlin verliehen.

Er studierte an der Hochschule der Künste und arbeitete als Student unter anderem als Assistent für den Bildhauer Karl Hartung. Am 3. Mai 1962 eröffnete er die Galerie S im studentischen Siegmunds Hof. Hier stellte er zunächst Werke Berliner Künstler aus, bald jedoch avancierten die Ausstellungsräume der Galerie S zur bundesweit und schließlich auch weltweit bekannten Adresse. Im Mai 1966 veröffentlichte Wagin zum ersten Mal das monatliche Informationsplakat „Galerien + Museen in Berlin“. Am 8. Mai 1968 zog Wagin mit der Galerie S in das Europa-Center um. Ab 1970 war er regelmäßig mit Installationen auf der Art Basel vertreten. Im Oktober 1976 gründete Wagin in Berlin den Baumpaten-verein e. V., mit dem Ziel, die urbane Lebensqualität der Stadt zu fördern. Für seine Ausstellungen nutzte er in den 1970er Jahren neben dem Berlin-Pavillon im Hansaviertel auch die Orangerie des Charlottenburger Schlosses sowie von 1993 bis 1996 den Lindentunnel neben der Humboldt-Universität. Von Mitte der 1980er Jahre bis ca. 2006 nutzte Wagin auch Hallen der TU Berlin an der Ackerstraße als Atelier und Ausstellungsort.

In zahlreichen Arbeiten/Ausstellungen sowie anderen Aktionen versuchte Wagin, den Betrachter zum Nachdenken über die vom Menschen veränderte Umwelt anzuregen. 1975 initiierte er eines der ersten großen Wandbilder Berlins, den Weltbaum I am Siegmunds Hof. 1985 gestaltete er mit zahlreichen Künstlern den Weltbaum II an der gleisseitigen Brandmauer des Berliner S-Bahnhofs Savignyplatz. Wagin hat ab den 1960er Jahren im gesamten Stadtraum Berlins zahlreiche Bäume gepflanzt, oft gemeinsam mit Politikern und Kulturschaffenden.

Wagins Bäume stehen bis heute vor Bundesministerien, Theatern, Museen, unter anderem vor dem Berliner Ensemble, der Gedächtniskirche und der Neuen Nationalgalerie. 2005 rief Wagin die „Son-nenboten“ ins Leben und schuf zusammen mit Schu-len und Gemeinden rund 4 Millionen Sonnenblumenoasen. Bundesweit wurde Ben Wagin als der „Baumpate“ bekannt und hat von Moskau bis Vilshofen rund 50.000 Ginkgobäume pflanzen können.

Jahrelang kämpfte Wagin um den Erhalt des Parlaments der Bäume, das seit Anfang der 1990er Jahre als feste Installation mitten im Berliner Regierungs-viertel steht. Von Wagin gestaltete Mauerteile ha-ben als „Mauer-Mahnmal des Bundestags“ Einzug in den Bau der Bibliothek des Deutschen Bundestages im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus erhalten.

Es gab 2019 einige Bestrebungen, den Bestand des Parlaments der Bäume und den gleichzeitig einzigen am ursprünglichen Standort erhaltenen Mauerabschnitt im Stadtzentrum dauerhaft zu sichern: Die Berliner Senatskulturverwaltung stellte das „Parla-ment“ 2017 unter Denkmalschutz und im November 2018 entschied die Baukommission des parlamentarischen Ältestenrats, das Gelände aus dem eigenen Flächenportfolio herauszulösen und an das Land Berlin zu übertragen.

Ab 2015 gestaltete er unmittelbar neben dem Deutschen Technikmuseum den Anhalter Garten, ein großes Außengelände sowie einige Hallen des ehe-maligen Anhalter Güterbahnhofs, in eine Natur- und Kunst-Denkstätte auf historischem Boden um. Ben Wagin war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.

Quelle: Wikipedia




  
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