Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 3 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Beiträge: Eindrucksvolle Demonstration der Tagespflegeeltern

geschrieben von: Redaktion am 06.07.2007, 07:38 Uhr
paperpress546 
Gut 1.000 Tagespflegeeltern, Kinder aus Tagespflegestellen und deren Angehörige versammelten sich am 5. Juli 2007 rund um den Neptunbrunnen gegenüber vom Roten Rathaus.
Dort war jedoch niemand, der die Demonstranten hätte sehen und hören können, denn zeitgleich tagte das Abgeordnetenhaus im Preußischen Landtag. Aber nicht die Berliner Abgeordneten waren die primären Adressaten des Aufmarsches, sondern das Bundesjugendministerium. Die Geschäftsführerin des Initiators der Kundgebung, Katja Döring vom Verein KiT e.V. (Kinder in Tagespflege) begrüßte deshalb besonders herzlich den Referatsleiter Kinder- und Jugendhilfe beim Bundesministerium, Prof. Reinhard Wiesner. Die Tempelhof-Schöneberger Jugendstadträtin Angelika Schöttler (SPD) unterstrich mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung der Tagespflege innerhalb des Gesamtbetreuungskonzeptes von Kindern in Berlin.
Auch der Grüne Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnete und stellvertretende Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, André Meral, war zu der Demo gekommen, bei der sich Vertreter der Parteien ansonsten nicht blicken ließen.

Demonstriert wurde gegen eine Verfügung des Bundesfinanzministeriums, wonach ab dem 1. Januar 2008 die Tagespflegepersonen als Freiberufler eingestuft werden sollen. Von der Versteuerung des Erziehungs- und Pflegegeldes über die sozialversicherungspflichtigen Abgaben bis hin zu den verwaltungsmäßigen Arbeiten, die eine Selbstständigkeit mit sich bringt, reicht die Palette der zusätzlichen Belastungen für die Tagespflegepersonen.

Die bisherige Regelung war ebenso einfach wie effektiv. Die Tagespflegeeltern schlossen mit dem jeweiligen Jugendamt ihres Bezirks Verträge ab, erhielten steuerfrei Erziehungs- und Pflegegeld und betreuten dafür in höchst flexibler Form die Kinder von berufstätigen Eltern. Bislang wurde lediglich das Erziehungsgeld ab dem sechsten zu betreuenden Kind versteuert. Die Tagespflege ist nicht einfach eine Ergänzung zu den Angeboten der Kindertagesstätten freier und öffentlicher Träger, sondern ein zweites unverzichtbares Standbein im Gesamtbetreuungskonzept von Kindern in Berlin.

Es gibt aber noch andere Baustellen, die die Tagespflege zu bearbeiten hat. So sol-len Tagesgroßpflegestellen, die bis zu 8 Kinder betreuen, die Anzahl auf 5 reduzieren. Nach einer Intervention des KiT e.V. bei Jugendministerin Ursula von der Leyen (CDU), richtete diese ein Schreiben an die Landesjugendämter mit der Bitte, einen Bestandsschutz bis zum 30. September 2010 einzuräumen. Katja Döring bedankte sich bei Jugendstadträtin Angelika Schöttler dafür, dass Tempelhof-Schöneberg zu den Bezirken gehört, die diesen Bestandsschutz umgesetzt haben. Das Anliegen des KiT e.V. ist es aber natürlich, die Vorgabe der Platzreduzierung vollständig aufzuhe-ben.

Prof. Reinhard Wiesner überreichten die Tagespflegeeltern 7.500 Unterschriften, die sich für den Erhalt der Großtagespflegestellen und für Verbesserungen bei der Ta-gespflege aussprechen. Da noch weitere Unterschriftenlisten unterwegs sind, geht Katja Döring davon aus, dass es mindestens 10.000 werden. Aus allen Bundeslän-dern erreichten die Berliner Demonstranten Unterstützungsbriefe.

Prof. Wiesner versprach, mit den Tagespflegeeltern in Kotakt zu treten, um die offe-nen Fragen zu besprechen. Der gleiche Wunsch wurde auch an den Berliner Ju-gendsenator Prof. Jürgen Zöllner (SPD) gerichtet, bislang jedoch ohne Antwort. Inzwischen ist den Länderfinanzministern aufgefallen, dass ihr Beschluss dazu füh-ren wird, dass ab Januar 2008 viele Tagespflegestellen schließen, weil es sich für die Betreiber finanziell einfach nicht mehr lohnt. Mit 250 bis 600 Euro Mehrbelastung rechnen die Tagespflegeeltern. Da bleibt kaum noch etwas übrig.

Das Bundesfinanzministerium hat mit seiner Verordnung, die Tagespflege zu be-steuern, eine Welle losgetreten, die dem Staat teurer kommen kann als die ange-strebten Steuereinnahmen einbrächten. Letztlich ließen sich die Tagespflegestellen nur erhalten, wenn man diesen wesentlich mehr Geld zahlt, um die Belastungen zu kompensieren. Man sollte in den Ministerien alle Maßnahmen stets bis zum Ende durchdenken. Die Tagespflegeeltern haben gezeigt, dass sie kampagnefähig sind. Sie werden sich auch in Zukunft nicht alles gefallen lassen.

Weitere Informationen gibt es unter www.kit-ev.de – Ansprechpartnerin ist Katja Dö-ring – Telefon: 753 48 45.


  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.