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Wars das mit der Impfpflicht?

geschrieben von: Redaktion am 09.01.2022, 06:55 Uhr
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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet laut Artikeln im Tagesspiegel und der „Welt am Sonntag“ „spürbare Effekte für den Kampf ge-gen die Corona-Pandemie durch die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht.“ Lauterbach räumt ein, niemals alle Menschen mit einer Impfpflicht erreichen zu können, ist aber davon überzeugt, dass „es eine große Gruppe von Ungeimpften gibt, die wir durch die Impfpflicht zu einer Impfung bewegen können.“

Die Sorge von Lauterbach klingt plausibel, wenn er sagt, dass wir nach einem trügerisch guten Sommer im Herbst wieder von einer neuen Variante überrascht werden könnten. „Der Glaube, dass die Omikron-Variante das Ende der Pandemie ist, ist naiv.“, sagt Lauterbach der WamS. Davon gehen die meisten Menschen aus, noch lange mit Corona leben zu müssen und dass die Auffrischungsimpfung, Booster genannt und die laufende Nummer drei im Impfpass anzeigt, nicht die letzte gewesen sein kann.

Die Aufregung über die Impfpflicht ist völlig unverständlich. Schon 1807 führte als weltweit erster Staat das Königreich Bayern eine Impfpflicht gegen Pocken ein, der sich andere Staaten anschlossen. Erst am 1. März 2020, als Corona Fahrt aufnahm, trat die Impfpflicht gegen Masern für Kinder und Personal in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen, wie beispielsweise Kindertagesstätten und Schulen, in Kraft. Und wenn wir heute sehen, dass in Ostdeutschland gegen eine Impfpflicht pro-testiert wird, dann sollte daran erinnert werden, dass es in der DDR eine Impfpflicht nicht nur gegen Pocken, sondern auch Tuberkulose, Kinderlähmung, Diphtherie, Wundstarrkrampf und sogar Keuchhusten gab. Die DDR ist damit sehr gut gefahren.

So zu tun, als sei eine Impfpflicht etwas Neues und ein ungeheuerlicher Eingriff in die Menschenwürde, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Die Impfgegner jedoch werden sich ins Fäustchen lachen, wenn sie die exklusiv im Tagesspiegel verbreitete Meldung lesen, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), sein mehrfach öffentlich verkündetes Ziel, „eine Impfflicht bis spätestens März einzuführen, nicht mehr zu halten“ ist. „Koalitionskreise“ hätten das dem Tagesspiegel verraten. Ein Grund für die „Verzögerung ist der Zeitplan des Bundestags und des Bundesrats, der andere sind komplizierte juristische Fragen und erhöhter Beratungsbedarf bei den Ampelparteien.“ Wie unprofessionell ist das denn. Scholz müsste doch die parlamentarischen Abläufe kennen und wissen, dass bei schwierigen Gesetzen erst einmal die Juristen alles prüfen müssen. Und das dauert.

Vor Juni kann also die Impfpflicht kaum in Kraft treten. Die Abstimmung über die Impfpflicht im Bundestag soll freigegeben werden. Eine schöne Formulierung in Zusammenhang mit dem „Fraktionszwang“, den es gar nicht geben darf, weil jeder Abgeordnete ohnehin nur seinem Gewissen gegen-über verpflichtet ist. Bekannt ist, dass die FDP Be-denken gegen die Impfpflicht hat, woraus die Frage erwächst, ob die Ampelfrauen und Männer überhaupt eine Mehrheit zustande bringen. Man wird also auf Stimmen aus der Union angewiesen sein, was aber die Einführung der Impfpflicht nicht verhindern wird.

In einem weiteren Punkt liegt Scholz deutlich daneben. Bis zu diesem Wochenende sollten 80 Prozent der Deutschen mindestens eine Impfung erhalten haben. Die Quote bewegt sich nur leicht nach oben, eigentlich stagniert sie bei knapp 75 Prozent. Die aktuellen Zahlen vom Wochenende sind: 61,9 Mio. Erstgeimpfte, davon 59,6 Mio. mit einer zweiten Impfung und 34,6 Mio. geboostert. (Quelle: Handelsblatt)

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der gern selbst einmal zur Spritze greift und impft, sagte im „Hamburg Journal“, dass er gerne mehr impfen würde, sich aber nicht sicher sei, genügend Impfstoff zu bekommen. Erstaunlich, wird uns doch immer suggeriert, dass genügend vorhanden sei.

Es gibt nur einen Weg, die Menschen an die Nadel zu bringen: Beschränkungen. 2G+ ist vollkommen richtig. Auch wenn es platt klingt, aber, wer nicht angeschnallt ist, darf nicht Auto fahren und wer nicht vollständig geimpft ist, darf an vielen Angeboten des öffentlichen Lebens nicht teilnehmen.

Aber auch das wird nur zu einem leichten Anstieg führen, denn die Hardcore-Impfgegner halten das durch. Hinzu kommt ein psychologisches Problem. Viele Impfgegner befinden sich in einer gesellschaftlichen Blase von Gleichgesinnten. Selbst wenn man sich impfen lassen wollte, wie kommt man ohne Gesichtsverlust raus aus der Blase, ohne nicht als Verräter gebrandmarkt zu werden und plötzlich seine Freunde mit Fackeln vor dem Haus stehen zu haben?

114.000 Coronatote gibt es, davon 95.700 über 70 Jahre alt. Darüber, wie viele davon vollständig geimpft waren, gibt es keine genauen Zahlen. Im November meldete Bayern eine Quote von 30 Prozent. Wie viele von den 70 Prozent Ungeimpften hätten überleben können?

Ed Koch

  
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