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Er kann es nicht lassen

geschrieben von: Redaktion am 11.01.2022, 07:16 Uhr
paperpress597 
Seit Franziska Giffey das Amt der Regierenden Bürgermeisterin übernommen hat, warte ich darauf, dass der Tagesspiegel-Newsletter „Checkpoint“ in seinen gewohnten Stil zurückfällt. Wurde Giffey anfangs noch als Regierende Bürgermeisterin tituliert, nennt sie Maroldts Satire-Newsletter nun „Regiermeisterin“, so wie ihr Vorgänger Michael Müller durchgängig „Regiermeister“ genannt wurde.


Wenn ich es vorher nicht übersehen habe, fand heute die Premiere statt: „Nachdem Regiermeisterin Franziska Giffey im großen Tsp-Interview beklagt hatte, dass bis zu 25 Prozent der gebuchten Bürgeramtstermine verfallen…“

Natürlich kann man mir vorwerfen, humorlos zu sein. Wer mich kennt, wird das nicht bestätigen können. Ich bin sehr dafür, kritisch mit Politikern umzugehen. Aber, sie sind nicht unsere Feinde, von Ausnahmen abgesehen, sondern entstammen dem Bürgerpool, indem wir uns alle befinden. Satire darf Politiker auch mal lächerlich machen, wenn sie sich lächerlich verhalten haben. Ein bisschen Respekt sollte aber für das Amt und die Person übrigbleiben.

Die Bezeichnung „Regiermeister“ oder „Regiermeisterin“ ist herabwürdigend. Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt würde mir vermutlich wieder schreiben: „Ach Herr Koch, es muss wirklich schwer sein … hinter jeder harmlosen Sache eine Hinterhältigkeit zu vermuten. Wischen Sie sich den Schaum vom Mund, genießen Sie den Tag.“ Der Tagesspiegel wirbt ständig dafür, seine Produkte abonnieren zu sollen, denn guten Journalismus kann es nicht kostenlos geben. Die Frage ist nur, ob es sich wirklich um guten Journalismus handelt. Ab heute trägt also Franziska Giffey im Tagesspiegel ihre neue Amtsbezeichnung. Damit wird sie leben müssen.

Der Klassensprecher der SPD

So, und jetzt machen wir genau das, was wir dem Tagesspiegel vorwerfen, nämlich einen der höchsten Repräsentanten der SPD als deren „Klassensprecher“ zu bezeichnen. Das ist aber freundlich und nicht hinterhältig gemeint. Gewöhnungsbedürftig ist es schon, wenn jetzt nach den Vorstandssitzungen der SPD, ihr neuer Generalsekretär Kevin Kühnert vor die Presse tritt. Gestern war Premiere. Phoenix hielt die PK im Willy-Brandt-Haus für so spannend, dass man die parallellaufende Pressekonferenz von Außenministerin Annalena Baerbock aufzeichnete und erst nach Kühnerts Auftritt sendete. Schließlich muss man Prioritäten setzen.

Es spricht ja eher für als gegen die SPD, einen jungen Mann, der zwar schon 32 Jahre alt ist, aber noch als mittlerer Twen durchgehen kann, mit so einer wichtigen Funktion wie der des Generalsekretärs zu betrauen. Wird doch sonst immer so viel darüber gemeckert, dass nur alte Leute in der Politik zugange sind. In der SPD-Fraktion ist ein Viertel im Juso-Alter. Gesamt betrachtet, liegt der Altersdurchschnitt bei 46,2 Jahren, etwas unter dem Gesamtdurchschnitt im Bundestag von 47,3.

Jüngste Fraktion ist die der Grünen mit einem Durchschnitt von 42,5. Das ist gut, wenn auch erstaunlich, sind doch die Alten, die schon bei der Gründung der Grünen dabei gewesen sein müssen, immer noch da, wie Renate Künast, Jürgen Trittin oder Claudia Roth. Die ältesten Leute sitzen in der AfD, 51,3 und bei der Linken, 50,3. Union aus CDU/CSU 49,2 und FDP 47,4 Prozent. So viel zur Statistik.

Kevin Kühnert ist erstaunlich abgebrüht und hat alle rhetorischen Redewendungen drauf, um konkreten Fragen auszuweichen, aber dennoch eine Antwort zu geben. Freimütig gibt er zu, sich noch keine abschließende Meinung zur Impfpflicht gebildet zu haben. Welche Bedenken er hat, verrät er allerdings nicht. Darf ein Generalsekretär eine eigene Meinung haben, die dazu noch abweichend von der des Bundeskanzlers ist? Im Prinzip ja, Aber! Was macht das für einen Eindruck, wenn sich der wichtigste Mann nach den beiden Parteivorsitzenden, bei einem so wichtigen Thema wie der Impfpflicht, noch keine Meinung gebildet hat. Zeit genug wäre gewesen.

Olaf Scholz hat am 30. November 2021 zur Impfpflicht im ZDF gesagt: „…wäre es richtig, wenn sie für alle gilt, ab Anfang Februar, Anfang März.“ Kühnerts Wahrnehmung ist, dass Scholz „das ja gar nicht so konkret versprochen“ habe. Die Politik lebt halt von Interpretationen.

Ed Koch

  
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