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Wer hat den Größten?

geschrieben von: Redaktion am 01.02.2022, 07:55 Uhr
paperpress598 
Warum gibt es so viele Jungs, die einfach nicht er-wachsen werden wollen und ein Leben lang „Wer hat den Größten?“ spielen müssen? Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Nur im Falle, dass ein Mitgliedsstaat angegriffen wird, schlägt sie zurück. Warum sollte also die NATO Russland angreifen? Was immer wer Russland in Sachen NATO-Erweiterung versprochen haben mag, man kann keinem Staat verbieten, einen Aufnahmeantrag zu stellen.


Warum sind 2004 Estland, Lettland und Litauen der NATO beigetreten? Doch wohl nur aus einem Grund, nämlich sicher vor einer russischen Okkupation zu sein. Ein völlig berechtigtes Interesse gegenüber einem Land, dass die früheren Länder der Sowjetunion immer noch als sein Herrschaftsgebiet betrachtet. Als 2008 die Ukraine und Georgien in die NATO aufgenommen werden wollten, hat Putin er-klärt, dass er sich in diesem Falle die Ost-Ukraine und die Krim einverleiben werde. Zwar sind die Ukraine und Georgien bis heute nicht aufgenommen worden, was Putin aber nicht daran hinderte, die Krim 2014 trotzdem zu annektieren. In absehbarer Zeit ist ohnehin nicht davon auszugehen, dass die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Mitglieder der NATO werden. Georgien hat rechtsstaatliche Probleme und die Ukraine gilt als Krisengebiet, was Ausschlusskriterien sind.

Als Wladimir Putin Präsident Russlands wurde, hat, so sagte es ein Experte, der KGB das Land übernommen. Und mit Geheimdienstmethoden regiert Putin das Land. Die Liste der in Straflagern verschwundenen und ermordeten Gegner wird immer länger. Putin hat Russland unter seine Kontrolle gebracht. Zu kommunistischen Zeiten gab es wenigstens noch das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, das sich anschickte, ein Wörtchen mitreden zu wollen. Heute verfügt Russland über ein großes machtloses Marionettentheater. Putin hält alle Fäden in der Hand. Wenn ihm das Parlament querkommen würde, könnte er es problemlos auflösen.

Kennen Sie Michail Wladimirowitsch Mischustin? Das ist der Ministerpräsident der Russischen Föderation, also quasi der Regierungschef. Was macht er den ganzen Tag? Vermutlich auf Befehle von Putin warten. Und wer ist Konstantin Anatoljewitsch Tschuitschenko? Das ist der Justizminister, der sicherlich mit großem Eifer die Menschenrechtsverletzungen der Behörden verfolgt. Neun Vize-Ministerpräsidenten und 21 Minister bilden die Regierung. Wir kennen nur den Pressesprecher Putins, Sergei Lawrow, der sich Außenminister nennt und defacto nichts zu melden hat. Das sind die lupenreinen Demokraten, von denen Gerhard Schröder so gern spricht, wenn er an Russland denkt.

Wir haben es jedoch nicht mit Russland und seinen gebildeten, weltoffenen und friedlichen Menschen zu tun, sondern allein mit Wladimir Putin, Alleinherr-scher des größten Landes der Welt und damit zumindest in dieser Kategorie Sieger im Spiel „Wer hat den Größten?“

Es gibt viele Gründe, warum wir ein gutes Verhältnis zu Russland pflegen sollten, nicht allein, weil wir vom Gas abhängig sind, sondern vor allem aus historischen. Warum macht es uns Putin aber so schwer? Wie passt das zusammen, keine Kriegsabsichten zu haben, und gleichzeitig 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammenzuziehen? Es Hysterie zu nennen, dass sich die Welt Sorgen macht, ist wirklich vermessen. Und es als „Säbelrasseln“, wie es Schröder auszudrücken pflegt, zu bezeichnen, wenn die Ukraine betont, dass sie sich im Falle eines Einmarsches wehren würde, lässt daran zweifeln, dass dieser Mann noch Herr seiner Sinne ist. Entweder leidet Putin unter Verfolgungswahn, oder die Motive seines Handelns sind andere.

Gerhard Schröder war ein guter Bundeskanzler, nicht unbedingt für seine Partei, aber für das Land. Dass er mit Putin befreundet ist, ist seine Privatangelegenheit, dass er jedoch Aufsichtsratsvorsitzender der russischen Staatsbetriebe Nord Stream AG und des Gaskonzerns Rosneft ist, nicht. Denn mit diesen steht Deutschland in engen abhängigen wirtschaftlichen Beziehungen. Wenn das kein Interessenskonflikt ist, was dann?

Auch wenn uns die Welt kritisiert, wir sollten dem Grundsatz treu bleiben, keine Waffen in Krisengebiete zu liefern, auch keine NVA-Haubitzen, die wir an Estland ausgeliehen haben. Wenn Putin sein Spiel, wer den Größten hat, weiterspielen will, soll man sich daran beteiligen. Nur klare Kante versteht dieser Mann. Wenn die SPD sagt, dass alles auf den Tisch kommt, im Falle Russland die Ukraine angreift, ohne zu sagen, was auf dem Tisch liegt, ist das nur bedingt eindrucksvoll. Es geht hier nicht um ein Pokerspiel mit verdeckten Karten. Auf der Tischseite, an der Putin sitzt, stehen 100.000 Soldaten. Auf der anderen Seite sollten die westlichen Staaten ihre Waffenlieferungen an die Ukraine auf den Tisch legen und wir beteiligen uns mit einem sehr langen Rohr. Und dann schauen wir mal, wer den Größten hat?

Ed Koch

  
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