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Und jetzt geht's um Sport?

geschrieben von: Redaktion am 05.02.2022, 06:38 Uhr
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China hat sich mit der Ausrichtung der Olympischen Winterspiele keinen Gefallen getan. Wann gab es das jemals zuvor, dass im Studio neben der Sportmoderatorin, in diesem Falle Kathrin Müller-Hohenstein, als Gesprächspartner der Deutschland Direktor von Human Rights Watch Wenzel Michalski saß. Dieser wurde, völlig zurecht, nicht müde, immer wieder auf die Menschenrechtsverletzungen im Reich der Mitte hinzuweisen. Die Eröffnungsfeier empfand er als „kitschig“. Es wurden Werte beschworen, die es im richtigen Leben in China gar nicht gibt. Die Appelle von IOC-Chef Thomas Bach wurden von Diktator Xi Jinping weggelächelt. Schon der amtliche Name des Lan-des, Volksrepublik China, ist eine Verhöhnung.


Es wurde gestern in den Nachrichtensendungen alles gesagt, was man an Kritik gegenüber China vortragen kann und muss. Sport war immer schon politisch, deshalb lassen sich Sport und Politik schwerlich voreinander trennen. Aber, jetzt sollte man auch den Sportlern Gelegenheit geben, ihre Wett-kämpfe auszutragen, was angesichts von Corona schwer genug ist. Seit 05:30 Uhr laufen in der ARD die Sportübertragungen bis kurz vor 18:00 Uhr.

Natürlich war die Eröffnungsfeier kitschig, aber technisch gut gemacht. Eröffnungsfeiern in Ländern der freien Welt, gerade in den USA, waren bislang auch nicht weniger kitschig. Beim Einmarsch der Delegationen stockte einem zweimal der Atem. Hongkong, inzwischen fest ins chinesische System zwangsintegriert, darf mit einer eigenen Delegation auftreten, um den Schein zu wahren, als gelte noch das Motto „zwei Systeme, ein Land.“ „Chinese Taipei“ ist die olympische Bezeichnung für die Delegation aus Taiwan. Die Frage wird sein, wann diese beiden Namen verschwinden, und in der großen chinesischen Gruppe aufgehen, oder besser gesagt untergehen.

Der wichtigste Teil einer Eröffnungsfeier ist der Einzug der Delegationen, nicht die Show drumherum. Denn darauf haben sich die Sportlerinnen und Sportler viele Jahre lang gefreut. Für Francesco Friedrich und Claudia Pechstein war es der Höhepunkt ihrer Sportlerkarriere, die deutsche Flagge tragen zu dürfen. Und das ist beiden zu gönnen.

Musikalisch unterlegt wurde der Einzug der Nationen mit einem Medley aus den Klassik-Hits der bedeutendsten europäischen Komponisten. Allerdings dauerte der Zusammenschnitt nur 45 Minuten, so dass man danach wieder von vorn anfangen musste, was ein bisschen an die Endlosmusikschleifen in Kaufhäusern erinnerte.

Los gings mit Gioacchino Rossinis Ouvertüre zu Wilhelm Tell. Die Geschichte des furchtlosen Schweizer Freiheitskämpfers Tell passte hervorragend in die Eröffnungsfeier. Der Sage nach hat Tell erst seinem Sohn mit Pfeil und Bogen einen Apfel vom Kopf geschossen und später den tyrannischen Landvogt Gessler mit dem zweiten Pfeil getötet. Sie erinnern sich? „Durch diese hohle Gasse muss er kommen!“

Auch beim zweiten klassischen Werk haben sich die Gestalter der Feier etwas gedacht, oder auch nicht. Edward Elgars Pomp and Circumstance March mit dem berühmten Text von Arthur Christopher Benson „Land of Hope and Glory.“ Am Ende dieses Beitrages ein paar Zeilen aus diesem Werk:

„Liebes Land der Hoffnung, deine Hoffnung ist gekrönt. Möge Gott Dich noch mächtiger machen!... Deine gerechten Gesetze, durch Freiheit erlangt, haben Dich lang und gut regiert; Durch Freiheit gewonnen, durch Wahrheit erhalten, wird dein Reich stark sein.

Land der Hoffnung und des Ruhmes, Mutter der Freien, wie sollen wir dich preisen, wir, die von dir Geborenen? Weiter noch und weiter sollen deine Grenzen ausgedehnt werden; Gott, der dich mächtig gemacht hat, möge dich noch mächtiger machen.

Dein Ruhm ist so alt wie die Tage, groß und weit wie der Ozean: Ein Stolz, der wagt und Lobpreisung nicht achtet, ein strenger und stiller Stolz. Nicht die falsche Freude, die zufrieden träumt. Mit dem, was unsere Vorväter errangen; das Blut, das ein Heldenvater vergoss, stärkt noch immer einen Heldensohn.“

Da hätte doch Herr Xi laut mitsingen können. Herr Putin leider nicht, denn der ist bei der Feier eingeschlafen. So, und jetzt geht’s um Sport.

Ed Koch

  
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