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Die Gier nach Aufmerksamkeit

geschrieben von: Redaktion am 09.02.2022, 06:41 Uhr
paperpress598 
Vergleiche hinken, deshalb sollte man sie immer vermeiden. Und natürlich kann man Wladimir Putin nicht mit Markus Söder vergleichen. Vermuten kann man aber dennoch, dass beide ein Problem haben. Als jemand, der während seiner Ausbildung drei Jahre lang in die Abgründe der Psychologie blicken musste, sind mir natürlich alle Aufmerksamkeitsstörungen bekannt.


Gemeint ist nicht die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADS oder ADHS, sondern die „histrionische Persönlichkeitsstörung“, die durch theatralisches, affektiertes und gleichzeitig egozentrisches Verhalten gekennzeichnet ist. „Die Betroffenen neigen dazu, starke, übertriebene Gefühle zu zeigen und haben ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Lob. Sie stellen ihre Gefühle theatralisch dar und können dabei schnell zwischen unterschiedlichen Gefühlen hin- und herwechseln. Auf andere wirkt dieses Verhalten oft oberflächlich. Weiterhin haben sie eine geringe Frustrationstoleranz, so dass selbst kleine Anlässe oft zu einem starken Ausbruch von Gefühlen führen.“ Quelle: therapie.de

Wladimir Putin ist defacto der Alleinherrscher von Russland. Im normalen Medienalltag würde man wenig über Russland erfahren. Mit der so genannten Ukraine-Krise, die ja in Wahrheit eine konstruierte Krise Russlands mit der Ukraine bzw. NATO ist, hält sich Putin im Gespräch. Die Angst Russlands, von der NATO angegriffen und erobert zu werden, ist irreal. Das weiß Putin auch. Aber, die Spannung muss hochgehalten werden.

Was muss das für ein befriedigendes Gefühl sein, wenn sich die ganze Welt um einen bemüht. Da düst der deutsche Bundeskanzler innerhalb von 48 Stunden in die USA und zurück, und kaum in Berlin an-gekommen trifft er sich schon mit dem polnischen und französischen Staatspräsidenten, um, natürlich, über Putins Scheinprobleme zu reden. Da gibt es interessante geographische Gesprächsrunden, wie das „Weimarer Dreieck“ (Deutschland, Frankreich, Polen) oder das „Normandie-Format“ (Russland, Deutschland, Frankreich, Ukraine) und immer steht Putin auf der Tagesordnung. Da bekommt der Kreml-Chef Besuch vom französischen Präsidenten und nächste Woche auch vom deutschen Bundeskanzler. Mehr Aufmerksamkeit geht nicht. Putin fühlt sich wohl und präsentiert sich seinem Volk gegenüber als Wahrer russischer Sicherheitsinteressen, während er das bisschen Restdemokratie in seinem Land immer weiter abschafft und sich zum Alleinherrscher aufbaut. Wahlen muss er nicht fürchten, weil alle Gegenkandidaten irgendwohin verschleppt wurden.

Ein ähnliches Problem hat Kim Jong-un. Warum sollte irgendwer über Nordkorea sprechen, wenn Kim nicht ab und zu eine Rakete abschösse. Ohne seine Drohungen hätte er nie Besuch vom amerikanischen Präsidenten bekommen. Da steht man plötzlich auf der Weltbühne ganz anders dar, wenn man solche Gäste begrüßen kann. Und wenn die Gäste abgereist sind und niemand mehr über Nordkorea berichtet, startet der Vorsitzende des Komitees für Staatsangelegenheiten der DVRK, Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee und Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas sowie „Oberste Führer“ der Demokratischen Volksrepublik Korea die nächste Rakete.

Schnitt

Markus Söder hat nicht annähernd etwas mit den hier beschriebenen Personen und Staaten zu tun. Er ist demokratisch gewählter Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Bayern. Häufig hat man jedoch den Eindruck, dass er allein entscheidet, wenn es darum geht, was nach seiner Meinung gut oder schlecht für Bayern ist.

Lassen wir einmal die Einzelheiten beiseite und betrachten nur den formalen Vorgang. Es geht um die Impfpflicht für Pflege- und Klinikpersonal, die ab 15. März umgesetzt werden soll. Das Gesetz wurde am 10. Dezember 2021 vom Bundestag beschlossen, am selben Tag hat der Bundesrat, einschließlich Bayern, dem zugestimmt. Damit wäre der Vorgang eigentlich abgeschlossen.

Nun kommt Markus Söder wie Kai aus der Kiste und verkündet, dass er das Gesetz in Bayern nicht umsetzen will. Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist empört, weist aber darauf hin, dass Bayern niemand zwingen könne, ein Gesetz anzuwenden. Das sind die großen Vorteile des Föderalismus.

Söder hat es mal wieder geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und weil der neue CDU-Chef Friedrich Merz auch das Problem zu haben scheint, zu wenig in den Medien Erwähnung zu finden, springt er Söder bei und „verlangt die Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht.“ Quelle: SPIEGEL

Nur einer muss sich um Aufmerksamkeit nicht bemühen, das Corona-Virus.

Ed Koch


  
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