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Müssen wir uns das Leben schwerer machen, als es ist?

geschrieben von: Redaktion am 11.02.2022, 06:39 Uhr
paperpress598 
Wir haben doch alle schon lange genug von den Einschränkungen, die uns ein Virus in immer neuen Varianten beschert. Die Liste der menschlichen und wirtschaftlichen Schäden, die entstanden sind, wird immer länger. Wie sollen die Bildungs-Lücken, die bei Kindern und Jugendlichen entstanden sind, jemals wieder geschlossen werden? Homeschooling, überhaupt das Arbeiten von zu Hause aus, ist keine Alternative zum Präsentsein. Die Zeit der Höhlenmenschen ist vorbei, wir leben vom Zusammensein mit anderen an Orten der Bildung, der Arbeit, der Produktion, der Freizeit. Es ist etwas anderes, ob ich mich mit jemand über einen Bildschirm austausche oder ihn in echt vor mir sitzen habe.


Es ist doch keinem zu vermitteln, warum im Handel in Brandenburg die 2G-Regel seit Mittwoch nicht mehr besteht und in Berlin noch nachgedacht wer-den muss. Wenn es schon nicht möglich ist, deutschlandweit einheitliche Regelungen anzuwenden, so müsste das doch wenigstens in Berlin und Brandenburg der Fall sein. Schaut mal auf die Landkarte. Es ist eine Region und die Zeiten, wo der Westteil Berlin eingemauert war und hier andere Regeln galten, ist nun schon eine ganze Weile vorbei. Was ist aus dem spektakulären Schulterschluss von Franziska Giffey mit ihrem Freund und Förderer Dietmar Woidke geworden. Große Gesten und schon bei der ersten Bewährungsprobe hakt es im Getriebe.

Es ist sehr ehrenwert, wenn Olaf Scholz eine bundesweite Plakataktion durchführt, um die letzten 25 Prozent auch noch an die Nadel zu bringen. Es nutz aber wenig. Wer sich heute noch impfen lässt, will allein die Vorteile nutzen, die er dadurch hat. Das ist nicht Einsicht, sondern Pragmatismus. Die Impfziele für 2021 und bis Ende Januar 2022 wurden deutlich verfehlt. Die Plakataktion hat nichts Messbares bewirkt. 60 Millionen Euro verbrannt, die an anderer Stelle sinnvoller hätten eingesetzt werden können. Die Drohung von Karl Lauterbach, dass wir täglich mit 500 Toten zu rechnen hätten, bringt niemand ins Impfzentrum. Panikmache verfängt nicht mehr, dagegen jedenfalls sind inzwischen alle immun.

Seit Tagen legen Lkws die kanadische Hauptstadt Ottawa lahm. Da geht nichts mehr. Die Regierung soll gezwungen werden, die Corona-Maßnahmen aufzugeben. Wie diese Situation entschärft werden soll, ist noch nicht abzusehen.

Es mag sein, dass wir die „Letzte Generation“ sind, wenn es so weitergeht. „Letzte Generation“ nennt sich eine Klimaschutz-Initiative, deren Mitglieder seit Tagen Autobahnen blockieren, indem sie sich mit ihren Händen auf dem Asphalt festkleben und mühsam von der Polizei mit Lösungsmitteln wieder befreit werden müssen. Zwischenzeitlich ruht der Verkehr, auch für Rettungsfahrzeuge.

Im Abgeordnetenhaus wurde gestern das Thema sehr unterschiedlich diskutiert. Verständnis für das Anliegen, aber kein Verständnis für die Methode. Im Gegensatz zu den Koalitionspartnern, die von zivilen Ungehorsam sprachen, der gerechtfertigt sei, fand Innensenatorin Iris Spranger (SPD) deutlichere Worte. Für sie sind die Aktionen völlig inakzeptabel.

Gerechtfertigt werden alle Proteste, ob als angemeldete Demonstration, als „spontaner Spazier-gang“ oder gut geplanter, für die Betroffenen aber ebenso überraschend wie hinderlich, mit der erforderlichen Aufmerksamkeit, die man erzielen wolle. In Berlin finden jeden Tag Demonstrationen für oder gegen alles statt, was man sich nur vorstellen kann. Die Medien wären überfordert, über jede Aktion zu berichten. Wer friedlich mit seinem Pappschild für zwei Stunden durch die Gegend wandert, wird nicht ernst genommen. Es scheint den Demonstranten also nichts anderes übrig zu bleiben, als in den Straßenverkehr einzugreifen, um die notwendige Aufmerksamkeit zu erlangen. Ein Irrweg.

Mit Demonstrationen muss man nicht allein die Politik beeindrucken, sondern vor allem die Bevölkerung. Wenn die Menschen, bei denen die Nerven ohnehin blank liegen, noch daran gehindert werden, zur Arbeit zu kommen, findet man nur noch Zustimmung bei Politikern, die „Ungehorsam“ schick finden.

Nicht nur die Impfziele werden nicht erreicht, wahrscheinlich auch nicht die Klimaziele. Finden wir uns also damit ab, vielleicht nicht die letzte, aber vermutlich die vorletzte Generation zu sein.

Ed Koch

  
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