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Tierischer Spaß

geschrieben von: Redaktion am 15.02.2022, 06:33 Uhr
paperpress598 
„Hart aber fair“ ging es gestern Abend, nicht wie sonst üblich, um 21 Uhr, sondern erst um 23 Uhr in der ARD zu. Frank Plasbergs Sendung musste warten, denn zur Prime-Time wurde der Orden „Wider den tierischen Ernst“ verliehen. Das hat man fast vergessen, denn Aschermittwoch ist erst am 2. März, und bis dahin tobt mit gebremstem Schaum der Karneval.


In Aachen, wo der bekannte Orden seit 1952 an Persönlichkeiten des „öffentlichen Lebens“ verliehen wird, heißt es „Oche Alaaf.“ Und dieser Schlachtruf hallte den Zuschauern zigmal entgegen. Vom österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky über seinen deutschen Kollegen Konrad Adenauer, bis hin zu Johannes Rau, Franz-Josef Strauß, Edmund Stoiber, Friedrich Merz, Cem Özdemir, Markus Söder und Gregor Gysi hat jeder den Orden bekommen, der irgendwann einmal etwas Heiteres getan hat. Manchmal hatte man den Ein-druck, dass bei der Suche nach einem Ordensträger die Frage auf dem Tisch lag, wer hat ihn noch nicht.

Die gelungenste Veranstaltung fand 1976 statt, als Bauernpräsident Heereman in volltrunkenem Zu-stand seine Dankesrede hielt. Dem allein aus Männern bestehende „Elferrat“ des Aachener Karnevalsvereins ist es bislang lediglich in vier Fällen gelungen, eine Frau für würdig zu betrachten, Annegret Kramp-Karrenbauer, Julia Klöckner, Renate Schmidt und gestern Abend Iris Berben.

Traditionell wird die Laudatio für den neuen Ordens-träger und dessen Erwiderung in einem Käfig vorgetragen. Ein Käfig voller Narren, fällt einem dazu ein. Das war gestern anders. Als Laudator trat Armin Laschet, der Preisträger von 2020, auf. Er hielt vermutlich die beste Rede seines Lebens, in der es einen ordentlichen Seitenhieb in Richtung Markus Söder gab. Die Kernbotschaft der Rede von Iris Berben im Clownskostüm war: „Mehr Frauen an die Macht!“ Sie wünscht sich eine UN-Generalsekretärin, eine US-Präsidentin und eine Multi-Milliardärin, die mit ihrem Geld nur Gutes tut und nicht mit einer „pimmelartigen Rakete“ ins Weltall fliegt. Der Elferrat muss sich auch warm anziehen, denn Berben fordert endlich Frauen in diesem Gremium und bei der nächsten Verleihung eine Präsidentin.

„Gewürdigt wird Iris Berben als eine gesellschafts-politisch stark engagierte Persönlichkeit unseres Landes, die mit Sympathie, Humor und Geradlinigkeit die Herzen der Menschen gewinnt und als Mahnerin gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein Vorbild ist.“, heißt es in der Begründung. „Iris Berben hat uns Deutsche immer wieder zum Lachen gebracht, aber sie redet uns auch ins Gewissen“, so AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil. „Sie liebe Komik und Humor als Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung, zugleich nutze sie ihre Popularität, um sich einzusetzen und Partei zu ergreifen, zum Bei-spiel gegen Rassismus oder Antisemitismus.“ „Wie wichtig gerade diese Haltung gegen Rechtsextremismus, diese Stimme für Gerechtigkeit und dieses Engagement für Menschlichkeit ist, zeigen uns die jüngsten politischen Ereignisse in verschiedenen westlichen Demokratien. Sie ist Vorbild für uns alle und genau dafür wird sie deutschlandweit geachtet und geschätzt“, so Pfeil weiter. Dem ist zuzustimmen.

Garniert wurde die Veranstaltung von bekannten Narren des Landes, wie Jürgen Becker und Wilfried Schmickler, die man in den „Mitternachtsspitzen“ vermisst. Stimmgewaltig als Kaiser Karl analysiert Schmickler die Lage der Nation. Guido Cantz, der leider „Verstehen Sie Spaß“ an die Nervensäge der Nation Barbara Schöneberger abgibt, gehört traditionell zum Programm wie Ingo Appelt. Es lohnt sich, auch für Karnevalsgegner, sich diese Sendung anzuschauen.

Und wenn man genug gelacht hat, kann man ja Plasbergs „Hart aber fair“ hinterherschieben. Michael Roth und der unvermeidliche Norbert Röttgen, der eine Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, der andere Ex-Vorsitzender, diskutierten mit der Russland-Expertin Sarah Pagung und den Journalisten Mariam Lau (Zeit) und Vassili Golod (WDR) zum Thema: „Scheut Deutschland klare Kante gegen Putin? Und stimmt der Vorwurf, die Deutschen biedern sich bei Putin an - für den eigenen Frieden und eine warme Wohnung?“ Was ist schon wichtiger als Frieden und eine warme Wohnung?

Ed Koch

  
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