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Er hat es getan

geschrieben von: Redaktion am 22.02.2022, 07:00 Uhr
paperpress598 
Ja, er hat es getan, nachdem er zuvor Macron und Scholz am Ende seines langen Tisches verhungern ließ und auch alle anderen, die mit ihm telefonierten, nicht ernst nahm. Es ist genauso wie der russische Botschafter in Schweden der Zeitung „Aftonbladet" gesagt hatte: „Entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber wir scheißen auf Ihre ganzen Sanktionen." Quelle: n-tv


Jeder Lehrer, der in einer halbwegs ordentlichen Schule so eine Geschichtsstunde abgeliefert hätte, wie Putin gestern Abend, wäre sofort in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Es ist voll-kommen egal, welche „russischen Wurzeln“ die Ukraine hat. Tatsache ist, dass die Ukraine seit dem 24. August 1991 ein souveräner Staat ist. Am 17. Januar 1992 wurden diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine aufgenommen.

2014 annektierte Russland die Krim, Bestandteil des Territoriums der Ukraine. Auch in diesem Fall ist es vollkommen egal, wie die Krim zur Ukraine gelangte und welche russische Geschichte zuvor bestand. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden aus den einstigen Sowjetrepubliken unabhängige Staaten mit den zu diesem Zeitpunkt geltenden Grenzen.

Putin will die Geschichte zurückdrehen. Belarus, das ehemalige Weißrussland, hat er vollkommen unter seine Kontrolle gebracht. Der dortige Diktator und Wahlbetrüger Aljaksandr Lukaschenka ist nicht mehr als ein Statthalter Putins.

Dass sich die ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk zu „unabhängigen Volksrepubliken“ erklärt haben, ist völkerrechtlich genauso bedeutend oder unbedeutend wie die Unabhängigkeitserklärung Kataloniens von Spanien. Allerdings mit dem Unter-schied, dass es der Ukraine kaum in der Form wie es Spanien gelang, seine Gebiete wieder zurück ins Staatsgebiet zu bringen.

Die Bilder aus Putins Staatsfernsehen sind eine peinliche Muppet-Show, bloß nicht so lustig. Da lässt er eine Herrenriege antreten, die sich Sicherheitsrat nennt und dem Putin natürlich höchst persönlich vorsitzt. Diese Kreml-Marionetten sollen den Ein-druck vermitteln, als werde hier demokratisch um den besten Weg gestritten. Die ziemlich schlechten Schauspieler bitten dann ihren defacto-Lebenszeitpräsidenten die so genannten „unabhängigen Volksrepubliken“ anzuerkennen. Und Putin spielt der Welt vor, dass er darüber nachdenken werde, um kurz danach die entsprechenden Dokumente im Beisein der Separatistenführer zu unter-zeichnen. Um das Drama zu bereichern, meldet sich auch noch das russische Scheinparlament zu Wort, das schon vor etlichen Tagen Putin bat, die abtrünnigen Gebiete anzuerkennen. Mehr Inszenierung geht nicht. Es gibt tatsächlich einen Preis für die schlechtesten Schauspieler, die „Goldene Himbeere“. Auf Platz Eins liegt Sylvester Stallone, der viermal diesen Preis abräumte. Zwingend muss in diese Liste Wladimir Putin aufgenommen werden. Putin kann aus Stallones Filmen sehr viel lernen. Beispielsweise wie nur ein Mann eine ganze Stadt in Schutt und Asche legen kann.

Nun entsendet Putin „Friedenstruppen“ in die Ostukraine. Der Grund stand vorher schon im Drehbuch. Der ukrainische Staat plant einen Völkermord. Unterhalb dieser Superlative geht bei Putin gar nichts.

Gebannt schaue ich auf mein Handy, ob sich die ARD oder ZDF-App meldet. Die Ukraine wäre gut beraten, auch wenn es jeglichem Gefühl wider-spricht, nicht in die Separatistengebiete militärisch einzugreifen. Ob Putin tatsächlich bis nach Kiew durchmarschiert, um das Land wiederzuholen, das er als seins betrachtet, ist seit gestern wahrscheinlicher geworden.

Man braucht schon sehr viel Fantasie, um noch an eine diplomatische Lösung zu glauben. Im Kriegsfall wäre die Ukraine allein auf sich gestellt. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat laut ZDF auf die Anerkennung der Separatistengebiete zurückhaltend reagiert. Er setzt weiterhin auf diplomatische Lösungen, fordert aber „klare und wirkungsvolle Schritte der Unterstützung.“ Dass Russland allein im UN-Sicherheitsrat dasteht, und selbst China sich zurückhält, macht Putin ebenso wenig aus wie die angekündigten Sanktionen. Apropos. Wann wenn nicht jetzt sollen diese eingesetzt werden?

In der ARD-Info-Nacht meldete sich heute Morgen Stephan Boy zu Wort, den wir noch gut aus seiner Zeit beim Kompetenzzentrum Kritische Infrastruktur (KKI) auf dem EUREF-Campus kennen. Er warnte vor Cyberangriffen auf unsere kritische Infrastruktur, die die Strom-, Gas- und Wasserversorgung lahmlegen könnte. Dass Russland zu diesen Mitteln greifen könnte, ist nicht ausgeschlossen. Boys Rat im Ernstfall, die Badewanne bis zum Rand mit Wasser füllen. Das würde ein paar Tage reichen. Nicht zu vergessen, ein batteriebetriebenes Radio. Wenn diese Botschaften weitergehen, wird bald wieder das Klopapier knapp.

Ed Koch

  
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