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Was nun, Herr Schröder?

geschrieben von: Redaktion am 23.02.2022, 06:37 Uhr
paperpress598 
Seine Freunde kann man sich aussuchen. Zwar hilf-reich, aber auf Dauer nicht bekömmlich, sind Abhängigkeiten in einer Freundschaft, gegenseitige oder einseitige. Das führt oft zu Konflikten. Nur befreundet zu sein, ohne auf der Gehaltsliste des anderen zu stehen, ist die bessere Grundlage.


„Politik kennt keine Freunde“ steht über einem sehr interessanten Artikel, der 2012 im Magazin Cicero und in der Berliner Regionalzeitung „Tagesspiegel“ veröffentlicht wurde. „Politiker sprechen gerne von ihren Freunden. Doch Schlagzeilen machen politische Freundschaften vor allem dann, wenn sie spektakulär enden und die einstigen Gefährten öffentlich miteinander abrechnen. Denn hinter der Fassade verbergen sich Klüngel, Netzwerke und politische Seilschaften. Von Freunden ist in der Politik häufig die Rede. Helmut Kohl zum Beispiel nannte den letzten Sowjet-Führer Michail Gorbatschow seinen ‚Freund‘, die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright ihren grünen deutschen Amtskollegen Joschka Fischer einen ‚wirklich guten Freund‘. Doch tatsächlich ging es nur darum, im Geflecht internationaler Beziehungen gegenseitig Respekt zu bekunden und Interessenkoalitionen zu schmieden.“

Als Beispiele für echte Freundschaften aus der Politik gelten die zwischen Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing oder Henry Kissinger. Noch lange nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundeskanzler war Schmidt mit dem früheren französischen Präsidenten und dem US-Außenminister befreundet und trafen sich oft zum Meinungsaustausch in Schmidts Hamburger Haus.

Die Freundschaft zwischen Kohl und Gorbatschow musste erst durch ein tiefes Tal gehen. „Das US-Nachrichtenmagazin ‚Newsweek‘ veröffentlichte im Oktober 1986 ein Interview mit Helmut Kohl, in dem dieser über den sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow sagte: „Er ist ein moderner kommunistischer Führer, der sich auf Public Relations versteht. Goebbels, einer von jenen, die für die Verbrechen der Hitler-Ära verantwortlich waren, war auch ein Experte in Public Relations." Quelle: DER SPIEGEL

Gerhard Schröder ist mit dem lupenreinen Demokraten Wladimir Putin befreundet. Wie bekannt, steht Schröder auf Putins Gehaltsliste ganz weit oben, als Aufsichtsratsvorsitzender des Ostsee-Pipeline-Betreibers Nord Stream AG sowie des Gaskonzerns Rosneft, beides russische Staatskonzerne.

Wie in den USA Präsidenten auch nach dem Ende ihrer Amtszeit weiterhin mit dem Titel angesprochen werden können, gilt dies auch bei uns. Das heißt, auch ein Ex-Bundeskanzler ist Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland. Die Freundschaft zwischen Schröder und Putin ist also keine reine Privatangelegenheit.

Und nun? Soll Schröder seine lukrativen Jobs aufgeben und Putin die Freundschaft kündigen? So-yeon Schröder-Kim hat ihren Mann als „potenziellen Friedensvermittler ins Spiel gebracht“. „In einem Post bei Instagram schrieb die Schröder-Gemahlin am Dienstag, es hätten sich viele Menschen bei ihr gemeldet, ob „mein Mann mit Herrn Putin über die Ukraine-Krise reden könne“. Für sie selbst scheine nichts dagegen zu sprechen. Im Gegenteil, aber: „Das ginge nur, wenn die Bundesregierung das ernsthaft wollte. Davon ist aber nicht auszugehen.“ Die Zeilen lesen sich geradezu als Vorwurf, als würde die Bundesregierung die Lösung des Konflikts auf dem Silbertablett serviert bekommen und trotzdem ablehnen.“ Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Wie auch immer, Schröder sollte sich positionieren. Eine gute Freundschaft ist daran erkennbar, dass man seinem Freund auch mal eine Meinung sagen kann, die ihm nicht gefällt.

Freundschaftsprobleme gibt es auch im Sport, wo Gazprom sehr aktiv ist. „Seit 2012 tritt das russische Unternehmen als Sponsor der Europäischen Fußball-Union Uefa auf.“ Gazprom sponsert die Fuß-ball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Die Spieler des Zweitligisten Schalke 04 tragen das Gasprom-Logo auf ihren Shirts. Der Verein verfolge mit „großer Sorge“ die Entwicklung in der Ukraine. Ohne seinen Hauptsponsor würde Schalke in ein tiefes Loch fallen. Oder gibt es dafür Ausfallbürgschaften der Bundesregierung?

Ed Koch

  
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