Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 5 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Wann wacht Putin endlich auf?

geschrieben von: Redaktion am 28.02.2022, 19:53 Uhr
paperpress598 
Sind die Kreml-Mauern so dick, dass Putin nichts mehr von dem mitbekommt, was in „seinem“ Land geschieht?

Nachfolgend veröffentlichen wir einen offenen Brief von 2.000 russischen Wissenschaftlern und Wissenschaftsjournalisten:

https://zeitschrift-osteuropa.de/blog/offener-brief-russischer-wissenschaftler/

Die Verantwortung für die Entfesselung dieses Krieges in Europa liegt allein bei Russland

Wir, russische Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten, protestieren entschlossen gegen die von den Streitkräften unseres Landes auf dem Territorium der Ukraine begonnene Militäroperation. Dieser fatale Schritt wird unendlich viele Menschen das Leben kosten, und er untergräbt die Grundlagen der internationalen Sicherheitsordnung. Die Verantwortung für die Entfesselung dieses Krieges in Europa liegt allein bei Russland.

Es gibt keinerlei rationale Rechtfertigung für diesen Krieg. Der Versuch, die Situation im Donbass als Vorwand für eine Militäroperation zu nutzen, ist vollkommen unglaubwürdig. Es ist absolut offensichtlich, dass die Ukraine keine Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes darstellt. Dies ist kein gerechter Krieg, er ist eindeutig ungerechtfertigt.

Die Ukraine war und ist ein Land, das uns nahe-steht. Viele von uns haben Verwandte, Freunde und wissenschaftliche Kollegen in der Ukraine. Unsere Väter, Großväter und Urgroßväter haben gemein-sam gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Die von geopolitischen Ambitionen und zusammenphantasierten historischen Weltbildern angetriebene Führung der Russländischen Föderation verrät mit diesem Krieg in zynischer Weise deren Andenken.

Wir respektieren die ukrainische Staatlichkeit, die auf demokratischen Institutionen beruht. Wir haben Verständnis für die Entscheidung unserer Nachbarn, sich nach Europa zu orientieren. Wir sind überzeugt, dass alle Probleme in den Beziehungen zwischen unseren Ländern friedlich gelöst werden können.

Indem Russland diesen Krieg begonnen hat, hat es sich international isoliert, Russland ist seit heute ein Paria-Staat. Das bedeutet, dass wir Wissenschaftler unsere Arbeit nicht mehr wie gewohnt fortführen können, denn wissenschaftliche Forschung ist ohne die umfassende Zusammenarbeit mit Kollegen aus anderen Ländern undenkbar. Die Abschottung Russlands von der Welt führt dazu, dass unser Land einen weiteren kulturellen und technologischen Niedergang erleben wird, ohne Aussicht auf einen Aus-weg. Der Krieg gegen die Ukraine ist ein Schritt in den Abgrund.

Es ist sehr bitter, dass wir erkennen müssen, dass unser Land, das entscheidend zum Sieg über den Nationalsozialismus beigetragen hat, heute einen neuen Krieg auf dem europäischen Kontinent provoziert. Wir fordern ein sofortiges Ende aller gegen die Ukraine gerichteten Militäroperationen. Wir fordern die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität des ukrainischen Staates. Wir fordern Frieden für unsere Länder. Lasst uns Wissenschaft betreiben, nicht Krieg.

Quelle:
https://trv-science.ru/2022/02/we-are-against-war/
Hier findet sich auch die Liste der aktuell 2.000 Unterzeichner (Stand, 26.2.2022, 10 Uhr MEZ).

Überraschung in Düsseldorf: Wagenbauer Jacques Tilly hatte mit seinem Team die ganze Nacht gearbeitet und ließ einen eigens angefertigten Karnevalswagen zum Ukraine-Krieg durch Düsseldorf rollen. Seine Botschaft an Wladimir Putin: "Erstick dran!"

Es ist unglaublich, was heute am Rosenmontag in den Karnevals-Hochburgen Köln und Düsseldorf abging. Statt des üblichen „Kamelle Werfens“ demonstrierten Hunderttausende gegen Putins Krieg in der Ukraine.

Es ist begrüßenswert, dass sich so viele verschiede-ne Verbände und Organisationen zu Wort melden. Parteien, deren Politik oft nicht kompatibel ist, sprechen sich vereint gegen Putins Angriffskrieg aus. Nicht nur im Deutschen Bundestag und den Länderparlamenten, sondern auch auf kommunaler Ebene, wie zum Beispiel die demokratischen Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg: „Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU, die Linke und FDP erklären angesichts des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine ihre volle Solidarität mit der Ukraine und ihren Bürgerinnen und Bürgern.

In unserem Bezirk leben viele Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten. Uns eint, dass wir diesen Bruch des Völkerrechts nicht tolerieren und die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen Russlands sowie den Rückzug der russischen Truppen fordern. Wir begrüßen, dass die Landes- und Bundesregierung Maßnahmen ein-geleitet hat, um den Schutzsuchenden zu helfen. Menschen, die vor Krieg und Zerstörung fliehen, sind in Tempelhof-Schöneberg ausdrücklich willkommen!“

Gebannt schaut die Welt jetzt auf die Notfall-Sondersitzung der Vereinten Nationen in New York. Es ist unglaublich, dass der russische Botschafter weiterhin, ohne eine Miene zu verziehen, den Angriffskrieg auf die Ukraine als Notwehr bezeichnet. Vermutlich morgen wird mit einer Abstimmung über eine Resolution gerechnet. Man kann nur hoffen, dass das Signal der UN an Deutlichkeit nichts zu wünschen übriglässt. In der Vollversammlung gibt es keine Möglichkeit, ein Veto einzulegen, so wie es Russland im Sicherheitsrat getan hat.

Selbst die Schweiz, und das will etwas heißen, hat sich den Sanktionen der EU angeschlossen. Der Luftverkehr über Russland ist zum Erliegen gekommen. Der Rubel befindet sich im freien Fall. Die Menschen stehen Schlange an den Geldautomaten, die immer weniger Scheine auswerfen. In fast 70 Städten Russlands fanden Demonstrationen statt. Knapp 6.000 Menschen sollen landesweit festgenommen worden sein. Auch der Sport, der sonst keine Berührungsängste mit Diktatoren hat, stellt sich gegen Russland: IOC, UEFA und FIFA. Die UEFA hat ihren Sponsoringvertrag mit Gasprom beendet.

Will Putin bei dieser Gemengelage wirklich sein Ziel weiterverfolgen und die Ukraine „entnazifizieren“ und die „drogenabhängige“ Staatsführung beseitigen? Was glaubt er eigentlich, was passiert, wenn Präsident Selenskyj auch nur ein Haar gekrümmt werden würde? Die Sanktionsmaschinerie hat Fahrt aufgenommen, aber noch nicht den vollen Speed erreicht. Immer mehr Russen merken, dass sich Putins Krieg vor allem auch gegen ihre Interessen richten.

Die Angaben über Tote auf beiden Seiten lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Inzwischen sind aber ein paar Tausend Opfer unter russischen und ukrainischen Soldaten zu beklagen und auch unter der ukrainischen Zivilbevölkerung.

Bemerkenswert ist die Bereitschaft der Nachbarstaaten Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, vor allem auch Polen und Ungarn, die sich sonst in Flüchtlings-fragen sehr bedeckt halten. Die freie Welt steht gegen Russland, bedauerlich, dass sich Indien im Sicherheitsrat enthalten hat.

An der belarussischen Grenze haben Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine begonnen. Putin sollte das zum Anlass nehmen, seinen Vormarsch zu beenden.

Ich bin kein Freund von „Brennpunkten“ und „Spezi-als“, in denen all das noch einmal wiederholt wird, was in den Nachrichten schon gemeldet wurde. Es ist ausreichend, wenn uns phoenix durchgehend informiert. Angenehm wäre es auch, dann und wann andere als Norbert Röttgen und Robin Alexander ständig zu Wort kommen zu lassen. Das ist das Gegenteil von Meinungsvielfalt. Und dem ZDF-Moderator Andreas Klinner sollte mal jemand sagen, dass das UN-Gebäude am East River und nicht am Hudson River liegt.

Ed Koch

  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.