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Beiträge: Personalkonzept für die Maßnahmen zum Kinderschutz

geschrieben von: Redaktion am 05.08.2007, 15:17 Uhr
paperpress547 
Kleine Anfrage der Abgeordneten Emine Demirbüken-Wegner (CDU)
zum Thema Kinderschutz
1. Wie werden in Berlin die Maßnahmen zum Kinderschutz gemäß § 8 a SGB VIII umgesetzt?

2. Welche organisatorischen und strukturellen Veränderungen werden zur Bildung eines funktionalen Netzwerkes gemäß § 8a SGB VIII erforderlich?

3. Welche finanziellen Rahmenbedingungen werden für die Umsetzung des Auftrages nach § 8a SGB VIII geschaffen, und wie verteilen sich die Kosten auf öffentliche und freie Träger?

Zu 1. - 3.: Der Senat hat im Februar 2007 das Konzept für ein "Netzwerk Kinderschutz" beschlossen mit dem Ziel, den Schutz von Kindern vor Vernachlässigung zu verbessern. Zentrale Grundlage des entwickelten Konzeptes "Netzwerk Kinderschutz" ist die qualifizierte Wahrnehmung des Kernauftrages Kinderschutz nach § 8a SGB VII sowohl bei den Jugend- und Gesundheitsämtern als auch bei freien Trägem der Jugendhilfe.

Die Umsetzung dieses Prozesses erfolgt im Rahmen einer Projektorganisation mit einer Lenkungsgruppe auf Staatssekretärsebene und einer Projektgruppe, in der die Verwaltungen, Bezirke sowie freie und öffentliche Institutionen und Träger des Jugend- und des Gesundheitsbereichs mitwirken.

Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat bereits zu Beginn des Jahres mit Rundschreiben die "Empfehlungen zur Umsetzung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII" herausgegeben. Die berlineinheitlichen Indikatoren/Risikofaktoren zur Erkennung und Einschätzung von Gefährdungssituationen sind Bestandteil dieser Empfehlungen und dienen dem Ziel, dass alle Handlungsfelder der Jugendhilfe ein einheitliches Verständnis von einer Kindeswohlgefährdung haben sowie aufeinander abgestimmte Verfahrensweisen entwickeln und einhalten.

Seit dem 20.02.2007 sind die Ausführungsvorschriften über die Umsetzung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII bei Kindeswohlgefährdung (AV-Kinderschutz) in Kraft. Als Bestandteil des Konzeptes "Netzwerk Kinderschutz" regeln sie die Aufgabensicherstellung der bezirklichen Jugendämter.

Das betrifft insbesondere:

- die Koordination Kinderschutz mit verbindlicher Erreichbarkeit und einheitlicher Rufnummer in den bezirklichen Jugendämtern
- feste Ansprechpartner zum Kinderschutz in den Regionen
- das Verfahren zur Aufnahme einer Kinderschutzmeldung und der Risikoabschätzung
- Vereinbarungen zur Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Polizei, Schule und Familiengerichten.

Als weiterer wichtiger Teil des Konzeptes wurde am 2. Mai 2007 die Hotline-Kinderschutz in Betrieb genommen.

Mit dem Konzept "Netzwerk Kinderschutz" soll ein soziales Frühwarnsystem mit einem verlässlichen MeIde- und Informationssystem insbesondere zwischen Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Polizei etabliert werden. In den Bereichen Jugend und Gesundheit werden dafür im Haushalt 2007 Mittel in Höhe von 1,1 Mio. Euro eingesetzt. Davon sind 300.000 € für das Modellprojekt "Aufsuchende Elternhilfe" vorgesehen, das durch freie Träger umgesetzt wird.

4. Wie viele erfahrene Fachkräfte nach § 8a SGB VIII stehen hierfür in den einzelnen öffentlichen und den Beratungsstellen freier Träger und den Jugendämtern zur Verfügung, und verteilen sich diese auf die Bezirke bzw. die SoziaIräume?

Zu 4.: Spezielle Erhebungen zu erfahrenen Fachkräften nach § 8a SGB VIII werden nicht durchgeführt und sind auch nicht intendiert, da davon auszugehen ist, dass die Fachkräfte in den Beratungsstellen öffentlicher und freier Träger und insbesondere in den sozialpädagogischen Diensten der Jugendämter diese Aufgaben erfahren und professionell wahrnehmen.

Daten zum Personal der Beratungsstellen in freier Trägerschaft sind der Bundesjugendhilfestatistik Teil III zu entnehmen, die bisher jedoch nur für das Jahr 2002 vorliegt, die Daten für 2006 werden derzeit ausgewertet.

Nach der Erhebung zum Personal der Jugendämter (ohne nachgeordnete Einrichtungen) zum Stichtag 1.01.2007 verfügen die öffentlichen Erziehungs- und Familienberatungsstellen über 135,33 Stellen für sozialpädagogisches, psychologisches und therapeutisches Fachpersonal.

Nach aktuellen Auskünften der Bezirke werden Kinderschutzaufgaben im Umfang von ca. 300 Stellen in den Regionalen Sozialpädagogischen Diensten der Jugendämter wahrgenommen.

Durch den Reformprozess der Einführung und Weiterentwicklung der Sozialraumorientierung in der Berliner Jugendhilfe befinden sich die Jugendämter derzeit in umfassenden Umstrukturierungsprozessen; in einigen sind die Jugendhilfeangebote des Bezirks bereits regionalisiert, andere befinden sich auf dem Weg dorthin. Aussagen zu Zuordnungen einzelner Personen auf die Sozialräume sind daher nicht möglich.

Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung


  
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