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Falsches Zeichen

geschrieben von: Redaktion am 09.05.2022, 07:29 Uhr
paperpress601 
Das sind Bilder, die in diesen Tagen niemand sehen möchte. Von ihnen geht ein falsches Zeichen aus. Dass derzeit niemand die russische Flagge sehen möchte, nicht einmal die der Sowjetunion, die vor 77 Jahren den Krieg in Europa beendete, ist allzu verständlich. Anders verhält es sich mit der ukrainischen Flagge, die inzwischen als Symbol des Wider-stands gegen Putins Angriffs- und Vernichtungskriegt steht. Das Zeigen der Flagge, wenn auch „nur“ an den Gedenkorten, zu verbieten, ist entsetzlich dumm. Dass die Polizei eine Flagge vor dem sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten einrollen musste, ist eine Schande. Genauso schlimm ist es, dass die Regierende Bürgermeisterin in ihrer gewohnt unsouveränen Art das auch noch verteidigte. Wenn Franziska Giffey Fragen nicht passen, ranzt sie schon mal den Fragesteller an, dass sie die Fragestellung „empörend“ findet. Geschehen vor einiger Zeit in der rbb-Abendschau im Interview mit Eva-Maria Lemke.

Die Gedenkveranstaltungen gestern verliefen, ab-gesehen vom Auftauchen einiger Putin-Versteher, problemlos. Heute dürfte es etwas schwieriger wer-den, wenn am Brandenburger Tor der „Rotarmisten-Gedächtnis-Aufzug“ unter der Bezeichnung „Das unsterbliche Regiment“ startet. Putins rechte Rocker-Gang „Nachtwölfe“ werden dabei sein. Bleibt zu hoffen, dass die Polizei bei Verstößen so beherzt eingreift, wie beim Einrollen der ukrainischen Flagge.

Auf dem Roten Platz in Moskau wird Putin heute den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland feiern. Das sei den Veteranen und ihren Angehörigen ge-gönnt, wobei nicht vergessen werden darf, dass Deutschland und Europa nicht allein von russischen Soldaten, sondern vor allem auch ukrainischen und weißrussischen befreit wurde. Putin versucht diesen Sieg allein für sein Land zu vereinnahmen.

Die Zurschaustellung von Waffen und Soldaten ist natürlich ein Ablenkungsmanöver von einem bedrohlichen Zustand, in dem sich Russland aufgrund der internationalen Sanktionen befindet. Das Land steht wirtschaftlich am Abgrund und wird nur noch durch die Energielieferungen am Leben gehalten. Eine Geldquelle, die Woche für Woche weniger sprudelt und bald versiegen wird.

Es wird eine Zeit nach dem Krieg geben, von der sich, trotz der immensen Zerstörungen, die Ukraine schneller und besser erholen wird als Russland. Putin kann heute zwar den Sieg von 1945 feiern, nicht aber den von 2022. Der Versuch, beides auf einen Nenner zu bringen, ist schon jetzt gescheitert. 1941 fand Deutschlands Angriffs- und Vernichtungs-krieg auf die Sowjetunion statt. 1945 hatte sich die Sowjetunion erfolgreich gewehrt und die Rote Armee siegte über Deutschland. Einen nicht unerheblichen Teil dieses Sieges verdankte die Sowjetunion den USA, Großbritannien und Kanada. „Von den USA wurden über 400.000 Jeeps und LKW, 13.000 Lokomotiven und Güterwagen, 90 Frachtschiffe, 4.000 Bomber, 10.000 Jagdflugzeuge und über 7.000 Panzer an ihre sowjetischen Alliierten geliefert. Die Briten und Kanadier lieferten weitere 5.000 Panzer und 7.000 Flugzeuge.“ Und wir diskutieren in Deutschland über die Lieferung von sieben Panzerhaubitzen an die Ukraine? Das ist irre.

Jetzt liefern die USA, Großbritannien und Kanada Waffen an die Ukraine, ohne die Putin heute auch den Sieg über die Ukraine hätte feiern können. Die Ukraine wird den Verteidigungskrieg gegen Putin nicht gewinnen können, aber durch ihre standhafte Gegenwehr auch nicht verlieren. Nur ein Waffenstill-stand ohne Sieger kann diesen Wahnsinn beenden.

Putin wird nicht einmal in der Lage sein, langfristig die eroberten Gebiete halten zu können. Es werden Unruheherde auf Dauer sein. Auch nicht den Sieg über Mariupol kann Putin heute verkünden. Der Widerstand der Soldaten, die sich im Stahlwerk verschanzt haben, mag aussichtslos sein. Ihr Schicksal leider auch. Ergeben sie sich, werden sie verschleppt und vermutlich getötet. Also kämpfen sie weiter. Wenn wir aus unserer Komfortzone das Miterleben und darüber nachdenken, können wir eigentlich nur depressiv werden. Was muss in diesen Männern vorgehen, die noch vor wenigen Wochen eine Lebensplanung vor sich hatten, Familie, Arbeit, Wohlergehen? Und jetzt den Tod vor Augen.

Die Rede von Olaf Scholz gestern Abend strahlt keine Zuversicht für die Ukraine aus. Wasch mit den Pelz, aber mach mich nicht nass.

Ed Koch

  
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