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Kippt die Stimmung?

geschrieben von: Redaktion am 22.05.2022, 07:48 Uhr
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Der Krieg in der Ukraine ist längst zu einem Stell-vertreterkrieg geworden. Ohne die Waffen und die Aufklärungstechnik aus den USA, hätte sich die Ukraine längst ergeben müssen. Zwischen unseren angekündigten und tatsächlichen Waffenlieferungen liegen Welten. Im Juli sollen ein paar Panzer geliefert werden. So lange gilt: Bitte durchhalten.

Militärisch hängt in der Ukraine alles von den USA ab. Deshalb ist es wichtig zu beobachten, wie sich die Stimmung dort entwickelt. Ein Beitrag der Berliner Zeitung vom 20. Mai ist überschrieben mit den Worten: „Neue Haltung zur Ukraine: New York Times klingt plötzlich wie Sahra Wagenknecht.“

Die New York Times ist in den USA das, was Der Tagesspiegel in Berlin gern sein möchte: Ein Leit-medium. Die NYT gilt zudem als „die einflussreichste Zeitung der Welt.“ Das hindert diese nicht daran, auch mal ihre Meinung zu ändern. Noch im März vertrat das Blatt die Ansicht, dass es egal sei, wie lange der Krieg dauern würde. Die Ukraine verdiene Unterstützung. „Die Vereinigten Staaten müssen ihre Nato-Verbündeten anführen, um Wladimir Putin zu zeigen, dass das atlantische Bündnis bereit und in der Lage ist, seinen revanchistischen Ambitionen zu widerstehen“.

Jetzt, Mitte Mai, klingt es etwas anders. US-Präsident Joe Biden wird aufgefordert, „dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Grenzen westlicher Unterstützung aufzuzeigen. Es könne nicht im Interesse Amerikas sein, in einen langwierigen und kostenreichen Krieg mit Russland hineingezogen zu werden.“

Die USA haben gerade ein 40-Milliarden-Dollar-Soforthilfepaket für die Ukraine beschlossen. Avril Haines, die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, warnt, dass der Krieg „eine unvorhersehbarere und potenziell eskalierende Richtung ein-schlagen“ könnte. Die NYT spricht in ihrem Artikel von „außerordentlichen Kosten und ernsten Gefahren“ und verlangt von Präsident Biden „Antworten auf die Frage: Wohin soll das alles führen?“

Die Ziele der USA zu erkennen, werde immer schwieriger, schreibt die Zeitung. „Versuchen die Vereinigten Staaten beispielsweise, zur Beendigung dieses Konflikts beizutragen – und zwar durch eine Regelung, die eine souveräne Ukraine und eine Art von Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ermöglicht? Oder versuchen die Ver-einigten Staaten jetzt, Russland dauerhaft zu schwächen? Hat sich das Ziel der Regierung darauf verlagert, Wladimir Putin zu destabilisieren oder ihn zu stürzen? Beabsichtigen die Vereinigten Staaten, Wladimir Putin als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen?“

Würden diese Fragen nicht klar beantwortet, gefährden die USA den „langfristigen Frieden und die Sicherheit auf dem europäischen Kontinent“. Und weiter: „Das Leid der Ukraine habe die Amerikaner zwar aufgerüttelt, aber die Unterstützung der Bevölkerung für einen Krieg, der weit weg von den US-Küsten stattfinde, werde nicht ewig andauern.“

Die New York Times benennt die nach ihrer Ansicht viel größeren Probleme als die Ukraine, nämlich die „Inflation und die Störungen auf den globalen Lebensmittel- und Energiemärkten.“

Als „gefährliche Annahme“ bezeichnet die Zeitung, die „verblüffenden Erfolge der Ukraine gegen die russische Aggression als Zeichen dafür zu sehen, dass die Ukraine mit ausreichender amerikanischer und europäischer Hilfe kurz davorstehe, Russland auf seine Positionen vor der Invasion zurückzudrängen.“

Die von Russland eroberten Gebiete, Donbass und die Krim, zurückerobern zu wollen, sei „kein realistisches Ziel.“, ist die NYT überzeugt. „Russland, wie angeschlagen und ungeschickt es auch sein mag, ist immer noch in der Lage, der Ukraine unsägliche Zerstörungen zuzufügen, und ist immer noch eine nukleare Supermacht mit einem verärgerten, unbeständigen Despoten, der wenig Neigung zu einer Verhandlungslösung gezeigt hat.“

Die New York Times fordert, dass Selenskyj klar-gemacht werden müsse, „dass es eine Grenze gibt, wie weit die Vereinigten Staaten und die Nato gehen werden, um Russland zu konfrontieren, und Grenzen für die Waffen, das Geld und die politische Unterstützung, die sie aufbringen können“. Als „drama-tischen Kurswechsel der westlichen Mächte“ bezeichnet die Berliner Zeitung die Aussagen in der NYT, die die „ukrainische Verhandlungsposition gegenüber Russland schwächen“ würde. Dennoch verlangt die NYT von der Ukraine eine „realistische Einschätzung ihrer Mittel und der Frage, wie viel Zerstörung sie noch verkraften kann.“ Im Grunde genommen bedeuten die Ratschläge aus New York, dass sich die Ukraine darauf einstellen sollte, zu kapitulieren. Widersteht Joe Biden den Forderungen des US-Leitmediums oder schließt er sich Sahra Wagenknecht an?

Ed Koch
Quelle: Berliner Zeitung

  
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