Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 36 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Es grenzt an Verleumdung

geschrieben von: Redaktion am 24.05.2022, 06:58 Uhr
paperpress601 
Vom letzten Sonntagabend musste man sich erst einmal erholen. Im Tatort liegt am Ende Kommissarin Nina Rubin, dargestellt von Merek Becker, tot am Boden. Warum müssen Abschiede aus Krimiserien so dramatisch enden? Kürzlich erst wurde in der ZDF-Serie „Der Alte“ Kriminalkommissar Tom Kupfer alias Ludwig Blochberger Opfer einer Schussverletzung. Schon der erste Alte, Siegfried Lowitz, wurde nach 100 Folgen aus der Serie geschossen. Sein Nachfolger Rolf Schimpf durfte nach 221 Episoden wenigstens in den verdienten Ruhestand gehen. Nun sehen alle dem für 2023 geplanten Karriereende von Jan-Gregor Kremp entgegen. Wünschen wir ihm ein Ende ohne Schrecken.

Nun, der Übergang zum nächsten Thema, von Fiktion zur Realität, ist ein wenig vermessen. Im Ukraine-Krieg, der vor drei Monaten begann, und bei dem kein Ende in Sicht ist, sterben täglich Menschen. Sie werden von ihren Angreifern erschossen und erschießen ihre Angreifer. Eine Spirale, der schon tausende von Menschen zum Opfer fielen, Soldaten und Zivilisten.

Gerade hatte man am Sonntag den Serien-Tod einer Kriminalkommissarin verdaut, tritt Ex-General und CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter bei Anne Will auf und sagt: „Ich befürchte, dass der Bundeskanzler nicht will, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt.“ Auf die ungläubige Nachfrage von Frau Will, ob sie das wirklich gehört habe, bestätigt Kiesewetter den eben gesagten Satz. Das grenzt doch an Verleumdung, oder ist es wahr?

Michael Roth, dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, blieb mal wieder nur die Rolle übrig, seinen Bundeskanzler und Genossen Olaf Scholz verteidigen zu müssen. Das macht er routinemäßig ohne große Hingabe, denn nach seinem Besuch in der Ukraine, gemeinsam mit der FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack Zimmermann und dem Grünen Anton Hofreiter waren kritischere Töne von ihm zu vernehmen.

„Gerade in diesen Zeiten kann kein Telefonat, keine Videokonferenz die persönliche Begegnung ersetzen.“, sagte Roth in einem Interview mit den Osthessen News am 16. April. Und weiter: „Sie wer-den nur dann eine Chance haben, Menschenleben zu retten, wenn sie sich schützen und verteidigen können. Durch die weitere Verschärfung der eh schon dramatischen Lage benötigen sie nun auch schwere Waffen, um Putin aus einer Position der Wehrhaftigkeit und der Stärke an den Verhandlungstisch bringen und diesen fürchterlichen Krieg beenden zu können.“ Sicherlich ist es richtig und wichtig, dass der Bundeskanzler derzeit Staaten in Afrika und dort stationierte deutsche Truppen besucht.

Währenddessen aber spricht der polnische Präsident Andrzej Duda vor dem ukrainischen Parlament. Es ist bereits Dudas zweiter Besuch in der Ukraine während des Krieges. Scholz hingegen bezeichnete erst die Parlamentsdelegation aus SPD, Grünen und FDP als „Jungs und Mädels“ und sagte letzte Woche in einem RTL-Interview, er gehöre nicht zu jenen, die für ein »kurzes Rein und Raus mit einem Fototermin« nach Kiew reisen würden. Quelle: Der Spiegel

Er nennt zwar keine Namen, kritisiert aber damit pauschal alle, die sich in den letzten drei Monaten aufmachten, um die Ukraine zu besuchen. Die Disharmonien zwischen Präsident Selenskyj und dem deutschen Bundespräsidenten Steinmeier sollten doch inzwischen als ausgeräumt gelten. Einzig Annalena Baerbock rettete durch ihren Besuch das Ansehen der Bundesregierung. Was den Bundespräsidenten und/oder Bundeskanzler betrifft, so sind ihre Verweigerung, in die Ukraine zu reisen, nur noch peinlich.

Scholz will nur in die Ukraine reisen, wenn es „konkrete Dinge“ zu besprechen gibt. Vielleicht könnte er im Gespräch Selenskyj darüber aufklären, was seine Haltung und die der NATO ist. Da gab es Irritationen am Wochenende, als in Vertretung der Verteidigungsministerin ihre Staatssekretärin Siemtje Möller im ZDF behauptete, dass es NATO-Linie sei, keine westlichen Panzermodelle in die Ukraine liefern zu wollen. Bis Juli muss die Ukraine durchhalten, um „schwere Waffen“ aus Deutschland zu bekommen. Während die Ukraine ums Überleben kämpft, verstrickt sich der Westen offenbar in seinen eigenen Lieferketten. ZDF-Moderator Theo Koll sagte dann auch, dass, wenn dieses Vorgehen Verwirrung bei Russland über Waffenlieferungen erzeugen soll, dies gelungen sei.

In den USA wird von der New York Times schon die Frage in den Raum gestellt, was der Westen eigentlich will. Die Ziele seien unklar. Äußerungen wie, es dürfe keinen „Diktatfrieden“ geben, klingen gut, sind aber ohne Wirkung. Letztlich bestimmt derjenige, der einen Krieg gewonnen hat, was von dem angegriffenen Land übrigbleibt. Russland hat den Krieg längst noch nicht verloren und erst recht nicht, seine Ziele aufgegeben.

Ed Koch

  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.