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Was wir tun, ist zu wenig

geschrieben von: Redaktion am 27.05.2022, 16:45 Uhr
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Am frühen Nachmittag endete heute auf dem EU-REF-Campus die G7-Konferenz der Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und Minister. Umwelt- und Naturschutzministerin Steffi Lemke und Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck zogen in einer Pressekonferenz Bilanz. Habeck empfahl den anwesenden Journalisten und den Fernsehzuschauern, das Wochenende damit zu verbringen, die Abschlusserklärung, immerhin 40 Seiten, zu lesen. Ohne Frage, eine interessante Lektüre.

https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/05/20220527-abschlusserklarung-der-g7-klimaschutz-energie-und-umweltminister-setzt-starkes-signal-fur-mehr-klimaschutz-und-ambitionierten-umweltschutz.html

Viel gesprochen wurde von den Zielen, die erreicht werden müssen, im Umweltschutz, beim Artensterben, dem Meeresschutz, und den Maßnahmen beispielsweise gegen die Plastikvermüllung. Das trifft auch auf den Klimaschutz und dem schier unerreichbaren Ziel, die Erderwärmung „einzubremsen“, wie es Robert Habeck nennt, zu. Freimütig bekennt der Politiker der Grünen, dass es „immer eine Erderwärmung“ geben wird. Reparieren sei möglich, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte ungeschehen zu machen, ist nicht möglich.

„Wir reden aus der Defensive heraus“, sagte Habeck. „Was wir tun, ist zu wenig.“ Die Subventionierung fossiler Energien muss enden. Es sei absurd, „mit dem Geld der Gesellschaft“ fossile Energien zu subventionieren. „Die G7 verpflichten sich erstmalig zum Ziel einer überwiegend dekarbonisierten Stromversorgung bis 2035. Sie bekennen sich außerdem erstmalig dazu, ihre Kohleverstromung zu beenden.“

Indonesien nahm an der G7-Konferenz als Gast teil. Das Land hat gegenwärtig den Vorsitz bei den G20, zu denen neben der EU 19 Staaten gehören, darunter die der G7 und (vielleicht noch) Russland. In den Staaten leben knapp zwei Drittel der Weltbevölkerung, die 85 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts bestreiten und drei Viertel des Welthandels (Stand Ende 2016). Sie sind für 80 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.

In der Abschlusserklärung heißt es einleitend, dass von der Konferenz „ein starkes Signal für mehr Klimaschutz mit Blick auf die 1,5 Grad Grenze und Solidarität mit den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern“ ausgehe. „Damit haben die G7 auch die Weichen gestellt, um dringend notwendige Fortschritte im Kreis der G20 und bei der nächsten Weltklimakonferenz COP27 anzustoßen. Die Klima- und Energiekrise, das massenhafte Artenaussterben und die Verschmutzungskrise machen keine Pause und verschärfen sich mit jedem Tag des Zögerns. Lösungen gelingen nur mit internationalen Absprachen und in enger Zusammenarbeit. Dieses starke Signal der Geschlossenheit und das Bekenntnis für mehr Klima- und Umweltschutz ist die Botschaft des zweitägigen G7 Klimaschutz-, Energie und Umweltministertreffens in Berlin.“ Da kann man nur hoffen, dass die Regierungen der Welt diese Signale vernehmen.

Robert Habeck ist nicht jemand, der Trübsal bläst, aber erfrischend ehrlich sagt, was Sache ist. Das gelingt ja nicht jedem Mitglied unserer Bundesregierung. Es ist tief frustrierend gesagt zu bekommen, dass die jetzt in Angriff genommenen Maßnahmen viel früher hätten begonnen werden müssen. Jeder hat gewusst, wie es um unseren Planeten steht. Sage niemand, dass Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft nicht schon seit Jahrzehnten warnen. Was ist das für ein Armutszeugnis von uns allen, dass erst Kinder und Jugendliche, anstatt freitags zur Schule zu gehen, lieber darauf aufmerk-sam machen, ob sich ihr Schulabschluss überhaupt noch lohne in dieser untergehenden Welt.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke sagte nach der Konferenz: „Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause. Trotz des fürchterlichen Kriegs Russlands gegen die Ukraine, trotz der Pandemie und Diskussionen über Energiesicherheit, setzt die Staatengemeinschaft ein starkes Signal für mehr Um-welt- und Naturschutz. Es ist kein verzagtes Weiter-so, sondern ein mutiges Jetzt-erst-recht.“ Haben wir mit Lemke und Habeck jetzt endlich die Minister, die wir seit Jahrzehnten gebraucht hätten?

Ed Koch

  
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