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Unbegreifliche Naivität

geschrieben von: Redaktion am 25.06.2022, 09:01 Uhr
paperpress602 
Wie lange würde es wohl dauern, ehe Franziska Giffey merkt, dass sie nicht mit Donald Trump, sondern dem Kabarettisten Max Giermann telefoniert? Ein Double des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko hat es immerhin auf eine halbe Stunde geschafft.


Am Freitagabend telefonierte die Regierende Bürgermeisterin mit ihrem Amtskollegen in Kiew, dachte sie. Telefonate kommen normaler Weise über die Büros der betreffenden Personen zustande. Die Nummern sind im Display ersichtlich und wenn es Zweifel gibt, ist das Rathaus in Kiew zum Glück noch erreichbar. Man hätte also vorher nachfragen können.

„An der Person habe nichts, weder Aussehen und Gestik, darauf schließen lassen, dass es sich nicht um Vitali Klitschko handeln könne“, so Senatssprecherin Frerichs gegenüber der Berliner Morgenpost. „Die Person habe Russisch gesprochen und ihre Aussagen seien übersetzt worden. ‚Darum war mit Rücksicht auf andere Zuhörer im Vorfeld gebeten worden.‘“ Wie bitte? Jeder weiß, dass die Klitschkos perfekt deutsch sprechen. Und wenn sich Vitali, aus welchen Gründen auch immer, in einer anderen Sprache unterhalten möchte, dann mit Sicherheit nicht in Russisch, sondern wohl Ukrainisch. Wie naiv muss man sein, um auf so einen Schwindel hereinzufallen?

Der echte Vitali Klitschko hat dann auch via BILD mitgeteilt: „Liebe Franziska Giffey, ich habe gerade erfahren, dass es bei Ihnen einen Fake-Anruf gab. Jemand hat sich als Vitali Klitschko ausgegeben – ich war es aber nicht.“ Klitschko sagte weiter: „Ich hoffe, dass wir bald über meine offiziellen Kanäle telefonieren können. Ich brauche dann auch keinen Übersetzer …“

Das ist wirklich peinlich. „Zunächst ging es in dem Gespräch um allgemeine Fragen wie den Umgang mit den Geflüchteten aus der Ukraine“, so die Sprecherin des Senats. „Die Person fragte, wie viele Menschen Berlin aufgenommen habe, wie viel Geld die Unterstützung koste, ob die Stadt mit der Herausforderung klarkomme – erwartbare Fragen al-so.“, schreibt die Morgenpost.

Nach etwa 15 Minuten hätten weiteren Fragen des vermeintlichen Kiewer Bürgermeisters die Zuhörer jedoch stutzig gemacht. So habe dieser sich erkundigt, „ob wir in Berlin erlebt hätten, dass sich viele Ukrainer hier Sozialleistungen erschleichen wollten“, so Frerichs. Eine andere Frage habe den Verdacht verdichtet. „Er fragte, ob Berlin darauf einwirken könne, dass ukrainische Männer aus Deutschland in die Heimat zurückkehren könnten, um dort zu kämpfen.“ Dann kam der Höhepunkt: Das letzte Thema sei dann noch auffälliger gewesen: „Er hat gefragt, ob wir Kiew beratend unterstützen könnten, eine Art CSD (Christopher Street Day) auszurichten. Das war angesichts des Krieges schon mehr als seltsam.“ Der Kommentar von Giffey ist unglaublich: „Gehört leider zur Realität, dass der Krieg mit allen Mitteln geführt wird - auch im Netz, um mit digitalen Methoden das Vertrauen zu untergraben und Partner und Verbündeten der Ukraine zu diskreditieren“.

„Deep fakes“ nennt man das, vor denen man sich schützen kann, wenn man vorher alle Telefonleitungen kontrolliert und beim Original nachfragt, bevor man mit dem Double spricht. Zur Erheiterung trägt es natürlich immer bei, wenn Politiker verscheißert werden. Telefonscherze dieser Art mussten schon viele ertragen. Richtig lustig ist, was eine Künstler-gruppe technisch möglich gemacht hat, nämlich dass zwei russische Führungskräfte telefonisch verbunden werden, ohne dass sie sich tatsächlich anrufen wollten. Der Verursache kann zwar nicht in das Telefonat eingreifen, aber zuhören. Reagieren Sie vor allem nicht auf Anrufe mit unterdrückter Nummer.

Ed Koch

  
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