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Hoffnungslos

geschrieben von: Redaktion am 25.07.2022, 06:30 Uhr
paperpress603 
Ist Ihnen aufgefallen, dass gestern kaum noch jemand darüber sprach, dass der russische Angriffs- und Vernichtungskrieg gegen die Ukraine genau vor fünf Monaten begann? Man hat sich dran gewöhnt.


Der frühere amerikanische Präsident Ronald Reagan ist 1983 dafür gescholten worden, die Sowjetunion als „Reich des Bösen“ bezeichnet zu haben. Die Entwicklung danach unter Michail Gorbatschow führte zum Zusammenbruch der Sowjetunion und zur Wiedervereinigung der als Folge des Zweiten Weltkriegs übriggebliebenen Ost- und Westteile Deutschlands. Eine Wiedervereinigung Deutschlands in den Grenzen vor dem Zweiten Weltkrieg konnte es natürlich nicht geben.

Heute ist Russland das „Reich des Bösen“. Der Böse heißt Wladimir Putin, der den Zusammenbruch der Sowjetunion nie verwunden hat. Gern wird dar-über gesprochen, dass Putin nicht Russland sei. Natürlich. Es gibt Millionen von Russen, die den Krieg gegen das Bruderland Ukraine verabscheuen. Getragen werden Putin und seine Mörderbande je-doch von einer immer größer werdenden Zustimmung aus der Bevölkerung. Ein Volksaufstand gegen das Putin-Regime ist nicht in Sicht. Man sieht sich in der Opferrolle. Für viele Russen sind die USA das „Reich der Bösen“, Westeuropa inklusive. Die Sanktionen schweißen die Menschen eher zusammen, als dass sie darüber klagen würden. Die McDonalds-Filialen in Moskau werden jetzt von den Russen selbst betrieben. Man braucht keine Amerikaner, um eine Boulette zu braten. Und auch für Coca-Cola gibt es Ersatz, notfalls mehr Wodka.

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat das bestätigt, was man, trotz gegenteiliger Propaganda-Aussagen aus dem Kreml, ohnehin wusste. Das Ziel, Präsident Wolodymyr Selenskyj, seine demokratisch gewählte Regierung und das Parlament, zu entfernen, hat Moskau nie aufgegeben. Russen und Ukrainer sollen künftig friedlich zusammenleben, unter Putins Dach, versteht sich, so wie die Menschen in Belarus. Russland und die Ukraine hätten ewig in friedlicher Koexistenz nebeneinander leben können, wenn Putin nicht 2014 die Krim annektiert und einen Krieg im Osten der Ukraine begonnen hätte. Über die Frage, wer der Aggressor ist, muss man nicht diskutieren. Das Geschwafel der Putin-Versteher zum Thema NATO-Osterweiterung und eine damit einhergehende Bedrohung Russlands, ist unerträglich.

Die Lage der Ukraine, fünf Monate nach dem Beginn des Krieges, ist hoffnungslos. Ob jemals Weizen den Hafen von Odessa verlassen wird, ist fraglich. Die Tinte unter Verträgen mit Putin ist noch nicht getrocknet, da spuckt er schon aufs Papier.

Lawrow und Putin sind unterwegs, um sich bei befreundeten Schurkenstaaten einzukaufen. Russland hat viel zu bieten: Gas, Öl, Kohle, Weizen, eigenen und erbeuteten. Und es gibt viele Abnehmer, nicht nur Schurkenstaaten. Und auch wir feiern es, dass wieder Gas durch Nord Stream 1 fließt und wir Putins Krieg weiterhin finanzieren können.

Das Gerede von Olaf Scholz, dass „Wir keinen Diktatfrieden akzeptieren werden“ ist schlimmer als das berühmte Pfeifen im Wald. Wer ist denn „Wir“? Wenn überhaupt, wird es einen Diktatfrieden geben, denn Russland wird am Ende den Krieg gewinnen. Dass Putin mit eingezogenem Schwanz aus der Ukraine verschwindet, so wie seine Vorgänger aus Afghanistan oder die USA aus Vietnam, ist eher unwahrscheinlich. Putin zieht das Ding durch. Er hat dazu die Mittel und die Möglichkeiten. Seine eigenen Soldaten sind für ihn nicht mehr als Kanonenfutter. Warum sollte jemand, der Kinder und Senioren ermordet, Empathie für die eigenen Leute haben.

Ist diese Diskussion um den Ringtausch von Panzern mit Polen nicht entwürdigend für Deutschland? Das klappt hinten und vorne nicht. In der jetzigen Situation gilt nur eines, nämlich die Ukraine permanent mit Waffen zu versorgen. Wenn das Land letztlich schon nicht den Krieg wird gewinnen können, so muss dem Gegner maximaler Schaden zugefügt werden. Putins Russland wird zwar geschwächt aus dem Krieg hervorgehen, aber letztlich siegen. An Handelspartnern, die Russland finanzieren, mangelt es nicht. Und auch wir werden noch sehr lange in die Röhre schauen und auf Gas aus Russland hoffen.

Dass Russland den Westen, die „freie Welt“ gegen sich hat, wird er verkraften können, denn der Rest der Welt ist größer an Fläche und Einwohnern. Und wer gehört schon noch zur freien Welt? Die Türkei, dessen Präsident mit den Diktatoren aus Russland und dem Iran auf Fotos posiert? Gehört Indien dazu, oder die afrikanischen Staaten, die ohne den Weizen verhungern würden. Gehört Ungarn dazu, das gern bei Putin einkauft? Nein, die Sache ist hoffnungslos. Am 24. August begehen wir in einer Schweigeminute den halben Jahrestag des Krieges. Das Ende bestimmt allein Putin zu seinen Bedingungen, da kann Herr Scholz erzählen, was er will.

Ed Koch

  
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