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Symbolische Verdunkelung

geschrieben von: Redaktion am 29.07.2022, 07:18 Uhr
paperpress603 
Wir wollen unseren Politikern in diesen Zeiten ja nicht immer wieder vorwerfen, dass sie nichts Vernünftiges tun würden. Sie bemühen sich. Aber, wie wir wissen „Mühe allein reicht nicht!“


Die neueste Idee ist geradezu spektakulär. Rund 200 Gebäude, vom Brandenburger Tor bis zum Roten Rathaus, werden nachts nicht mehr beleuchtet. Die Beleuchtung wird Bauwerk für Bauwerk abgeschaltet, das heißt, die Leitungen werden gekappt. Kosten ca. 40.000 Euro. Einsparungen pro Jahr rund 40.000 Euro. Irgendwann wird sich das sicherlich rechnen. Und wenn man das Licht wieder einschalten möchte, fallen nochmal 40.000 Euro an.

Als „kleinen Schritt“ und einen „symbolischen Akt“ wollen das die Verantwortlichen verstanden wissen. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Straßenbeleuchtung an. Das ist doch eine gute Nachricht, nicht im Dunkeln nach Hause laufen zu müssen. Noch reicht das Tageslicht bis nach 21 Uhr aus, jeden Tag wird es aber ein paar Minuten früher dunkel.

Es gäbe, vor allem in der Berliner Verwaltung, genügend Stromsparpotential. Es müsste bloß einmal danach geforscht werden. Nach einer Tagesspiegel-Umfrage sind 62 Prozent für die Abschaltung der Beleuchtung unserer Wahrzeichen und weitere 15 Prozent sind „offen“ für diesen Plan. OK, dann gehöre ich zu den 33 Prozent, die das für Unsinn halten.

In einem Gedicht von Erich Weinert über Josef Stalin heißt es: „Wenn du die Augen schließt, und jedes Glied und jede Faser deines Leibes ruht - dein Herz bleibt wach; dein Herz wird niemals müd; und auch im tiefsten Schlafe rauscht dein Blut. Ich schau’ aus meinem Fenster in der Nacht; zum nahen Kreml wend ich mein Gesicht. Die Stadt hat alle Augen zugemacht. Und nur im Kreml drüben ist noch Licht.!“ So ist es und so wird es bleiben. Während-dessen werden unsere Symbole der Demokratie, das Schloss Bellevue, das Bundeskanzleramt, der Reichstag, Bundesrat und Preußischer Landtag nachts im Dunkeln versinken, um ein paar Euro Stromkosten zu sparen. Wie lange hätte man die Kosten dafür aufbringen können, wenn den CSU-Abgeordneten ihre Masken-Provisionen abgenommen worden wären?

Putin muss doch aus dem fröhlichen Feiern im Tag und Nacht beleuchteten Kreml nicht mehr herauskommen. Er hat es geschafft, dass Berlin, die bis-lang leuchtende Metropole, sogar aus dem Weltall sichtbar, nun im Dunkeln liegt.

Fritz Backhaus, Abteilungsdirektor Sammlungen des Deutschen Historischen Museums Berlin, äußerte in der rbb24-Abendschau seine Sorgen. Im Schutze der Dunkelheit hätten es Graffiti-Schmierer leichter, die Fassaden zu besprayen. Und da es in dieser Stadt ein hohes Potenzial an krimineller Energie gibt, ist diese Sorge berechtigt. Backhaus will deshalb die Sicherheit für sein Museum erhöhen, was vermutlich mit Kosten verbunden ist. Aber Kosten-Nutzen-Rechnungen aufzumachen, ist nicht die Kernkompetenz der Politik.

Ich habe nichts gegen Karl Lauterbach und Robert Habeck. Zunehmend machen mir die beiden aber Angst, denn immer, wenn sie auf dem Bild-schirm erscheinen, gibt es schlechte Nachrichten. Die Corona-Sommer-Welle tobt sich weiter aus und wird nahtlos in die Herbst- und Winterwelle übergehen. Die Einschläge erfolgen verstärkt auch im persönlichen Umfeld. Auch meinen „Lieblings-Griechen“ hatte es erwischt. Ende Januar hatte Corona meine Wohnungstür für eine Woche von außen verschlossen, im April gabs die vierte Impfung, was nicht vor einer Neuinfektion schützt, aber vielleicht den Ver-lauf erträglicher macht.

Mehrere Hundert Euro sollen wir zurücklegen, wenn im Oktober die Gasumlage greift. Das wird nicht jedem gelingen. Natürlich betrifft das auf den ersten Blick „nur“ die Gasverbraucher. Auch wer in seiner Wohnung alles mit Strom betreibt, das Haus aber mit Gas beheizt wird, entkommt dem nicht. Nicht der Gasanbieter, sondern der Hauseigentümer wird sich melden.

Nutzen Sie also die letzten warmen Tage, am Wochenende zwischen 24 und 28 Grad. Wie sagt Ingo Zamperoni am Ende der tagesthemen so aufmunternd: „Bleiben Sie zuversichtlich!“

Ed Koch

  
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