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Wien, Wien nur Du allein

geschrieben von: Redaktion am 19.08.2022, 13:41 Uhr
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Da waren wir mit dem 1. Vorsitzenden des Freundeskreises europäischer Jugendorchester e.V., Dr. Willi Steul, ohne Diskussion schnell einer Meinung, dass uns das Konzert der Angelika Prokopp Sommerakademie der Wiener Philharmoniker einen wunderschönen Abend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt beschert hatte.


Erstmals stellte sich in diesem Jahr die Sommerakademie der Wiener Philharmoniker bei Young Euro Classic vor. Es war auch die erste Auslandsreise des Orchesters. Die Musikerinnen und Musiker wurden ausschließlich von Mitgliedern der traditionsreichen Wiener Philharmoniker gecoacht. Die jungen Künstlerinnen und Künstler gereichten dem weltweit bekannten Orchester zur Ehre.

Auch das Programm klang wie eine Verbeugung vor der alten Habsburger Monarchie, in der so viele Nationalitäten und musikalische Stile aufeinander trafen. Den Anfang machte ein Werk aus Ungarn, die Tänze aus Galánta, in denen Zoltán Kodály seinen Kindheitserinnerungen an eine berühmte Volksmusikkapelle ein farbenprächtiges musikalisches Denkmal gesetzt hat.

Danach folgt als „Klassiker“ jene quirlige Sinfonia concertante für vier Solisten und Orchester, mit der Joseph Haydn 1792 die Londoner Ohren verwöhnte.

TomᨠHanus stand am Dirigentenpult, die vier Solisten waren Robert Amadeo Sanders (Violine), Benedikt Sinko (Violoncello), Katharina Kratochwil (Oboe) und Traian-Petroniu Sturza (Fagott).

Zum krönenden Abschluss ihres Konzerts spielten die jungen Musikerinnen und Musiker mit der Symphonie Nr. 8 von Antonin Dvořák ein Werk, dessen Zauber auch ohne besondere Erklärung zu wirken vermag. Jeder Ton scheint genau bedacht und trotzdem von Herzen kommend. Nur knapp drei Monate benötigte der Komponist im Herbst 1892 für die Niederschrift der Partitur; die Aufnahme in die Böhmische Akademie für Wissenschaft, Literatur und Kunst mag ihm ein besonderer Anreiz gewesen sein, sein Können und seine Erfahrung in die Waag-schale zu werfen. Dabei gab der weltweite Erfolg dem Komponisten Mut zu ungewöhnlichen formalen Ideen: So beginnt das Werk mit einer dunklen Molleinleitung, um im anschließenden Dur umso heller zu erstrahlen. Böhmisches Melodiengut wird zwanglos in die Musik eingeflochten, wie etwa im tief berührenden Adagio oder im folgenden Scherzo. Und auch im Variationensatz des Finales findet der Komponist noch einmal mit traumwandlerischer Sicherheit die rechte Balance zwischen Poesie, Heiterkeit und tieferer Bedeutung. So beschreibt Michael Horst das Werk im Programmheft.

Auf die Krone gab es dann aber noch ein Krönchen. Eine Zugabe: Dvořáks Slawischen Tanz Nr. 15. Was sollen wir lange das Werk beschreiben. Wenn Sie heute gute Laune haben möchten, hören Sie einfach rein:

https://www.youtube.com/watch?v=Cy0WpksdBB4

Seit über zehn Jahren fördert die Angelika Pro-kopp Sommerakademie der Wiener Philharmoniker die Ausbildung des Orchesternachwuchses. Die Probenphase findet jeweils parallel zu den Salzburger Festspielen statt. Ein wichtiges Ziel der Sommerakademie ist es, jungen Musikerinnen und Musikern einen Einblick in Traditionen des Orchesterspiels, wie sie von den Wiener Philharmonikern gepflegt werden, zu geben.

Das Repertoire legt daher einen starken Schwer-punkt auf in Wien komponierte Musik, besonders auf die Werke der Wiener Klassik. Alle Instrumenten-gruppen werden ausschließlich von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker betreut. Dabei bekennt sich
die Sommerakademie zudem zur Förderung des spezifischen Wiener Orchesterinstrumentariums Wiener Oboe, Wiener Horn und Wiener Pauken. Getragen wird die Sommerakademie von der 1999 gegründeten Angelika Prokopp-Privatstiftung, die sich die Förderung von Kunst und Kultur zur Aufgabe gemacht hat und an die langjährige Direktorin der in Österreich sehr populären „Klassenlotterie Prokopp“ erinnert.

Möglich gemacht, auch das soll nicht unerwähnt bleiben, haben den Konzertabend am 18. August die Volksbanken Raiffeisenbanken. In einem Grußwort erklärt der Partner des Konzerts: „Beim Festival Young Euro Classic dürfen wir in der Welt der Musik miterleben, mit wie viel Leidenschaft und Gestaltungskraft die junge Generation die Herausforderungen unserer Zeit annimmt. Auch die Volksbanken Raiffeisenbanken bringen die notwendige Veränderungsbereitschaft auf, um die Herausforderungen im Bankgeschäft zu meistern. Daher unter-stützen wir aus Überzeugung Young Euro Classic sehr gern. Füreinander. Für Morgen.“

Begeistert vom Konzert waren auch die Mitglieder des Orquesta Nacional Juvenil de Uruguay-Sodre, die heute Abend auftreten. Sie hatten Platz genommen auf dem Rang direkt über der Bühne und applaudierten ihren österreichischen Freunden.

Der tschechische Dirigent TomᨠHanus, 1970 in Brno geboren, gab 2001 sein Debüt am Nationaltheater Prag mit Smetanas Oper Die Teufelswand. 2005 leitete er die Wiederaufnahme von Katja Kabanova an der Finnischen Nationaloper, ab 2007 war er für zwei Spielzeiten Musikalischer Direktor des Nationaltheaters Brünn. Seitdem führten ihn Gastengagements u.a. an die Opernhäuser von Paris, Basel, Dresden, Berlin und Lyon. Dabei machte sich Hanus vor allem einen Namen als Dirigent von Janácek-Opern wie Jenufa, Die Sache Makropoulos und Aus einem Totenhaus.

Zudem dirigierte er Konzerte mit Orchestern wie dem Bayerischen Staatsorchester, dem Ensemble intercontemporain, dem Orchester des Teatro Real in Madrid, der Camerata Salzburg und dem BBC Symphony Orchestra. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Hanus Music Director der Welsh National Opera, wo er zuletzt Neuproduktionen von Rossinis Barbiere di Siviglia, Bizets Carmen, Strauss’ Der Rosenkavalier und Mussorgskys Chowanschtschina leitete

Quelle: YEC – Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch






  
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