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Bauen Ja! Aber nicht vor meiner Haustür!

geschrieben von: Redaktion am 19.08.2022, 15:04 Uhr
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Im Südosten Berlins, in Altglienicke am Hasso- und Nelkenweg, steht nach elf Monaten Bauzeit der Rohbau für die ersten 105 von insgesamt 245 neuen bezahlbaren Wohnungen. Rund 50 Prozent der Wohnungen werden in den ersten Jahren von Ge-flüchteten bewohnt. Rund ein Drittel aller Wohnungen werden durch das Land Berlin gefördert und an Inhaber eines Wohnberechtigungsscheins ab 6,50 Euro nettokalt pro Quadratmeter/Monat vermietet.

Einerseits werden Geflüchtete, wie aktuell aus der Ukraine, herzlich in Berlin willkommen geheißen, wenn es allerdings darum geht, ihnen Wohnungen zu geben und sie plötzlich Nachbarn sind, dann sinkt bei einigen die Laune. Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) kann ein Lied davon singen. Für ihn darf es keinen Unterschied geben. Wer eine Wohnung sucht, soll eine bekommen. Einerseits würden sich Bürger bei ihm beschweren, dass sie keine Wohnung bekommen, andererseits beschweren sie sich, dass alles zugebaut wird. „Wir bauen nicht für Leerstand“, sagte der Bürgermeister beim Richtfest für die neue Wohnanlage, die im Sommer 2023 bezugsfertig sein soll. Proteste begleiteten das Projekt seit 2015. Vor allem Eigenheimbesitzer haben wenig Verständnis dafür, wenn ihnen die freie Sicht aufs Mittelmeer genommen wird.

Berlin biete einen sicheren Hafen für Menschen, die eine neue Perspektive für sich suchen, sagte Staatssekretärin Ülker Ratzewill (SPD) beim Richtkranz-fest. Wenn die neuen Bewohner eingezogen sein werden, hofft Bürgermeister Igel auf Versöhnung. Alle Befürchtungen, die Menschen wegen des Zuzugs von Geflüchteten hatten, sind nicht eingetroffen, so Igel.

An der Richtkranzfeier nahm auch die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) teil. Sie ging bei ihrer Ankunft zuerst auf die Bauarbeiter zu und sagte später, dass sie nur noch an Richtfesten teilnehmen wolle, wenn sie nicht nur Anzugsträger, sondern auch Bauarbeiter sehen würde. Weiter sagte sie. „Mit dem Projekt der STADT UND LAND entstehen auch familienfreundliche Wohnungen für Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt schlechtere Chancen haben. Denn Studien zeigen, dass es beispielsweise Menschen mit nicht-deutschen Nachnamen selbst in vielfältigen Metropolen wie Berlin schwerer haben, eine Wohnung zu finden. Mit Projekten wie diesen zeigen wir, dass wir Wohnraum für alle schaffen, egal wo ihre Wurzeln liegen, und dass Integration gelingt, wenn Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft unter einem Dach wohnen.“

Oliver Igel sagte in seinem Statement: „Treptow-Köpenick ist einer der beliebtesten Bezirke und verzeichnete im vergangenen Jahr den größten Zu-wachs an Einwohnern in Berlin. Daher ist es umso wichtiger, auch im Wohnungsbau Schritt zu halten und das Angebot an bezahlbarem Wohnraum zu verbreitern. Das tut die STADT UND LAND, und dafür bin ich ihr dankbar. Dabei dürfen wir aber nicht stehen bleiben, sondern müssen bei knapper werdenden Bauflächen gemeinsam nach Lösungen suchen, um neue Wohnungsbaupotenziale in unserem Bezirk zu erschließen.“

Die beiden Geschäftsführer der STADT UND LAND sagten: Natascha Klimek: „Gute Wohnbedingungen, soziale Betreuung und ein nachbarschaftliches Miteinander sind Voraussetzungen für eine gelingen-de Integration. Es freut mich sehr zu sehen, wie dieses Neubauvorhaben wächst und bald ein Zuhause für unterschiedliche Bewohnergruppen sein wird. Nach rund elf Monaten Bauzeit befinden wir uns hier nun auf der Zielgeraden zur Fertigstellung. Wir bedanken uns bei den Planerinnen und Planern, den Frauen und Männern vom Bau und beim Bezirk Treptow-Köpenick für die gute Zusammenarbeit.“

Ingo Malter: „Als landeseigenes Unternehmen kommt die STADT UND LAND dem Auftrag des Gesellschafters – des Landes Berlin – nach, neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Seit 2012 sind wir im Bezirk Treptow-Köpenick von 10.173 Wohnungen auf 14.264 Wohnungen gewachsen. Insgesamt wuchs die STADT UND LAND in diesem Zeit-raum von 39.431 Wohnungen auf 50.665 Wohnungen. Unsere aktuellen Planungen sehen vor, unseren Bestand bis 2026 auf über 55.000 Wohnungen zu erweitern. Unserem Typenhaus-Konzept kommt hierbei große Bedeutung zu.“

Gebaut wird auf einem bisher brachliegenden, rund 23.400 m² großen Gelände. Das Neubauvorhaben wurde durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick positiv beschieden. Die Wohnungen verteilen sich auf insgesamt neun Gebäude mit verschiedenen Höhen von drei bis fünf Geschossen. Die neuen Häuser vermitteln zwischen Geschosswohnungsbau im Westen und einer Einfamilienhaussiedlung im Norden bzw. Osten. Die Planungsmodule der STADT UND LAND-Typenhäuser erlauben es, Höhe, Ausdehnung, Ausstattung und Gestaltung an verschiedene städtebauliche Anforderungen und Qualitätsansprüche anzupassen. Außerdem können unterschiedliche Wohnungsgrößen innerhalb des Gebäudes individuell miteinander kombiniert werden.

Auf dem Grundstück entstehen Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Im Außenbereich des neuen Quartiers werden nach Abschluss der Baumaßnahmen Grün- und Freizeitflächen angelegt. Ferner wird es auf dem Grundstück über 200 Fahrradstellplätze, davon 24 für Lastenfahrräder, für die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner geben.

Die Fertigstellung der neuen Wohnungen erfolgt sukzessive ab dem 2. Quartal 2023. Interessierte können sich voraussichtlich im letzten Quartal 2022 auf der Unternehmenswebsite registrieren und wer-den dann pünktlich zum Vermietungsstart informiert. Die Gesamtfertigstellung inkl. Außenanlagen ist zum zweiten Quartal 2024 geplant.

Anmerkungen

Planziele vorzugeben, ist m.E. nie eine gute Idee. Das ist grandios in der DDR-Planwirtschaft gescheitert. Warum sagt man, dass 20.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden sollen, 400.000 in ganz Deutschland? Ständig werden die Verantwortlichen an diese Zahlen erinnert und genüsslich, wie viele Medien nun mal ihren Job verrichten, erregen sie sich darüber, dass zu wenig Baugenehmigungen erteilt werden. Sage niemand, dass nicht gebaut werde. Es wird gebaut, so gut und so viel wie möglich. Das sollte als Aussage reichen.

Die Bauarbeiter sind von allen Festrednern gelobt worden, zu Recht. Warum müssen diese aber schon früh um 9 Uhr Bier trinken? Was auf dem Tisch stand, ist nicht Beck`s Blue Alkoholfrei, sondern Beck`s Bier Original. Und warum mussten sie laut miteinander sprechen, als die Reden gehalten wurden? Wem gutes Benehmen entgegengebracht wird, könnte davon auch ein wenig zurückgeben. Es gab auch Bauarbeiter, die ein Clausthaler Alkoholfrei oder einen Saft in der Hand hielten. Bleibt zu hoffen, dass die Biertrinker nach der Feier nach Haus durften und nicht weitergearbeitet haben.

Ed Koch


  
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