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Wie retten wir das Klima?

geschrieben von: Redaktion am 22.09.2022, 07:05 Uhr
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Der TÜV-Verband veranstaltete am 21. September auf dem EUREF-Campus eine hochkarätig besetzte Nachhaltigkeitskonferenz, unter anderem mit der Bundesbauministerin Klara Geywitz, Staatssekretären, zahlreichen Bundestagsabgeordneten und Experten.


„1,5 Grad: Ist das Klima noch zu retten?“, war der Titel des Eingangsvortrags von Dr. Brigitte Knopf, der Generalsekretärin des Marcator Research Institut on Global Commons and Climate Change. Die Ziele seien gesetzt, so Knopf, es bestehe aber eine „riesige Umsetzungslücke“. „Mit den bisherigen Politikern sind wir aber eher auf dem Weg in eine 2,7 Prozent-Welt.“ Auch in Deutschland ist die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit sehr groß. Schon 2021 verfehlte Deutschland seine Ziele bei Verkehr und Gebäuden, die Industrie lag nur knapp darunter.

Während das Programm für den Gebäudesektor einen substanziellen Beitrag leiste, müsse im Verkehrssektor dringend ein Programm vorgelegt werden, das erheblich über die Sofortprogramme hinausgeht, so Brigitte Knopf. Eine Klimaneutralität bis 2045 erfordert den Ausstieg aus der fossilen Energienutzung. Im Augenblick erleben wir durch den Angriffskrieg auf die Ukraine und damit einhergehender Energieverknappung, eher eine Renaissance der fossilen Energieträger auf unbestimmte Zeit.

Besonders betroffen von den aktuellen Energiepreisen sind die Haushalte mit Gasheizungen. Das Entlastungspaket III soll helfen. Brigitte Knopf fordert eine zielgerechte Entlastung von einkommens-schwachen privaten Haushalten, warnt aber gleich-zeitig, dass mit den Entlastungen der Anreiz zum Energiesparen nicht unterlaufen werden dürfe. Es müsse ein System für Direktzahlungen geschaffen werden.

International bekäme, so Knopf, Deutschland ein Glaubwürdigkeitsproblem beim Klimaschutz, weil der Anstieg des CO2-Preises ausgesetzt werde, was ein schlechtes Signal für den Aufbau des 2. Emissionshandels in Europa sei. Das Verkehrsministerium lege ein Sofortprogramm vor, das nicht den gesetzlichen Anforderungen entspreche. Zusammenfassend sagt Brigitte Knopf in ihrem Vortrag, dass die Ziele gesetzt seien, es aber global und national eine große Umsetzungslücke bestehe. Der Klimaschutz gerate derzeit aus dem Blickfeld, er komme, so Knopf, „unter die parteipolitischen Räder der Ampel-Koalition.“

In einer anschließenden Gesprächsrunde mit Prof. Axel Stepken, dem Präsidenten des TÜV-Verbandes, äußerten sich beide zu den Entlastungs-paketen. Stepken: „Die Entlastungspakete werden nicht ausreichen.“ Knopf: „Die Entlastungspakete sind nicht dazu da, den Klimaschutz zu fördern.“ „Der Staat kann nicht alle Wohlstandsverluste aus-gleichen.“ Das Fazit von Brigitte Knopf: „Wir gehen nicht gut aus der Krise.“

Bundesbauministerin Klara Geywitz beschäftigte sich in ihrem Vortrag unter anderem mit nachhaltigen Baustoffen und brachte dabei das Thema Holz ins Spiel und stellte die Frage, wo das Holz her-kommen soll. Lange Wege, beispielsweise aus Kanada, sind alles andere als umweltfreundlich. Geywitz setzt auf Brandenburg. Es müsse eine Holzbaustrategie entwickelt werden, die sich damit beschäftigt, welche Holzsorten geeignet sind.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung ging es um die Wasserstoffwirtschaft, um nachhaltige Entwicklungsziele und um die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten.

Die Bundestagsabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak (CDU) (3.v.l.), Hagen Reinhold (FDP) (l.) und Timo Schisanowski (SPD) beschäftigten sich mit dem Thema „Nachhaltiges Bauen und Wohnen.“ Rechts im Bild die Moderatorin Patricia Pantel.

Luczak forderte, mehr Forschung für die Baustoffe. Die Fertigungsprozesse müssen durchgängig digitalisiert werden. Weiter forderte er eine kluge Deregulierung, Einsparung von Ressourcen und eine Technologieoffenheit. Auch Reinhold forderte Veränderungen in der Zukunft des Bauens und den Einsatz neuer Materialien. Schisanowski sieht „gigantische Herausforderungen“ auf uns zukommen.

Bleibt zu hoffen, dass die Politik in der Lage ist, mit diesen Herausforderungen umzugehen und, dass sie auf die Experten aus der Wissenschaft hört. Es gibt viel zu tun, um die Prognose von Brigitte Knopf zu widerlegen, und vielleicht doch noch gut aus der Krise zu kommen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Patricia Pantel vom rbb, die sich eine heitere Anspielung auf ihre Namensvetterin und Ex-Intendantin nicht verkneifen konnte. Pantel verstand es, sehr empathisch, über die düsteren Aussichten einen Hoffnungsschimmer zu legen.

Ed Koch





  
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