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Eine Friedenauer Institution

geschrieben von: Redaktion am 25.09.2022, 08:14 Uhr
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Die PSD-Bank Berlin-Brandenburg ist in jeder Hinsicht einmalig. Das fängt schon damit an, dass es nur einen Standort und keine weiteren Filialen gibt oder jemals gab. Das ebenso gewaltige wie schöne Gebäude liegt am Renée-Sintenis-Platz in Friedenau. Im April 1967 wurde der ehemalige Wilmersdorfer Platz nach der Bildhauerin Réene Sintenis (1988-1965) benannt. Der Künstlerin, deren Schaffen bei den Nazis als „entartet“ galt, was heutzutage einer Auszeichnung gleichkommt, verdanken wir die Berlinale Bären, die seit 1951 bei den Filmfestspielen vergeben werden. Eine größere Skulptur des Bären begrüßt seit 1957 am ehemaligen Grenzübergang Dreilinden zurück-kehrende Einheimische und Gäste Berlins.

Auf dem Grundstück, das sich von der Handjerystraße über den Platz erstreckt, sollte eigentlich das Rathaus Friedenau entstehen. Die Gemeindeverwaltung entschied sich jedoch, das Rathaus am Marktplatz, dem heutigen Breslauer Platz, zu errichten, wo es noch heute steht, aber nicht mehr als Rathaus genutzt wird. Die Aufgabe des Rathauses als Verwaltungssitz, angeblich aus finanziellen Gründen, gehört zu den schwersten Fehlern des Bezirksamtes Tempel-hof-Schöneberg, weil als Ersatz andernorts für viel Geld Räume angemietet werden mussten und müssen.

1916 wurde das Rathaus fertiggestellt, das Gebäude am Wilmersdorfer Platz, das inzwischen der Post gehörte, wurde zwei Jahre später, 1918, eingeweiht. Wie in vielen anderen Stadtteilen, so auch in Friedenau, trennt sich die Post von ihrer Filiale, ab Juni 2019 konnte man hier keine Briefmarken mehr kaufen. Übriggeblieben sind zwei Brief-kästen vor der Tür. Im Seitenflügel des Gebäudes in der Handjerystraße residierte schon die PSD Bank, die 2015 das Haus kaufte. Die alte Schalterhalle der Post wurde zu einem modernen Beratungszentrum umgebaut und am 24. September feierlich eröffnet. Offizieller Anlass war das 150-jährige Bestehen der Bank, über dessen Geschichte wir am Ende dieses Beitrages informieren. Für den Autor dieses Beitrages, der bis 1970 wenige Straßen entfernt wohnte, war es sein erstes Postamt, indem er nicht nur Briefmarken kaufte, sondern auch seine Geldgeschäfte persönlich und nicht online abwickelte. Damals holte man sich sein Geld, so man ein Konto bei der Post hatte, eben dort ab.

Die PSD Bank hatte noch versucht, den Postservice im Gebäude zu erhalten und sogar angeboten, die Mitarbeiter zu übernehmen. Das lehnte die Post ab, worüber sich nicht nur die Anwohner empörten.

Die ehemalige Schalterhalle der Post ist jetzt ein modern eingerichtetes Beratungszentrum mit einer gemütlichen Bücherecke und einem Café der Berliner Kaffeerösterei. Viele verschiedene Kaffeesorten und leckerer Kuchen erwarteten die Besucher, die auch herzlich willkommen sind, wenn sie keine Geldgeschäfte abwickeln möchten.

Die Friedenauer SPD mit ihrem Abgeordneten Orkan Özdemir und dem Vorsitzenden Matthias Geisthardt ließ es sich nicht nehmen, der Vorstandssprecherin der Bank, Grit Westermann, einen Blumenstrauß zum Jubiläum und zur Einweihung des neuen Beratungszentrums zu überreichen.

Im Innenhof des Gebäudes gab es Würstchen vom Grill, Pommes und Eis und für die Kinder eine Hüpfburg.

Zu den Besonderheiten der Bank gehören auch ihre Auszeichnungen. Im Mai 2022 wurde sie bereits zum fünften Male „Beliebteste Regionalbank Deutschlands“. Über 80.000 Bankkunden haben beim großen ¤uro-Bankentest mitgemacht. Der Süddeutsche Verlag zeichnete die PSD Bank Berlin-Brandenburg mit dem Prädikat „Sehr hohe Verbundenheit" aus.

Die Geschichte der PSD-Bank

Die Geschichte begann 1871 mit der Deutschen Reichs-post, die 1872 für ihre Beamten und Angestellten Post-Spar- und Darlehnsvereine gründete. Daraus wurde 1905 der Post-Spar- und Darlehnsverein zu Berlin, der nach der Wiedervereinigung zur Genossenschaftsbank PSD Bank Berlin-Brandenburg eG umgewandelt wurde und sich zu-gleich als Bankinstitut für jedermann öffnete, wobei das Kürzel PSD aus dem früheren Namen Post-Spar- und Darlehnsverein abgeleitet wurde.

Im Jahr 1872 gründete Generalpostmeister Heinrich von Stephan den ersten Post-Spar- und Vorschussverein in Berlin mit 427 Mitgliedern als Bank für das Postpersonal. 1897 gab es bereits 40 Vereine im Reichspostgebiet, von denen der Berliner Verein mit 78 Prozent des Berliner Postpersonals der mitgliederstärkste war.

Auf Anordnung der Alliierten Kommandantur von Berlin mussten 1945 alle Bankgeschäfte eingestellt werden. Die Neugründung fand 1950 gemeinsam mit der Staatsdruckerei Berlin als Spar- und Darlehnsverein der Berliner Post-angehörigen statt. Zeitgleich trat der Verein dem Prüfverband der genossenschaftlichen Bankengruppe der Volks- und Raiffeisenbanken bei und zählte 10.169 Mitglieder.

Im Jahr 1992 wurde der Name in PSD Berlin-Brandenburg geändert, Geschäftsbereich waren die Bundesländer Berlin und Brandenburg. Sieben Jahre später erfolgte die Um-wandlung in eine eingetragene Genossenschaft. Der Name lautet seitdem PSD Bank Berlin-Brandenburg eG. Seit 2004 können Privatkunden aller Berufsgruppen bei der PSD Bank Kunde werden.

2013 wurde das Geschäftsmodell um das Individualgeschäft im Bereich der Immobilienfinanzierung erweitert. Hierzu gehören Baugruppen, Baugenossenschaften sowie juristische Personen/Unternehmen. 2015 erwarb die Bank das denkmalgeschützte Postgebäude in der Handjerystraße in Berlin-Friedenau, in dem sich Firmensitz und Beratungszentrum befinden, und begann damit den Aufbau eines eigenen Immobilienportfolios. Seit 2019 wird darüber hinaus der Auf- und Ausbau von Angeboten für Firmenkunden forciert.

Besonders bemerkenswert ist das soziale Engagement der Band. Im Jahr 2021 unterstützte die Bank gemeinnützige Einrichtungen der Region mit rund 376.000 Euro – darunter die Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herz-zentrum Berlin, den Kinderschutzengel e. V. sowie den Straßenkinder e. V. Finanziert werden die Projekte durch ein Gewinnsparen. Mit 5 Euro im Monat ist man beim Gewinnsparen dabei. Den größten Teil des Betrags spart der Teilnehmende an, der kleinere Teil bildet den Spieleinsatz. Mit diesem werden die Projekte unterstützt und man nimmt an monatlichen Verlosungen teil.

Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch
Quellen: PSD Bank, Friedenau Aktuell, Stadtteilzeitung Schöneberg, Wikipedia

  
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