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KW 42: Eine ganz gewöhnliche Woche 8. Teil

geschrieben von: Redaktion am 21.10.2007, 15:33 Uhr
paperpress549 
Nazivergleiche – Eva Herman im Abseits
Am Donnerstag (18.10.2007) erschien der neue „stern“. Eva Herman auf der Titelsei-te. Ich haber ihre Bücher nicht gelesen, aber mir im Internet die Kerner-Veranstaltung angesehen, an deren Ende Eva Herman gebeten wurde zu gehen, weil die Mitdisku-tanten Senta Berger und Margarethe Schreinemakers es einfach nicht mehr mit ihr aushielten. An Eva Hermans Stelle wäre ich schon von alleine früher gegangen, weil diese Frau Schreinemakers so ziemlich das Unerträglichste ist, was je auf dem Bild-schirm zu sehen und zu hören war, und die Betroffenheitsexpertin Senta Berger gar nicht verstanden hat, was hier eigentlich diskutiert werden sollte. Mario Barth, der Junge aus Mariendorf, hatte erst nach der recht schwierigen Diskussion mit Eva Herman seinen richtigen Auftritt, den er nutzte, um von zu Hause und über seine Frau zu erzählen. Während des Gesprächs zwischen Kerner und Herman, in das sich die anderen beiden Damen immer wieder empört einmischten, glänzte Barth im Wesentlichen durch Schweigen.

Welches Frauen- und Familienbild jemand hat, ist dessen Sache. Es zählt allein die Realität in diesem Land. Deutschland ist nicht gerade das kinderfreundlichste Land, die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein Prozess, der längst noch nicht ab-geschlossen ist, obwohl die Frauen, auch Dank vernünftiger Männer, sehr viel er-reicht haben. Darum geht es aber nicht. Es geht allein um den Punkt, den auch der „stern“ aufgreift, warum immer wieder diese Vergleiche zum Dritten Reich angestellt werden. Eva Herman ist nicht ganz unschuldig daran, dass man sie beim NDR vor die Tür setzte und sie immer wieder missversteht, weil sie sich nicht klar artikuliert. Man kann über Familienpolitik denken, was man will und auch Ansichten vertreten wie man will, darf aber nie irgendeinen Zusammenhang zu Zuständen in der Hitler-diktatur herstellen. Nichts ist vergleichbar mit dem Dritten Reich und nichts ist auch vergleichbar mit der DDR. Auch Nazi-Deutschland und die DDR lassen sich nicht miteinander vergleichen.

Vor allem aber sind Anmerkungen wie, „Es war nicht alles schlecht bei Hitler, oder in der DDR“ völlig unangebracht. Die Frauen im Dritten Reich waren Gebärmaschinen, die dem Führer viele blonde Kinder, möglichst kräftige Knaben und gesunde Mäd-chen schenken sollten. Die Aufgabe der Frau war klar definiert. Daran ist nichts De-mokratisches zu finden. Die Frauen waren de facto nicht gleichberechtigt. Die Kindererziehung in der DDR war keine Fürsorge, sondern Beaufsichtigung. Man wollte die Jugend in eine ganz bestimmte Richtung erziehen, sie möglichst gleichschalten. Staaten, die ihren Bürgern keinen ungehinderten Zugang zu Medien gewähren, die sie nicht in andere Länder reisen lassen, sind es nicht wert für irgendeinen Vergleich herangezogen zu werden.

Ja, es wurden Autobahnen im Dritten Reich gebaut. Aber unter welchen Umständen. Noch nie etwas von Zwangsarbeiter gehört. Und wie viele Autobahnen haben den Krieg unbeschadet überstanden? Wäre Deutschland ohne Hitler heute ein Land, in dem wir uns auf Feldwegen fortbewegen müssten? Was für ein Blödsinn. Das einzig wirklich Gute am Dritten Reich und auch an der DDR ist, dass es diese Staaten nur noch in den Geschichtsbüchern gibt. Bevor man sich einzelne Punkte herauspickt, die man als nicht schlecht bewertet, sollte man sich immer das Ergebnis ansehen. Hitler hat durch seinen Krieg über 60 Millionen Menschen in den Tod getrieben, über 6 Millionen Menschen fabrikmäßig vernichtet, nur weil sie Juden, Sinti und Roma, behindert oder homosexuell waren. An so einem Staat kann man doch nicht gut fin-den, dass es keine Arbeitslosigkeit gegeben hat.

Die DDR hat sich massiv an Menschenrechtsverletzungen beteiligt. Der Prager Früh-ling wurde auch mit deutschen Panzern niedergeschlagen. Die DDR war kein Rechtsstaat. Untergegangen ist sie letztlich, weil die Menschen vom europäischen Kommunismus die Schnauze voll hatten. Hochachtung gebührt allein jenen Bürge-rinnen und Bürgern dieses Staates, die mit dazu beigetragen haben, dass die Mauer eingerissen wurde, und zwar von der Ostseite.

Es mag sein, dass wir alle Eva Herman missverstehen. Sie kämpft gegen Rechts und geht gegen jeden juristisch vor, der sie für seine Zwecke vereinnahmen will. Wer allerdings nicht klar machen kann, wofür er zweifelsfrei steht, muss sich nicht wundern, wenn er ins Abseits gerät.

  
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