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Tag der gewaltfreien Erziehung

geschrieben von: Redaktion am 01.05.2023, 08:51 Uhr
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Angeblich sind unsere Kinder das Wertvollste, was wir haben. Sie sind die Zukunft. Und wenn schon nicht wir Erwachsenen im erforderlichen Maße für die nachfolgenden Generationen sorgen, dann tun es verstärkt die jungen Menschen selbst. Entweder friedlich und freundlich bei „Fridays for Future“-Demonstrationen oder durch Überschreitung von Gesetzen, wie es die „Letzte Generation“ mit fast erschreckender Konsequenz, ohne Rücksicht auf Verluste und unter Einsatz ihrer und anderer Unversehrtheit macht.


Richten wir unser Augenmerk in diesem Bei-trag auf einen anderen als den Klimaaspekt, nämlich auf die „Erziehung“ unserer Kinder. Das Wort „Erziehung“ löst bei vielen Experten, die sich mit dem Wohl von Kindern beschäftigen, schon Unmut aus. So wie Gott angeblich den Menschen nach seinem Vorbild schuf, versuchen die Eltern ihre Kinder ihnen gleich zu formen, im besten Falle unter dem Motto: „Die sollen es ja mal besser haben als wir.“

Um dieses Ziel zu erreichen, wird den Kindern häufig gesagt, wie sie zu funktionieren haben, und wenn sie widerspenstig sind und ihren eigenen kleinen Kopf durchsetzen wollen, kriegen sie im harmlosen Fall eine laute, aber deutliche Ansage, im schlimmsten Fall einen Klaps auf den Hintern, „der ja noch keinem etwas geschadet hat“. Gewalt ist in vielen Familien fester Bestandteil der „Erziehung.“

„Anlässlich des Internationalen Tages der gewaltfreien Erziehung am 30. April fordert Save the Children die weltweite Abschaffung aller Formen der körperlichen Züchtigung bis zum Jahr 2030, um eines der UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. In 134 Ländern sind Kinder noch immer nicht in allen Lebensbereichen gesetzlich ausreichend vor Gewalt geschützt.“ Quelle: Presseportal

Neben den Eltern sind es die Pädagogen in Kindertagesstätten, Horten, Tagespflegeeinrichtungen und Schulen, die sich um die Kindern kümmern und sie auf den Weg in ein selbstbestimmtes Leben begleiten. Gerade in diesen Tagen haben wir von schrecklichen Entgleisungen von Pädagogen gehört, die Kinder in Ferienlagern drangsalierten, siehe „DAK-Studie zu Gewalt an Kindern“.

Es ist also wichtig, dass der 30. April genutzt wird, um auf die Notwendigkeit einer gewalt-freien Erziehung aufmerksam zu machen. Die gemeinnützigen und als Träger der Jugendhilfe anerkannten Bildungsinstitute BilderKraft und Tempelhofer Forum luden am 30. April 2023 zum ersten „Fachtag zur Gewalt-freien Erziehung“ in das Weddinger Veranstaltungszentrum „Silent Green“ ein.

140 Fachleute aus dem Kita-Bereich, der Kindertagespflege und Kita-Fachberatung sowie Elternberatung, darunter auch 20 Prozent Eltern, nahmen an der ganztägigen Veranstaltung teil.

Organisator und Veranstaltungsleiter Birger Holz begrüßte die Anwesenden am Sonntag-morgen. Mit der Veranstaltung, die ohne öffentliche Zuwendungen durchgeführt werden konnte, wurde ein Zeichen gesetzt, denn es war der erste große Berliner Fachtag zur gewaltfreien Erziehung, den es je gab.

Dieser Fachtag soll nun jährlich, immer am 30. April stattfinden. Mit Dozentinnen und Dozenten aus der Erziehungs- und Entwicklungsberatung, Kindheitspädagogik oder Sozialpädagogik.

Die Expertinnen und Experten der Veranstaltung: Dipl.-Sozialpädagogin Anja Cantzler, Fachbuchautorin Inke Hummel, Erziehungsberaterin Denise Nobis, Kindheitspädagogin und Fachbuchautorin Lea Wedewardt, Diplom-Regionalwissenschaftlerin Aida S. de Rodriguez und Kindheitspädagoge Sebastian Lisowski.

Der Fachtag begann mit einem Vortrag von Aida S. de Rodriguez mit der Fragestellung, ob die gewaltfreie Erziehung ein Oxymoron sei, also zwei sich widersprechender Begriffe. „Kinder haben Rechte und begleitende Erwachsene einen Erziehungsauftrag. Zugleich war und ist Erziehung immer wieder Deckmantel für Machtmissbrauch und Misshandlungen. Und auch der Gedanke, dass ein Mensch einem anderen Menschen vorschreiben darf, wie er zu sein hat, nur weil zwischen diesen beiden Menschen ein Altersunterschied besteht, ist in unserer Gesellschaft so tief verankert, dass uns die tiefe Ungerechtigkeit darin oft gar nicht mehr auffällt“, sagt Aida S. de Rodriguez. Sebastian Lisowski wies in seinem Vortrag auf die Vorbildfunktion von Fachkräften hin. Auch Fachkräfte müssen lernen, wie sie sich Kindern gegenüber zu verhalten haben.

In weiteren Fachvorträgen und insgesamt fünf Workshops wurde die gesamte Bandbreite der Thematik vorgetragen und diskutiert. Die Stimmung unter den Teilnehmenden war bis zum Schluss großartig - alle Workshops stießen auf großes Interesse. Am Ende fand noch ein Experten-Talk statt, wo die Teilnehmen-den Fragen stellen konnten. „Was brauchen Eltern, um gewaltfreier zu sein? Was brauchen pädagogische Fachkräfte, um bedürfnis-orientiert und gewaltfrei zu arbeiten?“

Erste Reaktionen der Teilnehmenden nach der Veranstaltung, wie beispielsweise von einem jungen Erzieher und Vater von zwei Jungen: „Es war fantastisch! Viel zu verarbeiten! Aber unfassbar bestärkend! So wertvoll und wichtig!" Eine Bildungswissenschaftlerin und frei-berufliche Referentin schreibt: „Der Tag hat mich heute zutiefst psychisch-emotional bewegt und gerade deswegen bestärkt, Veränderung und Umdenken fortwährend immer weiter anzuregen.“

Eine teilnehmende Kita-Bildungsreferentin und Coach schreibt direkt nach dem Fachtag:
„Gewalt - gewaltfrei - gewaltbewusst - Erziehung - Adultismus - Biografische Selbstreflexion... einige Begrifflichkeiten, welche heute in Vorträgen, Workshops und den meisten Gesprächen dazwischen immer wieder zu hören waren. Begrifflichkeiten, welche heute Abend noch nachwirken. Da sie heute mit neuen Assoziationen und auch Erinnerungen gefüllt wurden. Weil persönliche Geschichten nicht betroffen machen, sondern Mitgefühl erzeugen. Weil klar ist, Gewalt, jeglicher Art, passiert genau in dieser Sekunde, und in der nächsten, und immer wieder. Weil deutlich wurde: das Bewusstsein wächst, doch es ist noch so viel zu tun!“

Eine Erzieherin und Multiplikatorin für Inklusive Pädagogik kommentierte wenige Stunden nach der Veranstaltung bei Instagram: „So Platt und Glück. Tolle Eindrücke. Alles will verarbeitet werden. Danke für diese wunderbaren Kontakte und diese Atmosphäre."

Erstaunlich, dass der „Internationale Tag der gewaltfreien Erziehung“ so wenig Resonanz in den Medien findet, abgesehen von einem Beitrag in der ZDF-Kindersendung „Logo“ und einem kurzen Artikel bei Zeit Online, der von der dpa übernommen wurde. Ein Statement der Senatsbildungsverwaltung oder Aktionen der bezirklichen Jugendämter findet man nicht bei Google.

Zum ersten Berliner Fachtag von BilderKraft und dem Tempelhofer Forum reisten auch Teilnehmer aus München, Hamburg, Wein-heim, Göttingen, Kassel und Brandenburg an.

„Körperliche Züchtigung ist die gewaltsame und erniedrigende Bestrafung von Kindern durch Eltern, Lehrern und Betreuern. Jedes Jahr sterben Tausende von Kindern an den Folgen dieser Form von Gewalt und viele weitere werden schwer verletzt. Viele Arten der körperlichen Bestrafung würden bei Erwachsenen angewandt als Folter gelten. Dazu gehören die Androhung von Gewalt sowie Schläge, Tritte, Schütteln, Verbrennungen sowie der Zwang, in unbequemen Positionen zu verharren.“ Quelle: Presseportal

Kinder sind anstrengend und nervig. Natürlich. Schließlich müssen sie sich erst einmal im Leben zurechtfinden. Sie kommen auf die Welt und wissen nichts. Es dauert sehr lange, ehe sie lernen, wo es langgeht und was richtig und falsch ist. Ein beliebter Begriff ist der der „Grenzen setzen!“ Bis hierher und nicht weiter. Stopp-Schilder muss es geben, um die Kinder vor Unheil zu beschützen, man denke nur an den Klassiker mit der heißen Herdplatte. Die Frage ist nur, wie man das den Kindern vermittelt. „Es ist eben so“ ist kein Argument.

Das Wichtigste bei der Begleitung der Kinder zum Erwachsenwerden, ist, sie zu lieben und als vollwertige Menschen zu akzeptieren. Be-griffe wie „Minderjährig“ und „Volljährig“ gehören in die Mottenkiste. Nur, wer als Kind geliebt wurde, kann diese Zuneigung im späteren Leben weitergeben.

Ed Koch

  
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