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KW 18

geschrieben von: Redaktion am 07.05.2023, 06:51 Uhr
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In der zu Ende gehenden Kalenderwoche mit der laufenden Nummer 18 war mal wieder Barack Obama in Berlin. Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten hat in seinem Land zwar nichts mehr zu melden, aber, er ist nach wie vor beliebt. Nach Europa kam er im Wesentlichen, nicht um Botschaften zu verkünden, sondern um Geld zu verdienen.

Die Pensionszahlungen, die er vom Staat erhält, scheinen für ein auskömmliches Leben nicht auszureichen. Er bekommt jährlich 205.700 US-Dollar. Weitere Leistungen: Übernahme der Krankenversicherung und anderer Behandlungskosten, Staatsbegräbnis, Gelder zur Unterhaltung eines Büros, lebenslanger Personenschutz, dessen Ehepartner und Kinder unter 16 Jahren oder Erstattung von Reise- und Sicherheitskosten in Höhe von bis zu einer Million US-Dollar jährlich (falls der Personenschutz nicht in Anspruch genommen wird).

Ein ehemaliger Bundespräsident erhält 214.000 Euro „Ehrensold“. Zusätzlich hat der Altpräsident Ansprüche auf Beihilfe nach Maßgabe der für Bundesbeamte geltenden Bundesbeihilfeverordnung. Ein Büro, Mitarbeiter, Dienstwagen und Personenschutz gehören natürlich auch dazu. Das gönnen wir allen Ex-Präsidenten.

Bei der Obama-Talk-Show in der Mercedes-Benz-Arena war ich nicht dabei, ich hatte einen anderen Termin, dazu später mehr. Was ich über die Obama-Show gelesen habe, muss es recht banal gewesen sein, abgesehen von den Eintrittsgeldern bis 600 Euro pro Karte.

Wer 2.500 Euro übrig hatte, konnte sich mit Obama fotografieren lassen. Das Foto mit unserem Präsidenten Frank-Walter Steinmeier kostete mich nichts, nur ein Lächeln. „Obamas Programm in Berlin besteht daraus, dass er auf der Bühne sitzt und über dieses und jenes redet. Der Moderator Klaas Heufer-Umlauf stellt zwischendurch Fragen. Obama macht zwischendurch Witze.“, kommentiert die Berliner Zeitung seinen Auftritt. Ein Interview wie es Theo Koll oder Tina Hassel geführt hätte, war es offensichtlich nicht. Wohl eher nach dem Motto: „Bitte sagen Sie mir, was ich Sie fragen soll, es fällt Ihnen leichter zu antworten.“ Wolfgang Neuss nannte diese Form einst ein „Laubsägeinterview.“

Zeitgleich zum Obama-Auftritt, saß ich im Admiralspalast, wo es zwei Eintrittskarten zum Preis der billigsten Obama-Karte gab.

Torsten Sträter stand auf dem Programm. Inhaltlich hatte Sträter genauso wenig zu berichten wie Obama, dazu noch ohne jeglichen politischen Bezug zu irgendetwas. Fast zweieinhalb Stunden, also mehr als doppelt so lange wie Obama, stand Sträter auf der Bühne und holte sich im Sekundentakt einen Lacher nach dem anderen ab. Die kurze Pause nach einer Stunde war dringend notwendig, um sich zu erholen. Ich muss zugeben, in keiner der vorangegangenen 17 Kalenderwochen so viel gelacht zu haben, wie an diesem Abend. Aber worüber eigentlich?

Sträter erzählt aus seinem Leben. Sein Vater muss ein ziemliches Arschloch gewesen sein und sein Sohn ist ein Klugscheißer. Dafür, dass er eigentlich nicht über seinen Sohn sprechen wollte, widmete er ihm einen breiten Raum im Programm. Wie schmerzhaft muss es sein, wenn ein Nierenstein seinen Weg aus der Dunkelheit ans Licht findet. Die Wegbeschreibung schlug voll auf die Lachmuskeln.

Es ist unbeschreiblich, wie dieser Mann das Erzählen von Banalitäten des Alltags zur Kunstform erhoben hat. Er ist ein Meister im Umgang mit der Sprache, wobei er Doppeldeutungen einzelner Wörter herausarbeitet und in Frage stellt.
In der Rubrik „Akte Wichs“ in seiner TV-Show beschäftigte er sich beispielsweise mit Grußformeln: „Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen“ oder „Wir sehen Ihrer Antwort entgegen.“ Einfach mal Googeln. Kleine Hörprobe zum Thema „Nosferatu Spinne.“

https://www.youtube.com/watch?v=mYc9qIWOy4c

Mein Geld war mit dem Ticket für Sträter auf jeden Fall sinnvoller eingesetzt, als wenn ich es Herrn Obama überwiesen hätte.

Es gab in dieser Woche noch eine dritte Persönlichkeit, die nichts Inhaltsschweres zu sagen hat, aber trotzdem redet. Die komplette Zeremonie der Krönung von King Charles III. sah ich mir natürlich gestern nicht an, aber die Zusammenfassung nach der tagesschau. Was für ein Schauspiel. Um solche Ereignisse beneide ich die Briten. Bei der Amtseinführung unseres Präsidenten findet keine Parade statt, niemand steht jubelnd am Straßenrand. Und das Schloss Bellevue hat nicht einmal einen Balkon, auf den die Präsidentenfamilie treten könnte.

Corona hat uns zermürbt, Putins Krieg zermürbt uns weiter, die Flüchtlingskrise spaltet zunehmend unser Land, mein Gott, was ist da gegen eine Krönung zu sagen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass der britische Steuerzahler die Show bezahlen muss und nicht Charles selbst in seine Schatulle greift.

Wer das Krönungs-Konzert heute Abend finanziert, wissen wir nicht. Leider gibt es keinen deutschen Sender, der es überträgt, man kann sich aber bei der BBC kostenlos registrieren lassen: BBC One bzw. BBC-News-Channel bei Google eingeben:

Um 20:00 Uhr startet das Krönungskonzert. Unter anderem werden Katy Perry, Lionel Richie, Tom Jones, Andrea Bocelli, Pianist Lang Lang und Take That – ohne Robbie Williams – auf Schloss Windsor auftreten.

Sie können sich aber auch in der Mediathek die WDR-Mitternachtsspitzen ansehen, die gestern Abend ausgestrahlt wurden:

https://www.wdr.de/programmvorschau/wdrfernsehen/sendung/2023-05-06/21-45/whatson_11099287380527/mitternachtsspitzen.html

Worum geht’s?

Gastgeber Christoph Sieber, Michael Hatzius, Philip Simon, Musiker Tobi Hebbelmann sowie die Gäste Karen Dahmen, Stefan Danziger, Eva Karl-Faltermeier und endlich mal wieder dabei Wilfried Schmickler gestalten die elfte Ausgabe während des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Der FC Bayern München wird nicht zwingend Deutscher Meister im Herrenfußball. Der Freistaat Bayern darf auf die Umwandlung in eine Monarchie hoffen - und dann auf eine Krönung wie die von King Charles III. -, denn auch der Söder-Markus will wegen seiner einzigartigen Atompolitik und seinen kühnen Raumfahrtplänen auf einen Königsthron.

Alle SPD-Anhänger, SPD-Mitglieder und -Wähler verstehen künftig wieder ihre Partei, weil die „Mitternachtsspitzen" durch eine politische Analyse final Klarheit schaffen.

Die ärmeren Kinder in Deutschland müssen sich nicht sorgen, dass ihre Eltern neue finanzielle Zuwendungen zweckentfremdet verwenden, denn es wird keine so genannte Kindergrundsicherung in Höhe von zwölf Milliarden Euro geben.

Ganz Deutschland freut sich auf die Wärmepumpe, denn niemand wird künftig bei deren Installation allein gelassen, sondern zu Hause jeweils von mehreren Gewerken sowie unterschiedlichen Politikerinnen und Politikern vielstimmig beraten.

Die Welt atmet auf, denn all die zaghaften Maß-nahmen, den Klimawandel abzumildern oder zu stoppen, verschonen auch künftig Reiche und Super-reiche, deren Lebenswandel also nach wie vor Trost spendet wie sonst nur Heile-Welt-Fernsehen.

Oder eben die „Mitternachtsspitzen" mit ihren tröstenden Vorträgen über den richtigen Gebrauch des Begriffes „Katastrophe", über den Sinn von deutschen Legenden, die Lautmalerei von Pflanzen, den Reiz proktologischer Untersuchungen oder oder oder Quelle: WDR

Letzte Frage: Treffen sich Hertha und der HSV wie-der in der Relegation?

Ed Koch

  
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