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KW 42: Eine ganz gewöhnliche Woche 5. Teil

geschrieben von: Redaktion am 21.10.2007, 15:48 Uhr
paperpress549 
Sex Sells – oder: im Puff von Schöneberg
Es gibt ja nicht so viele Themen, mit denen Kommunalpolitiker in die Medien kom-men können, dazu noch über mehrere Tage hintereinander. Die Potsdamer Straße und ihre Umgebung in Schöneberg ist bestückt mit Erotik-Shops und Bordellen. Im ehemaligen Wegert-Haus Ecke Kurfürstenstraße gibt es schon einschlägige Angebo-te. Nun soll dort ein Superpuff entstehen. Die Anwohner haben die Schnauze voll und die Politik ist auf ihrer Seite. Am 11. Oktober fand eine Bürgerversammlung statt. Bürgermeister und die Stadträte für Bauen, Quartiersmanagement und Ordnungs-aufgaben sind Vorort und finden sich tags darauf mit klugen Äußerungen in der Presse wieder. Der Bürgermeister macht Versprechungen, hoffentlich bessere als seinerzeit, als er vor laufenden Kameras den Erhalt einer Grundschule ankündigte, deren Schicksal kurz darauf besiegelt wurde.

Die Bezirksverordneten befassten sich natürlich mit dem Thema am Mittwoch (17.10.2007) bei ihrer monatlichen Versammlung. Alle sind dagegen. Kein Großpuff mit 40 Zimmern auf drei Etagen an der Potsdamer Straße. Auch bei der anschlie-ßenden „Afert-Show-Party“ der BVV im Casino des Rathauses Schöneberg wurde das Thema noch heftig diskutiert. Zwei Experten, ein Bordell- und ein Erotikshopbe-sitzer mischten sich unter die Bezirksverordneten und malten düstere Bilder über die Zukunft der Potsdamer Straße, wenn die Pläne verwirklicht würden. Verhältnisse wie früher in Hamburg. Böse Menschen aus nahen und fernen osteuropäischen Ländern hätten schon längst das Sagen in Berlin. Hier ginge es nicht nur um ein Bordell, son-dern um Menschenhandel, Drogen, Zwangsprostitution, Schwerstkriminalität. Ein Szenario, das einem die traditionelle BVV-After-Show-Party-Schmalzstulle kräftig versalzte, was schon eine Leistung ist. Bürgermeister Band erklärte gegenüber der Berliner Morgenpost, dass am 2. November (lt. Tagesspiegel 6.11.) eine Arbeits-gruppe tagen werde, die sich mit dem Problem befassen wird. Selbst die Einrichtung eines Sperrbezirks wollte der Behördenchef nicht mehr ausschließen. Interpretiert man die Äußerungen des Bürgermeisters richtig, wird an der Potsdamer Straße rum-gefickt, was das Zeug hält. Warum soll man mit dem Auto erst irgendwohin fahren, wenn man es nicht gleich in selbigem erledigen kann, egal, ob sich Passanten da-durch belästigt fühlen oder nicht.

Prostitution wird oft als das älteste Gewerbe der Welt bezeichnet. Nicht wegzuden-ken und nicht wegzukriegen. Die Politiker müssen jedoch dafür sorgen, dass die Be-völkerung in den Kiezen von diesen Geschäften nicht belästigt wird. Gewerbefreiheit muss aus vielen Gründen heraus hier ihre Grenzen finden. Wie allerdings das Bezirksamt aus dieser „Nummer“ rauskommen will, bleibt spannend.

  
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