Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 4 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

65ste Antifaschistische Stadtrundfahrt durch Tempelhof

geschrieben von: Redaktion am 27.10.2007, 16:37 Uhr
paperpress549 
Zur 64sten Antifaschistischen Stadtrundfahrt im Frühjahr tauchten vor dem Tempelhofer Parkfriedhof und an anderen Stellen der Rundfahrt ungebetene „Gäste“ auf.
Diese hatten sich (natürlich) nicht für die Rundfahrt angemeldet und wollten auch nicht an ihr teilnehmen. Zu groß wäre wohl die Gefahr gewesen, etwas lernen zu können, das nicht in ihr verblendetes Weltbild passt. Einige Neonazis der NPD postierten sich wie Wegelagerer und schauten einfach nur zu und machten Fotos. Die Polizei hatte Wind davon bekommen und rückte mit Einsatzkräften an. Diese hielten die Neonazis auf Distanz zu den Teilnehmer/innen der Fahrt. Am Samstag, dem 27. Oktober 2007 fand die 65ste Fahrt statt. Die Polizei begleitet erneut die Fahrt, aber von der NPD ließ sich dankenswerter Weise diesmal niemand sehen. Dafür hatten sie im Voraus die Laternen- und Verkehrszeichenmasten vor dem Ausgangspunkt der Fahrt, dem Tempelhofer Parkfriedhof, mit ihren ebenso bunten wie platten Stickern bepflastert. Alle Aufkleber wurden vor Beginn der Fahrt entfernt. Während der Rundfahrt kam es zu keinerlei Belästigungen durch Neonazis.

Und so konnte Ruth Zastrow von der Lichtenrader Geschichtswerkstatt auf dem Evangelischen Friedhof Lichtenrade ungestört davon berichten, was in diesem eher unauffälligen Berliner Ortsteil im so genannten Dritten Reich geschah. Die Geschichtswerkstatt unterstützt seit Jahrzehnten die Antifaschistischen Stadtrundfahrten, die seit 1980 der Paper Press e.V. regelmäßig durchführt.

42 Interessenten hatten sich diesmal angemeldet. Die Gruppe besuchte auch den Erich-Hermann-Platz in Lichtenrade. Erich Hermann wurde, nur 22-jährig, an dieser Stelle von Nazis ermordet.

Fast 50 Punkte im Bezirk Tempelhof, die irgendeine Bedeutung während der Hitler-Diktatur hatten, fanden 1979/1980 Jugendlichen aus dem Jugendclub Bungalow am Mariendorfer Damm heraus und stellten die Antifaschistische Stadtrundfahrt durch ihren Bezirk zusammen. Unterstützt wurden sie damals von zwei Zeitzeugen, die in Mariendorf lebten und das KZ Sachsenhausen überlebten: Emil Ackermann, der vor einigen Jahren verstarb, und Wolfgang Szepansky, der 97-jährig noch heute die Fahrten begleitet. Maßgeblich am Zustandekommen des Projektes war damals, neben anderen Jugendlichen, Uwe Januszewski beteiligt, der als Jugendlicher im Bungalow ganze Veranstaltungsreihen, Ausstellungen, Filmfestivals und Diskussionsrunden zu diesem Thema mit entwickelte, unterstützt und gefördert vom Leiter des Jugendclubs Ed Koch.

Alle 65 Rundfahrten haben Januszewski und Koch seit 1980 vorbereitet, und bei allen 65 Rundfahrten saß Uwe Januszewski im Bus am Mikrofon und berichtete über die einzelnen Stationen. Emil Ackermann und Wolfgang Szepansky erzählten während der Fahrten von ihren eigenen Erlebnissen. Von zwei Ausnahmen abgesehen, hat Wolfgang Szepansky bis heute alle Rundfahrten begleitet. An Ruhestand ist für ihn nicht zu denken. Sein Nahziel ist erst einmal noch mindestens die 70ste Rundfahrt mitzumachen, dann wäre er 100 Jahre alt.

Seit Mitte der achtziger Jahre fördert die Bruno und Else Voigt-Stiftung die Rundfahrten. Ohne die jährliche Zuwendung für zwei Fahrten könnten diese nicht immer wieder kostenlos für die Interessenten angeboten werden. Deshalb gilt dem Vorsitzenden der Stiftung, Klaus-Dieter Schulz, der besondere Dank der inzwischen über 1.300 Teilnehmer/innen. Die nächsten beiden Fahren finden im Frühjahr und Herbst 2008 statt. Termininformationen unter www.gedenkstaettenfahrten.de

Letzte Station der gut dreistündigen Rundfahrt durch den Bezirk ist das Haus Schulenburgring 2 in Neu-Tempelhof am Flughafen. Hier wurde in der Nacht vom 1. zum 2. Mai 1945 die Kapitulationsurkunde für Berlin unterzeichnet. Hausbewohner Joachim Dillinger empfängt seit der ersten Rundfahrt die Teilnehmer/innen vor dem Haus, um ihnen die Geschichte dieses Ortes näher zu bringen.



  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.