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New York Jazz bei YEC

geschrieben von: Redaktion am 07.08.2023, 08:08 Uhr
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Das erste von vier Wochenenden von Young Euro Classic endete am Sonntag, dem 6. August 2023, mit Jazz Made in USA. Wir mussten nicht lange überlegen, um in Anlehnung an die ersten beiden Konzertberichte, eine Steigerung von „frenetisch“ über „euphorisch“ zu einem weiteren Superlativ zu formulieren. Die Antwort lautet: NYO Jazz. Jazz bei Young Euro Clas-sic? Ja, wo denn sonst? Seit vielen Jahren hat der Jazz einen festen Platz im Programm von YEC. Längst sind die altmodischen Schranken zwischen U- (Unterhaltungs-) und E- (Ernster-) Musik verschwunden. Es gibt nur gute oder schlechte Musik beziehungsweise Musik, die einem gefällt oder eben auch nicht.

Da kommt man spätabends mit dem Sound des jungen amerikanischen Jazz-Orchesters im Ohr kaum in den Schlaf, um frühmorgens in der ARD-Infonacht kurz vor sechs Uhr mit eben diesem Sound in einem begeisterten Bericht der rbb-Kulturredaktion geweckt zu werden.

Die unglaublich begabten jungen US-amerikanischen Jazzmusikerinnen und Musiker vom NYO Jazz haben ihr Talent bereits 2018 bei Young Euro Classic eindrucksvoll bewiesen. Unter der Leitung von Sean Jones, einem aus Ohio stammenden Weltklasse-Jazztrompeter, sorgten die 22 jungen Talente, die aus zwölf US-Bundesstaaten kommen, mit neuen Arrangements von Stücken von Carla Bley und Noriko Ueda sowie Big Band-Klassikern von Duke Ellington, Dizzy Gillespie und Roy Hargrove für Furore.

Sean Jones selbst hatte im Auftrag der Carnegie Hall ein neues Werk für die Big Band geschrieben, The 29ers. Das NYO Jazz bringt jedes Jahr die besten Jazz-Teenager der USA zusammen und lässt sie grooven und swingen. Im ersten Teil des Abends zeigte die Big Band, was sie draufhat. Und wie beim Jazz üblich, brillierten immer wieder einzelne Musiker mit ihren Soli und erhielten dafür Applaus. Nicht nur als Musiker, sondern auch als Programmansager hatte jeder Musiker seinen eigenen Auftritt.

Nach der Pause griff Bandleader Sean Jones selbst zum Instrument und begeisterte das Publikum mit seinen Trompetensoli. Gekrönt wurde das Konzert durch die dreifach mit dem Grammy ausgezeichnete Sängerin Dee Dee Bridgewater. Sie ist, fast möchte man meinen natürlich, in Memphis, Tennessee, zur Welt gekommen, das war 1950. Ihre Stimme - mehrere Oktaven umfassend – durchdrang die Big Band souverän. Alle Größen des Jazz wurden fulminant zitiert. Am Ende kam es zu einem furiosen Zusammenspiel mit der Sängerin, dem Bandleader und der Band. Jeder Einzelne konnte mit einem Solo brillieren. Sie verstanden es, das ganze Publikum mitzunehmen. Auch US-Botschafterin Amy Gutmann hielt es nicht auf ihrem Sessel, sie stand auf und tanzte mit. Nicht aufhörende Standing Ovation ließen dieses wunderbare Jazzspektakel erst nach 23.00 Uhr enden, für viele leider viel zu früh.

Das Orchester ist, wie es die USA sind, multiethnisch zusammengesetzt, aber auch die Inklusion wird nicht vergessen. In die Herzen des Publikums spielte sich ein junger im Rollstuhl sitzender Mann am Klavier. Mit welcher Hingabe er seine Hände über die Tasten flitzen ließ, ohne auf ein Notenblatt zu schauen, war grandios.

Das NYO Jazz war nicht zum ersten Mal bei YEC. Der sensationelle Auftritt des NYO Jazz mit der Sängerin Dianne Reeves beim Young Euro Classic-Festival 2018 dürfte vielen noch in bester Erinnerung sein. Dabei war das Ensemble damals gerade erst gegründet worden: Im Sommer 2018 verwirk-lichte die legendäre Carnegie Hall in New York City ihren Plan, erstmals 20 hervorragende junge Jazzmusikerinnen und Musiker von 16 bis 19 Jahren aus den ganzen USA zusammenzubringen, um dar-aus das NYO Jazz zu bilden: das nationale Jazz-Jugendorchester der USA. Einer intensiven zweiwöchigen Probenphase folgt dann jeweils das Konzert in der Carnegie Hall sowie eine anschließende Tour-nee. 2018 gastierte das NYO Jazz außer in Berlin noch in den Niederlanden und Großbritannien, 2019 folgte Asien, wo das Ensemble als erstes Jazz-Orchester überhaupt im National Center of the Performing Arts in Beijing auftrat. Nach dem National Youth Orchestra of the USA (NYO-USA) und dem NYO2, einem weiteren Ableger dieses Jugendorchesters, ist NYO Jazz das dritte Ensemble, das in den letzten Jahren in Verantwortung der Carnegie Hall entstanden ist, um junge, hochtalentierte Musiker auf dem Weg zur Professionalität intensiv zu fördern. Quelle: Alexa Nieschlag

Bevor das NYO Jazz nach Berlin kam, gastierte es in St. Moritz, Amsterdam, bei den BBC Proms in London und beim Rheingau Musik Festival in Wiesbaden. Am 9. August ist es beim Lucerne Festival zu Gast.

Das Konzert am 6. August wurde von Deutschland-funk Kultur aufgezeichnet und wird bundesweit am 10. August, 20:03 Uhr, in der Sendung „Konzert“ gesendet – in der Dlf Audiothek App, über UKW und DAB+.

Nach einer kleinen Pause geht es am Donnerstag, dem 10. August 2023, mit dem Orquesta del Lyceum de La Habana weiter. Auf dem Programm stehen Werke von Richard Egües und Wolfgang Amadeus Mozart. Geboten werden außerdem sechs kubanische Tänze. Leider ist das Konzert aus-verkauft. Es sind eventuell Restkarten an der Abendkasse verfügbar.

Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch
Quellen: YEC-Programminformationen
Vielen Dank für die Zuarbeit an Ortrun Landmann und Marlies Moelders



  
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