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Grüße vom Balkan und aus Rumänien

geschrieben von: Redaktion am 14.08.2023, 08:33 Uhr
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Wenn wir etwas in den Nachrichten über die sechs Nicht-EU-Länder des westlichen Balkans: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien, hören, geht es meistens um Probleme, die diese Staaten untereinander haben. Vor allem zwischen dem Kosovo und Serbien gibt es immer wieder Auseinandersetzungen, die sich an Petitessen entzünden können. Unlängst ging es um einen Konflikt um eine neue Kfz-Kennzeichenverordnung der Regierung des Kosovo, „wonach serbische Autokennzeichen für Städte im Kosovo gegen kosovarische Nummernschilder einzutauschen waren. Es kam zu Straßenblockaden und Schüssen.“
Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik


Auch das Verhältnis der EU zu Serbien ist angespannt. Serbien ist „eines der wenigen Länder Europas, die sich den Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen haben. Die Mehrheit der Serben unterstützt Russlands Krieg in der Ukraine. Viele haben noch traumatische Erinnerungen an die Zeit, als Serbien während des Kosovo-Krieges von der NATO bombardiert wurde und werfen dem Westen Heuchelei und Doppelmoral vor. Serbien will zwar in die EU, fühlt sich Russland aber durch eine gemeinsame Kultur und die christlich-orthodoxe Kirche stark verbunden.“ Quelle: Phoenix

Und wieder einmal wird die politische Dimension von Young Euro Classic als verbindendes Element deutlich. Musik kann zwar Konflikte nicht lösen, aber Menschen zusammenbringen, die allzu oft in ihrer ethnischen Blase verharren. Das Western Balkans Youth Orchestra vereint junge Musikerinnen und Musiker aus der Konfliktregion.
Bei dem Western Balkans Youth Orchestra handelt es sich um ein noch sehr junges Orchester: Erst Ende 2019 wurde es auf Initiative von Desar Sulejmani gegründet, um über ethnische, nationale, religiöse und kulturelle Unterschiede hinweg einen Weg für gemeinsames Musizieren zu finden. Es setzt sich in nahezu gleicher Anzahl aus jungen Musikstudierenden aus den sechs Nicht-EU-Ländern des Westbalkans zusammen.

Bei der Konzertmeisterposition gibt es ein bewusstes Rotationssystem. Der in Deutschland ausgebildete Pianist und Dirigent Sulejmani fungiert als Künstlerischer Leiter des Ensembles. Maßgebliche finanzielle wie logistische Unterstützung erhält es durch verschiedene Rotary Clubs in Deutschland. Seine pädagogisch-künstlerische Arbeit orientiert sich an dem deutschen Orchesterakademie-System, in dem verschiedene Dozenten das Programm mit den jungen Musikern einstudieren. Sein Debüt erlebte das Western Balkans Youth Orchestra pandemiebedingt erst im Herbst 2021 mit drei Konzerten in Pristina, Skopje und Tirana; im vergangenen Jahr war das Orchester erstmals auch bei Young Euro Classic zu erleben. www.wbyo.org

Das Programm am 12. August 2023 versprach, eine besondere Farbe ins diesjährige Programm von YEC zu bringen. Denn wer kennt hierzulande schon Musik vom Balkan, speziell aus Albanien – und dann noch gespielt auf der Langhalslaute Çifteli? Hava Bekte-shi spielte dieses mit nur zwei Saiten bespannte Instrument eindrucksvoll.

Volksmusik für Akkordeon dürfte dem deutschen Publikum genauso wenig geläufig sein. Foto: Nikola Komatina. Um diese beiden Schwerpunkte herum hatte der Dirigent Desar Sulejmani für sein Western Balkans Youth Orchestra Werke ausgewählt, die an Farbigkeit, Temperament und melodischen Einfällen nichts zu wünschen übrigließen: Den An-fang machten die populären Tänze aus Galánta des Ungarn Zoltán Kodály, danach folgte eine Orchestersuite des Armeniers Aram Khachaturjan, die vor allem Highlights aus seinen berühmten Balletten Spartakus und Gajaneh bot. Und zum krönenden Abschluss spielten die jungen Musikerinnen und Mu-siker die Erste Symphonie, den jugendlichen Genie-streich des erst 18-jährigen Dmitri Schostakowitsch. Das Werk darf natürlich nicht missverstanden werden als serbischen Gruß an Russland, wo Schostakowitsch 1906 in Sankt Petersburg zur Welt kam. Denn, wie lautet unser Lieblingsspruch: Kultur gehört nicht auf die Sanktionsliste.

Grüße aus Rumänien

Seien wir mal ehrlich. Woran denken wir bei Rumänien. Zuerst vielleicht an die vielen fleißigen Erntehelfer, die für uns den Spargel stechen. Und wenn wir jemand am liebsten ans Ende der Welt schicken möchten, dann in die Walachei, einer historischen Landschaft im Süden des heutigen Rumäniens. Natürlich sind das alles unsinnige Stigmen. Rumänien ist ein wichtiges NATO-Land und Mitglied der EU und entwickelt sich immer mehr zu einem attraktiven Urlaubsland für Menschen, denen Mallorca inzwischen zu teuer geworden ist.

Eindrucksvoll haben die Rumänen im Dezember 1989 bewiesen, wie ein Tyrannenmord funktioniert, indem sie ihren Peiniger Nicolae Ceaușescu, der sich als „Titan der Titanen“ bezeichnete, standrechtlich hinrichteten.

Am 13. August 2023 war das Nationale Jugendorchester Rumäniens zu Gast bei Young Euro Clas-sic. Rumänien blickt auf eine lange Tradition im Bereich der klassischen Musik zurück. Und auch nach dem politischen Umbruch sind Oper und Konzert, Rundfunkproduktionen und Klassikfestivals ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens geblieben. Davon profitiert auch das Nationale Jugendorchester Rumäniens, 2008 gegründet, das unter Leitung seines Chefdirigenten, des Karajan-Schülers Cristian Mandeal, ein hervorragendes Niveau erreicht hat – wie das Publikum von Young Euro Classic schon mehrfach erleben konnte.

In diesem Jahr stellten sich die rumänischen Musikerinnen und Musiker einer besonderen Herausforderung: Franz Schuberts großer C-Dur-Symphonie mit ihrer reichen Palette an musikalische Farben und Stimmungen. Dazu war ein rumänisches Pianist/innen-Duo, Oxana Corjos und Cris-tian Niculescu im Einsatz, das Francis Poulencs luftiges, an Mozart erinnerndes Doppelkonzert von 1932 aufführte. Und wie gewohnt brachte das rumänische Orchester eine Komposition aus der Heimat mit: Diesmal hatte es das junge Werk „Panica-ndemica” von Alin Chelărescu aus dem Jahr 2021 im Gepäck.

Von den Qualitäten des 2008 gegründeten Nationalen Jugendorchesters Rumäniens konnten sich die Besucher von Young Euro Classic schon mehrfach überzeugen, wie zum Beispiel 2019 beim zwanzigsten Festival (Siehe Foto). Dies liegt vor allem an der glänzenden Aufbauarbeit des erfahrenen Dirigenten Cristian Mandeal, der den jungen Musikern zwischen 18 und 28 nicht nur technisches Knowhow, sondern auch die Begeisterung am Musizieren vermittelt. Inzwischen hat das Jugendorchester darüber hinaus mit anderen renommierten Dirigenten wie Cristian Măcelaru, Michael Sanderling, Lawrence Foster und Kristjan Järvi zusammen-arbeiten können. Bezeichnend für das hohe Niveau ist auch die regelmäßige Einladung zum renommierten George Enescu Festival in Bukarest.

Darüber hinaus stehen bereits Auftritte in Rom, Paris, Brüssel, Wien und Istanbul sowie bei den Festivals in Ravello und Aix-en-Provence zu Buche. Während sich die erste CD-Produktion des Nationalen Jugendorchesters rumänischen Komponisten widmete, bot die zweite CD mit dem Titel Trans-Europa Express Werke von Grieg über Fauré bis zu Tschaikowski und Khatschaturjan.

Textpassagen: YEC
Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch

Heute und morgen macht YEC eine Pause.

Am Mittwoch, dem 16. August, geht es weiter mit dem European Union Youth Orchestra, einem Stammgast beim Festival. Auf dem Programm stehen Werke von James McMillan (Larghetto für Orchester, 2009/2017), Sergej Prokofjew (Konzert für Klavier und Orchester, 1917/1921) und Dmitri Schostakowitsch (Symphonie Nr. 5, 1937).

Bevor am 19. August das Courage in Concert-Festival beginnt, über das wir gestern ausführlich berichteten, sind am 17. August die Ungdomssymfonikerne aus Norwegen im Konzerthaus zu Gast und am 18. August das Jong Metropole Symphonic Jazz Orchestra aus den Niederlanden.

Bei dem Konzert der Norweger dürfte es sehr emotional zugehen. Rolf Gupta stellt seine Komposition „Epitaph – Grabschrift zum Gedenken an die Opfer von Utøya“ in deutscher Erstaufführung vor. Erinnert wird an die Anschläge eines Rechtsextremisten, der 2011 77 Menschen, meist Jugendliche, auf der Ferieninsel Utøya tötete, nachdem ihm zuvor acht Menschen bei einem Bombenanschlag in Oslo zum Opfer fielen. Im zweiten Teil wird Gustavs Mahlers Fünf-te mit dem weltberühmtem Adagietto im vierten Satz zu hören sein.

Alle weiteren Informationen unter
www.young-euro-classic.de





  
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