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La Grande Finale

geschrieben von: Redaktion am 28.08.2023, 09:18 Uhr
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Mit einem fulminanten Auftritt des Orchestre Français des Jeunes und der Verleihung des Europäischen Kompositionspreises an den ukrainischen Komponisten Evgeni Orkin, überreicht vom Berliner Kultursenator Joe Chialo, ging die 24ste Saison von Young Euro Classic am 27. August erfolgreich zu Ende.

Das große Finale begann mit der fünften Symphonie des deutschen Komponisten Karl Amadeus Hartmann (1905-1963). Nicht jedes Werk eines Komponisten, der den Namen Amadeus trägt, muss einem gefallen. Das ging doch etwas zu sehr auf die Ohren. Die Bezeichnung des letzten Satzes der Symphonie lautet „lustig, sehr lebhaft.“ Naja.

Angenehmer war da schon Maurice Ravels (1879-1937) Konzert für Klavier und Orchester. Dass auf einen deutschen ein französischer Komponist folgte, war wohl das Zeichen zum sechzigsten Jubiläum des Élysée-Vertrages. Chefdirigent des Orchesters ist seit 2021 der Däne Michael Schønwandt, der sehr empathisch die jungen Musikerinnen und Musiker durchs Programm klingen ließ. Der französische Pianist Alexandre Tharaud war fantastisch. So agil und temperamentvoll, wie er spielte, kam niemand auf die Idee, dass der gute Mann schon 55 Lenze zählt. Um eine Zugabe ließ er sich nicht lange bitten, bei der Michael Schønwandt im Orchester Platz nahm, um sie sich anzuhören. Grandios, in welcher Geschwindigkeit Tharauds Hände über die Tastatur fegten, und, natürlich, immer den richtigen Ton trafen.

Nach der Pause stand mein Lieblings-Russe, falls man das heute sagen darf, auf dem Programm. Pjotr Iljitsch Tschai-kowski. Zur Aufführung kam seine Vierte Symphonie, bei deren zweiten Satz man regelrecht dahinschmilzt. Eine bewegende und mitreißende Musik, die Tschaikowski 1877/78 schrieb, als er zwischen seiner Gönnerin Nadeschda von Meck und seiner Frau Antonina Iwanowna hin und her gerissen war. Er litt unter der Ehe und nannte seine Symphonie „a mon meilleur ami“ („meinem besten Freund“); womit er Frau von Meck meinte. Toll, was Liebeskummer bewirken kann. Als Zugabe erlebten wir ein weiteres grandioses Werk Tschaikowskis, den „Blumenwalzer“ aus dem „Nussknacker“. Ein schöneres Finale hätte man sich nicht wünschen können.

Im vergangenen Jahr feierte es sein 40-jähriges Bestehen: 1982 wurde das nationale französische Jugendorchester, das Orchestre Français des Jeunes (OFJ), gegründet und hat sich seitdem einen Namen als eines der profilier-testen Jugendorchester Europas gemacht – was das Publikum von Young Euro Classic schon mehrfach bestätigen konnte. Die rund 100 Mitglieder kommen jährlich zu mehreren Arbeitsphasen in der Region Hauts de-France zusammen, wo sie von Dozenten der führenden Orchester Frankreichs unter-richtet werden. Seit 2019 werden außerdem zusätzliche Interpretationskurse für die Musik der klassisch-frühromantischen Epoche (1750-1830) angeboten. In kammermusikalischen Formationen treten die Musikerinnen und Musiker auch in Krankenhäusern, Gefängnissen, Seniorenheimen und anderen sozialen Einrichtungen auf, um zusätzliche Menschen außerhalb des Konzertsaals zu erreichen. Die Sommertournee des OFJ findet dank der großzügigen Unterstützung von Aline Foriel-Destezet statt.

Die Bilanz des Veranstalters

Das weltweit führende Festival für Jugendorchester bot den rund 24.500 Zuschauerinnen und Zuschauern im Konzert-haus Berlin ein mitreißendes Programm: Über dreieinhalb Wochen waren 17 Konzerte und Abende mit Kammermusik, Ballett und Literatur zu erleben, und mit NEXT GENE-RATION kam auch der jüngste Nachwuchs in den Genuss spannender Aufführungen und Veranstaltungen.

Wie sich aktuelles Weltgeschehen in Musik widerspiegelt, dafür steht die mit dem Europäischen Kompositionspreis ausgezeichnete Odessa Rhapsody des ukrainischen Komponisten Evgeni Orkin. Das Youth Symphony Orchestra of Ukraine präsentierte bei Young Euro Classic 2023 deren Deutsche Erstaufführung. Die Dirigentin und Gründerin des Orchesters Oksana Lyniv gab das Werk 2022 bei dem in Deutschland lebenden Komponisten in Auftrag; es zeichnet musikalisch ein Bild der lebhaften und vielfältigen Schwarzmeermetropole, aber auch der Stadt in Krieg und Konflikt. Odessa Rhapsody „nimmt mit auf eine assoziationsreiche und stimmungsvolle musikalische Reise: Das Porträt eines Lebensgefühls,“ so die Jury in ihrer Begründung.

Die vom Regierenden Bürgermeister von Berlin jährlich gestiftete und mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung über-reichte dem Komponisten Evgeni Orkin am letzten Konzertabend des Festivals Berlins Kultursenator Joe Chialo. Den Festakt moderierte Dr. Willi Steul, Mitbegründer von Young Euro Classic und seit Anbeginn Vorsitzender des veranstaltenden Freundeskreises europäischer Jugendorchester e.V.

Das Festival im Festival „Courage in Concert“ präsentierte neben dem Youth Symphony Orchestra of Ukraine mit Jugendorchestern aus Georgien, Usbekistan und Estland auch die „Nachbarn des Krieges“. „In diesen schwierigen Zeiten unsere Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen und Menschen feiern zu können, machte die Woche zu etwas ganz Besonderem. Der Höhepunkt von Young Euro Classic waren für mich die Konzerte. Das anschließende Diskutieren über die Musik ist inspirierend, um neue Ideen zu finden,“ erzählt die Geigerin Triin Veissman aus Estland, Teilnehmerin der Kammermusikakademie, bei der Musikerinnen und Musiker aus der Ukraine, Georgien, Usbekistan und Estland gemeinsam ein Programm erarbeiteten. Mit „Wortwechsel“, einem Abend mit Autoren aus allen vier Ländern, warf „Courage in Concert“ auch ein Licht auf den literarischen Umgang mit Krieg und Konflikt.

„Die 24. Festivalausgabe war so spannend und vielseitig wie selten zuvor.“, sagt Festivalleiterin Dr. Gabriele Minz. „In den regelmäßig ausverkauften Konzerten spiegelt sich der Wunsch des Publikums, sich auch in schwierigen Zeiten von der Qualität und der unverfälschten Emotionalität der jungen Musikerinnen und Musiker anstecken zu las-sen.“

Die Auslastung lag in dieser Saison mit 24.500 Besuche-rinnen und Besuchern bei 93%. „Es war ein Fest, das die Aktualitäten in Politik und Leben zu überspringen schien und doch in seinen Inhalten stets lebendig hielt; es war ein Orchesterfest der musikalischen Jugend aus aller Welt“, so der künstlerische Leiter Prof. Dr. Dieter Rexroth.

Gerade auch die ausverkauften Programme von NEXT GENERATION, dem Kindertag mit Mitmach- und Märchenkonzerten sowie dem Konzert der Deutsch-Französischen Juniorakademie bestätigen das Anliegen von Young Euro Classic, auch mit der jüngsten Generation die Freude an der Musik zu teilen. Die Deutsch-Französische Juniorakademie, die schon zum dritten Mal junge Musikerinnen und Musiker aus Berlin-Neukölln und Pau in Frankreich zusammenbrachte, bestärkte die deutsch-französische Freundschaft gerade im 60. Jubiläumsjahr des Élysée-Vertrags, ebenso wie der Auftritt des Orchestre Français des Jeunes zum Abschluss des Festivals.

Young Euro Classic – Das Festival in Zahlen

Während der 24. Ausgabe von Young Euro Classic zeigten 17 Jugendorchester aus Asien, Nord- und Mittelamerika sowie Europa, ein Kammermusik- und ein Ballettensemble ihr Können auf der Bühne des Konzerthauses Berlin. Mit zwei Orchestern aus den Niederlanden, dem Jong Metro-pole Symphonic Jazz Orchestra und dem Concertgebou-workest YOUNG, sowie dem Tbilisi Youth Orchestra und Youth Symphony Orchestra of Uzbekistan spielten vier Orchester bei ihrem Young Euro Classic-Debüt groß auf.

Insgesamt waren mehr als 1.300 Musikerinnen und Musiker zwischen 14 und 28 Jahren am diesjährigen Festival beteiligt, die von 16 Dirigenten und einer Dirigentin angelei-tet wurden. Fast 30 Länder bzw. Regionen waren vertreten.

Mit großer Freude blicken die Veranstalter auf den Festivalzeitraum im nächsten Jahr – vom 09. bis 25. August 2024 – in dem Young Euro Classic seine 25. Ausgabe feiern wird.

Danksagungen

Für das Vertrauen und die langjährige Unterstützung dankt der Deutsche Freundeskreis europäischer Jugendorchester e.V. dem Konzerthaus Berlin und dem Medienhaus Ströer. Weiterer Dank gilt besonders dem Bund, dem Land Berlin, dem Hauptstadtkulturfonds, Neustart Kultur, der KfW sowie den Volksbanken und Raiffeisenbanken und der GVL, den Medienpartnern, den zahlreichen Unterstützern, Spendern und dem großartigen Young Euro Classic-Publikum. Das Festival im Festival „Courage in Concert“ wurde durch die Lottostiftung Berlin gefördert. Für die Ermöglichung von NEXT GENERATION dankt das Festival dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk und Erasmus+. Außerdem geht ein Dank an den Freunde des Festivals Young Euro Classic e.V.

Freunde, wozu jeder begeisterte Besucher des Festivals, ob im Parkett oder auf den Rängen, zählen sollte, haben sich zusammengefunden und den Verein „Freunde des Festivals young.euro.classic e.V.“ gegründet. Der Verein unterstützt Young Euro Classic und will sich dafür einsetzen, die Zukunft des Festivals zu sichern. Die Freunde des Festivals haben sich auf die Fahne geschrieben, eine starke Gemeinschaft aufzubauen, um sich in bürgerschaftlichem Engagement dafür einzusetzen, dass das beliebte Festival Young Euro Classic fortbestehen kann.

Im Mittelpunkt steht die Förderung zeitgenössischer klassischer Musik sowie die Förderung des kulturellen Austausches – z.B. durch die Finanzierung der Auftragskomposition von Young Euro Classic oder einer Begegnungsaktivität der jungen Musiker, um den interkulturellen Austausch zu fördern.

Freunde des Festivals genießen:

• Bevorzugte und frühzeitige Informationen zum Programm
• Exklusive Begegnungen mit der Künstlerischen Leitung und Gesamtleitung des Festivals
• Die Möglichkeit, vorzeitig Tickets für das Festival zu erwerben

Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 100 Euro. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende können entweder den ermäßigten Beitrag von 60 Euro zahlen oder zwei Jahre eine kostenlose Gastmitgliedschaft erhalten. Helfen Sie mit, dass Young Euro Classic noch mehr Gehör und Resonanz findet – werden Sie Mitglied im Verein Freunde des Festivals young.euro.classic!

Den Aufnahmeantrag finden Sie unter:
https://young-euro-classic.de/freunde/

Angesichts der großen Auswahl fällt es schwer, einen Abend als den schönsten zu bezeichnen. Würde uns aber jemand explizit danach fragen, fiele die Wahl auf das kubanische Orchester mit Sarah Willis am 10. August, dicht gefolgt vom Big-Band-Erlebnis des Jong Metropole Symphonic Jazz Orchestra am 18. August. Die beeindruckendsten Werke aus unserer Sicht: Jeweils die Fünfte von Beethoven und Mahler, die Vierte von Tschaikowski und die Bilder einer Ausstellung von Mussorgski/Ravel.

Bleibt für uns zum Schluss der Dank an das YEC-Team und vor allem der Dank an die hervorragende Medienbetreuung durch Artefakt Kulturkonzepte, namentlich Alexander Flöth und Elisabeth Friedrich.

Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch
Quelle: YEC / Artefakt Kulturkonzepte


  
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