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Die Legende lebt - 70 Jahre Bungalow

geschrieben von: Redaktion am 18.12.2023, 06:29 Uhr
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Jugendfreizeiteinrichtungen hatten früher eine andere gesellschaftliche Bedeutung für die Zielgruppe als heute. Wo stehen jetzt noch 50 Kinder vor der Tür eines Jugendfreizeitheims und warten auf Ein-lass für eine Quizveranstaltung, bei der sie selbst mitmachen können? Das war in den 60er Jahren beim Jugendfreizeitheim Mariendorf in der Kurfürstenstraße ständig der Fall. Heute stehen die Kids zu hunderten vor irgendeinem Fernsehstudio, um sich als Superstar casten zu lassen.

In West-Berlin gab es die großen Häuser der Jugend, wie die Argentinische Allee in Zehlendorf, Anne Frank in Wilmersdorf, die Weiße Rose in Schöneberg, die Lessinghöhe in Neukölln oder den Fuchsbau in Reinickendorf, um nur einige zu nennen, die regelmäßig Tanzveranstaltungen anboten, auf denen die vielen Amateurbands der Stadt Auf-trittsmöglichkeiten fanden. Die Jugendlichen strömten in großer Zahl zu diesen Events. Hier ging man mit Freunden hin und lernte neue kennen.

1953 wuchs am Mariendorfer Damm 123 eine Einrichtung heran, die es knapp zehn Jahre später den großen Häusern richtig zeigte, und das mit einem „Saal“, der gerade mal 60 qm groß war. Hinzu kamen lediglich ein „Bar“- und Flurbereich mit weiteren 40 qm. Am 18. Dezember 1953 wurde das Jugendfreizeitheim Mariendorf II eröffnet. Und der damalige Bezirksbürgermeister drückte in seiner Rede die Hoffnung aus, dass hier die „Jugend in alter Zucht und Sitte“ erzogen werden möge. Was mag er wohl acht Jahre nach Kriegsende und vier Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland damit gemeint haben? Seine Hoffnung wurde nicht erfüllt, ganz im Gegenteil. Dieses Haus hat sich in besonderer Weise um die demokratische und tolerante Erziehung von Kindern und Jugendlichen erfolgreich bemüht.

Schaut man sich Fotos von damals an, dann ging es zumindest bei den Tanzveranstaltungen sehr gesittet zu, vor allem, was die Kleidung anbelangte. Die Jungs im dunklen Anzug mit Krawatte und die Mädels im langen Kleid. Es war schon etwas Besonderes, abends auszugehen.

Anfangs hatte sich auch eine Theatergruppe in dem kleinen Haus etabliert, was dazu führte, dass es den Namen „Bühnchen“ erhielt. Die Geschichte dieser Jugendfreizeiteinrichtung ist geradezu abenteuerlich. In den 70 Jahren hat sich der Name von Jugendfreizeitheim Mariendorf II, über „Bühnchen“, Jugendtanz Bungalow, Galerie Bungalow, Jugendclub Bungalow, dann wieder Jugendfreizeitheim Bungalow bis heute Jugendfreizeithaus Bungalow immer wieder verändert. Die Kurzform Bungalow hat sich aber seit 1961 etabliert.

Auch der Standort änderte sich im Laufe der Jahre: Vom Mariendorfer Damm 123 rückte das Haus auf die Hausnummer 115 vor und 2011 wieder ein Stück zurück auf die Nummer 117. 1994 wurde der alte Bungalow abgerissen und machte einem Kita-Neubau Platz. Als Ersatz für den Bungalow gab es einen Container mit etwa den gleichen Abmaßen wie das alte Gebäude, bloß ohne Keller. Im alten Bungalow-Keller war immerhin Platz für eine Band, die dort übte. 2011 verschwand der inzwischen mit Rost besetzte Container und der Bungalow zog gleich nach nebenan in ein altehrwürdiges Gebäude ein, das seit Menschengedenken dort steht und in dem nach dem Krieg eine Kindertagesstätte eingerichtet wurde. Früher diente das Gebäude als Gaststätte, weit vor den Toren Berlins. Hier fuhren die Berliner am Wochenende hin, um im idyllischen Mariendorf Kaffee und Kuchen und die unberührte Landschaft zu genießen.

Wenn auch das neue Domizil des Bungalows nun kein Bungalow mehr ist, der Name blieb erhalten, eine bekannte Marke ändert man nicht.

Jede Phase der 60er Jahre war eine besondere. In den ersten Nachkriegsjahren, als es für Jugendliche kaum Alternativangebote für ihre Freizeitgestaltung gab, konnten sie sich hier treffen, spielen und tanzen. Dann folgte ab 1962 die Zeit der Jugendtanz-bar. Nicht mehr zu zählen, wie viele Amateurbands hier ihre ersten Auftritte hatten. Auch aus dem Radio bekannte Discjockeys waren im Bungalow zu Gast, so zum Beispiel Nero Brandenburg. Die Zeit der Jugendtanzbar machte den Bungalow Berlinweit berühmt. Er war nun genau so bekannt, wie die großen Häuser der Jugend in den anderen Bezirken.

Damals war es üblich, dass bei den Tanzveranstaltungen auch alkoholische Getränke wie Bier, Wein, Sekt und Wermut ausgeschenkt wurden. Das führte nicht nur zur Stimmungssteigerung, sondern auch dazu, dass sich einige Knaben nach dem Vorbild von Zickenschulzes Hochzeit kräftig prügelten. Niemand wurde allerdings so schwer verletzt, wie das heute ständig geschieht, es waren auch keine Messer oder andere Waffen im Spiel. Und das Wort Komasaufen war noch nicht erfunden worden. Es mag skurril anmuten, dass damals die Jugendeinrichtungen mit dem Verkauf alkoholischer Getränke ihre Freizeitangebote finanzierten. Das pädagogische Gespräch zwischen Erzieher und Jugendlichen beim Bier am Tresen funktionierte.

Aber, wie das so ist, es kann der Friedlichste nicht sein Bierchen trinken, wenn es andere gibt, die nur auf Randale aus sind. In Tempelhof rottete sich eine Gruppe Jugendlicher zusammen, die sich „Affenkopfbande“ nannte. Mit jedem Einzelnen von denen hätte man etwas anfangen und von ihrem Weg abbringen können. Aus der Gruppe herauslösen ließ sich je-doch niemand. Und die „Bande“ hatte sich zum Ziel gesetzt, Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erringen. Das erreichte sie durch das Stören der Tanzveranstaltungen, ob im Bungalow, Hessenring oder der Marienfelder Allee. Höhepunkt war dann die Besetzung des Jugendfreizeitheims Mariendorf an der Rathaus-/Ecke Kurfürstenstraße. Dass sich der Jugendstadtrat persönlich um sie kümmerte, genossen sie sichtlich.

Das Ergebnis war jedoch sehr einfach. Die Einrichtungen kapitulierten nach und nach. Die Erzieher und die ehrenamtlichen Jugendlichen, die die Veranstaltungen organisierten, hatten keine Lust mehr auf die ständigen Störungen durch gewaltbereite Jugendliche, die sich nicht einbinden lassen wollten. Kommerzielle Clubs halten heute unliebsame Besucher durch ihre Security ab, das konnte sich ein Jugendclub nicht leisten.

Und so trugen diese Ereignisse dazu bei, dass der Bungalow Anfang der 70er Jahre mal wieder sein Angebot und Image änderte. Aus der „Jugendtanz-bar Bungalow“ wurde die „Galerie Bungalow“. Von nun an fanden Ausstellungen, Filmfestivals und Diskussionsrunden statt. In der „Galerie Bungalow“ gab es viele Sternstunden, beispielsweise die Diskussion zum Film „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ mit Günter Grass. Politiker gaben sich die Klinke in die Hand, Klaus Schütz, Peter Lorenz und die Bezirksprominenz. Aber auch Showgrößen waren zu Gast. Der berühmte Quizmaster Hans Rosenthal trat gleich zweimal bei Diskussionsrunden im Bungalow auf.

Sehr wichtig war aber auch die politische Arbeit der Jugendgruppen, vor allem, was die Aufarbeitung der deutschen Geschichte während der NS-Diktatur betraf. Ausstellungen, Gespräche, Projekte, Filmfestivals und vieles mehr. Auch das Konzept für die Stadtrundfahrten zu Stätten des Naziterrors und Widerstand in Tempelhof ist im Bungalow entstanden und es wurde der Grundstein für ein über 30 Jahre bestehendes Angebot an Gedenkstättenfahrten gelegt. Die ganzen inhaltlichen Projekte wanderten mit dem Leiterwechsel 1979 vom Bungalow in das frisch renovierte Jugendfreizeitheim Mariendorf, heute Beats 42.

Der Bungalow wurde ein „normaler“ Jugendclub mit den üblichen Angeboten, zu denen natürlich auch die tägliche Auseinandersetzung mit den Sorgen und Wünschen der Jugendlichen zählt. Die schon in den frühen 70er Jahren etablierten Mitbestimmungs- und Mitwirkungsgremien existierten weiter. Geschichts-Projekte fanden auch in Kooperation mit dem Jugendfreizeitheim Mariendorf statt. Um dieses Thema kümmert sich der Bungalow noch heute.

Der 40ste Geburtstag des Bungalow 1993, der ebenso wie die Einweihung und der 60ste an einem 18. Dezember um 17 Uhr gefeiert wurde, war gleichzeitig ein Abschied von dem alten Haus. Es wich, wie gesagt, dem Neubau einer Kita. Klaus Wowereit war damals Volksbildungsstadtrat in Tempelhof. Große Lust, den damaligen CDU-Jugendstadtrat Udo Keil einzuladen, hatte man nicht. Die CDU-Stadträte dieser Zeit hatten eine ganz besondere Auffassung von freier Jugendarbeit, die nicht kompatibel mit den Wünschen der Jugendlichen und Erzieher war. Bevormundung und Zensur standen dem Wunsch nach freier Gestaltung gegen-über.

Klaus Wowereit hielt eine viel beachtete Rede, aus der wir an dieser Stelle gern ein paar Sätze zitieren möchten. „Ein Grußwort zu einem Abgesang nach 40 Jahren zu sagen, ist eine schwere Aufgabe. Es ist keine erfreuliche Situation, dass man hier eine Einrichtung feiern soll, die kurz vor dem Abriss steht. 40 Jahre, es sind ja einige im Raum, die selbst 40 Jahre alt sind, das ist eine gute Zeit, ich bin ja selbst auch 1953 geboren und bin auch jemand, der dieses Heim hier aktiv genutzt hat. Ende der 60er Jahre, Anfang der 70er Jahre, da stand man hier noch Schlange, man musste pünktlich da sein, um überhaupt reinzukommen. Die Feten waren ein Anziehungspunkt neben den kirchlichen Aktivitäten in diesem Bezirk. Hier gingen die Jugendlichen am Wochenende hin, weil der Bungalow zentral gelegen war, kommerzielle Einrichtungen nicht bestanden und andere Jugendeinrichtungen dieses attraktive Angebot nicht gemacht haben.

Schon damals sah es ja wie ein Provisorium aus. Es ist erstaunlich, dass man darum trauert, dass so ein hässliches Gebäude abgerissen wird. Eigentlich sollte man sich freuen. Man hätte denken können, dass im Laufe von 40 Jahren genügend Zeit gewesen ist, hier etwas Anständiges und Bedarfsgerechtes hinzu-bauen. Dazu ist es leider nicht gekommen. Aus meiner Sicht ist es eigentlich ein Skandal, dass es überhaupt keinen Aufschrei gibt, weder bei Jugendlichen noch bei der Bevölkerung, dass ein Jugend-freizeitheim eliminiert wird, denn nichts anderes ist es ja.

Dass zufällig Mittel aus dem Gewaltprogramm noch aktiviert werden konnten, das wusste man ja noch nicht, als man beschloss, hier eine Kindertagesstätte zu bauen. Da war ja ein Ersatz für dieses Haus in weiter Ferne. Es ist nur einem Glücksumstand zu verdanken, dass die Container bzw. mobilen Teile aufgestellt werden konnten. Aber im Grunde genommen, hat es keinen gestört. Ich kann mich nicht erinnern, dass beim Bezirksamt eine Protestresolution eingegangen ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass in der Bezirksverordnetenversammlung überhaupt eine Debatte darüber geführt wurde, was eigentlich mit dieser Jugendeinrichtung passiert. Das ist ein schlechtes Zeichen, weil es nicht nur den Stellenwert dieser Einrichtung, sondern insgesamt der Jugendarbeit nicht nur in unserem Bezirk, sondern in unserer Gesellschaft zeigt. Alle schreien nach Aus-wüchsen, die jetzt passieren, wir machen große Millionenprogramme, von heute auf morgen sind 300 Mio. da für ein Antigewaltprogramm, aber die Basisarbeit wird vernachlässigt.

Was soll man eigentlich mit Sondermitteln, wenn man die ordentliche, die normale Arbeit nicht machen kann und dort überall Einschränkungen hin-nehmen muss. Dann kann man sich ja mal fragen, warum das Kind erst in den Brunnen fallen muss, wenn man nicht schon früher etwas hätte tun können. Zu meinem großen Bedauern muss ich auch mal sagen - als jemand, der für diesen Bereich nicht verantwortlich ist - sind die Jugendfreizeiteinrichtungen auch in der Krise, und das schon seit Jahren. Die kollektive Vergreisung, die wir im Lehrerbereich beklagen, die trifft auf die Jugendfreizeiteinrichtungen auch zu.

Ein Jugendfreizeitheim mit jungen Leitern und neuen Ideen könnte vielleicht auch mal nicht schaden. Wenn Jugendfreizeitheime kein attraktives Angebot mehr für Jugendliche bieten, die zu Hause mit Computern besser ausgestattet sind als jedes Jugend-freizeitheim, dann fragt man sich natürlich auch, warum soll ein Jugendlicher überhaupt noch in das Jugendfreizeitheim kommen. Wenn die Mitarbeiter in den Jugendfreizeitheimen einen Schreck bekommen, wenn mal ein Jugendlicher unangemeldet kommt und vielleicht noch Probleme in dieses Jugendfreizeitheim hineinbringt, dann ist das sicherlich auch ein schlechtes Zeichen.

Die Diskussion über Jugendfreizeitheime muss man ganz schnell wieder aufnehmen, sonst kann es passieren, dass auch andere Einrichtungen sang und klanglos den Bach runtergehen. Mein Appell also auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Freizeitheimen, die Diskussion wieder aufzunehmen. Es muss wahrscheinlich in einigen Bereichen ein radikales Umdenken erfolgen, auch wenn es einigen nicht passt. Zwar ist die materielle Ausstattung teil-weise sehr schlecht, es fehlen aber meines Erachtens auch die entscheidenden Konzepte, wie man mit den Fragen dieser Zeit umgehen kann.

Und da wird es etwas schwierig, wenn man bei so einer Feier auf die vergangenen 40 Jahre schaut und nicht ebenso optimistisch auf die kommenden 40 Jahre blicken kann. Man sollte sich nicht nur auf die Schulter klopfen, wie schön das alles in den letzten 40 Jahren war und wie toll man dort Angebote gemacht hat. Gerade im Jugendbereich muss man mit der Zeit gehen, man muss die neuen Zeitströmungen auch aufgreifen und versuchen zu bearbeiten. Hier fehlen Konzepte, die sind gefordert. Hier fehlt auch Kraft, wobei ich verstehe, warum sie teilweise nicht vorhanden ist. Die Frustration ist in den letzten Jahren auch nicht spurlos an den Mitarbeitern vor-beigegangen, das ist ganz selbstverständlich.

Zum Schluss möchte ich noch die Hoffnung unter-streichen, dass, wenn wieder einmal eine Jugendeinrichtung abgerissen wird, auch wenn sie einer anderen sinnvollen Einrichtung wie einer Kita weicht, dass es dann eine Protestwelle in diesem Bezirk gibt, damit deutlich wird, dass etwas fehlt, wenn etwas beseitigt wird. Es ist nicht so, dass wir uns leisten können, auf eine Einrichtung zu verzichten.“ Viele Aspekte aus Klaus Wowereits Rede sind heute, nach 30 Jahren, noch erschreckend aktuell.

1994 wurde der alte Bungalow abgerissen. Man zog in einen Blechcontainer. Die Promidichte aus der Politik bei der Einweihung war enorm, dabei ging es nur um einen Blechcontainer, den die Jugendlichen schon selbst bemalt hatten, ehe andere ihn beschmieren. Es ist den Mitarbeitern zu verdanken, dass die Kinder und Jugendlichen 17 Jahre lang hier eine gute Zeit hatten. Das Haltbarkeitsdatum des Containers war längst abgelaufen. Anfang Mai 2011 erfolgte dann der Umzug in ein Gebäude, das aufgrund seiner Bausubstanz noch lange Zeit als Jugendfreizeiteinrichtung dienen kann. „Was ist an der Eröffnung einer neuen Kinder- und Jugendfreizeitstätte historisch?“, fragten wir damals in einem Artikel. „Der Umstand als solcher. Denn, wann ist das letzte Mal in Berlin eine neue Einrichtung eingeweiht worden? Dass es in absehbarer Zeit weitere neue Einrichtungen geben wird, ist angesichts der Haushaltslage eher unwahrscheinlich. Somit ist der 2. Mai 2011 durchaus von Bedeutung.“

Das Haus ist ein Baudenkmal, stammt es doch aus der Mitte des 19ten Jahrhunderts. Erst Ausflugslokal vor den Toren Berlins, später Kinderheim und Kindertagesstätte. Die Pläne, hier eine Jugendfreizeiteinrichtung unterzubringen, sind sehr alt. Meistens fehlte das Geld zur Realisierung, das war damals nicht anders als heute. Eher provisorisch hatte man 1953 auf dem rechten Nachbargrundstück einen Flachbau errichtet, der im Wesentlichen aus Schutt bestand, aber immerhin bis 1994 hielt. Die Zeit zwischen Planung und Einzug in das neue Gebäude dauerte allein vier Jahre. Denkmalschutz ist ein wichtiges Gut. Was allerdings die unterste bezirkliche Behörde in dieser Einrichtung angestellt hat, spottet jeder Beschreibung. Die Mitarbeiter des Jugendamtes wurden fast in den Wahnsinn getrieben. Man könnte ein ganzes Buch darüber schreiben.

Wie unsinnig teilweise die Vorgaben des Denkmalschutzes sind, zeigt sich bei einem Raum, der lediglich über schmale Oberlichtfenster verfügt. Gestrichen wurde der Raum in der (angeblich) historischen dunkelblauen Farbe. Vorgesehen war dieser Raum für Jugendliche, die dort ihre Schularbeiten machen sollen. So treibt man sie eher in die Depression als einen Lernerfolg zu erzielen.

Waren und sind 53 von 70 Jahren für den Bungalow verantwortlich,: Ed Koch (1967-1970 ehrenamtlich, 1970-1979 hauptamtlich), danach Sigi Kehrer bis 1992, Petra Wichert (1989-2014) und Frank Baczynski, der seit 1992, inzwischen also 31 Jahre, den Bungalow leitet.

Am Schluss dieses Beitrages müssen ein paar Standardbemerkungen stehen, die wir in paperpress immer wieder vorgetragen haben und weiterhin vortragen werden. Der Bungalow ist eine kommunale Einrichtung, gehört also direkt zum Jugendamt. Und das ist gut so. Es gibt im Bungalow zahlreiche Kooperationen mit freien und anderen kommunalen Trägern.

Vernetzung ist wichtiger denn je. Rund die Hälfte der bezirklichen Einrichtungen in Tempelhof-Schöneberg ist im Laufe der letzten Jahre in die Trägerschaft der freien Jugendhilfe übergegangen. Das hat einigen Häusern auch gutgetan und neuen Schwung gebracht. Wir haben uns aber immer für ein ausgewogenes Verhältnis von freien zu kommunalen Angeboten eingesetzt, wobei nie vergessen werden darf, dass auch Kitas und Freizeiteinrichtungen freier Träger zum größten Teil staatlich mitfinanziert werden. Neben den Angeboten freier Träger muss es auch die des Bezirks geben. Es ist unerträglich, dass sich der Staat immer wieder aus finanziellen Gründen von seinen Angeboten verabschiedet. In einigen Bezirken gibt es schon keine städtischen Einrichtungen mehr. Einrichtungen ab-zugeben, ist der bequeme Weg. Man ist die Mitarbeiter los, aber auch die Kosten? Wohl kaum.

Die Übertragungswelle kommunaler Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen an freie Träger hat mit seinem Amtsantritt 2011 Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) gestoppt. So gibt es neun kommunale Einrichtungen im Bezirk, Lassenpark und Weiße Rose in Schöneberg, die Burg in Friedenau, das Jugi Hessenring in Tempelhof, das Beats 42 und den Bungalow in Mariendorf, das „Haus of fun“ in Marienfelde sowie in Lichtenrade den Kinder- und Jugendclub im Gemeinschaftshaus und das Jugendcafé am Dorfteich.

Das aktuelle Team des Bungalow: Katja Muschi, Sercan Güllü, Frank Baczynski und Dennis Hauke. Vom Kooperationspartner Outreach sind Ines Maschkiwitz, Tobias Jacob und Franziska Thomas im Bungalow tätig.

Schon immer zeichnete sich der Bungalow nicht nur durch seine inhaltliche Arbeit, sondern auch durch seine Öffnungszeiten aus. Im Bungalow gibt es nach wie vor eine 7-Tage-Woche.

Neben den Angeboten der Offenen Tür zwischen 14:00 und 19:30 Uhr, wird das Haus am Vormittag auch von der Volkshochschule für Deutschkurse genutzt und von der Deutsch-Tamilische Gesellschaft mit Tanz und Musik. Ein Rund-Um-Angebot.

Einzelheiten zum Programm unter:
https://www.berlin.de/ba-ts/jugendfreizeiteinrichtungen/einrichtungen/bungalow/angebote/
Mariendorfer Damm 117/121 - 12109 Berlin
Tel.: (030) 705 502 58

Bleibt nur noch, dem Bungalow für die mindestens nächsten 70 Jahre alles Gute zu wünschen.

Zusammenstellung und Kommentierung: Ed Koch



  
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