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Zauberhaft

geschrieben von: Redaktion am 13.05.2024, 08:02 Uhr
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Passend zum 75sten Jahrestag des Endes der Berlin-Blockade regnete es wie aus Zauberhand an diesem Wochenende in der Arena am Ostbahnhof* Schoko-lade, befestigt an kleinen Fallschirmen, auf die vielen Besucher nieder. Und es gab sogar für diejenigen, die ein „Golden Ticket“ erworben hatten, zwei dieser Fallschirme als Geschenk.

Am Samstag und Sonntag fanden die beiden letzten „Dream & Fly“-Shows der Ehrlich Brothers statt. Am 24. November geht es in Berlin weiter mit der Premiere ihrer neuen Show „Diamonds“, und am 10. und 11. Mai sind sie damit ebenfalls in Berlin.

Es gibt bestimmte Shows, die man einfach in seinem Leben wenigstens einmal gesehen haben muss. Und dazu gehören die Ehrlich Brothers. Nichts ist so wie es scheint, nicht einmal der Familienname von Andreas und Chris. Andreas Reinelt kam am 1. Februar 1978 und sein Bruder Christian am 19. Februar 1982 im ostwestfälischen Herford auf die Welt.

„Die Brüder experimentierten schon als Kinder mit einem Zauberkasten, den Andreas mit acht Jahren zu Weihnachten bekam. Christians Einstieg in die Zauberei begann mit einem Schüleraustausch in Frankreich, wo er die Mädels mit seinen Karten-tricks beeindruckte.

Nach dem Zivildienst als Rettungssanitäter studierte Andreas zunächst vier Semester Sport und Mathematik auf Lehramt. Christian war, ebenso nach dem Zivildienst als Rettungssanitäter, für das Studium für Anglistik und Romanistik auf Lehramt eingeschrieben, absolvierte aber dann eine Ausbildung als staatlich geprüfter Pyrotechniker. Seine daraus gewonnenen Kenntnisse setzt er in den Shows ein, ständig lodern an allen Ecken der Bühne Feuerstrahlen.

Nebenher zauberten sie unter den Künstlernamen Andy McJoy bzw. Chris Joker unabhängig voneinander und gewannen diverse Auszeichnungen. Andreas wurde in seinem achtzehnten, Christian in seinem siebzehnten Lebensjahr in den Magischen Zirkel von Deutschland aufgenommen. 2000 beschlossen sie gemeinsam als Duo zu agieren und änderten 2004 ihren Namen in Ehrlich Brothers, da sie sich, anders als andere Magier, nicht in eine ‚übersinnliche und schwarzmagische Ecke‘ stellen lassen wollen, sondern ihre Illusionen als in der Wirklichkeit verwurzelte klassische Unterhaltung und sich selbst als Entertainer verstehen.“ Eine sehr gute Entscheidung. Anders als bei klassischen Zauberveranstaltungen bieten die beiden sympathischen Jungs eine temporeiche Show, in der es mehr als nur um das Verschwinden- und Erscheinenlassen von Motorrädern oder Autos geht.

Immer wieder verlassen sie die Bühne, suchen direkten Kontakt zu ihrem Publikum und beziehen es mit ein. Wie es funktioniert, dass Chris als Danke-schön an eine Teilnehmerin ihr eine Flasche Champagner und einen Blumenstrauß aus dem Stand heraus überreichen kann, haben nicht einmal diejenigen mitbekommen, die direkt neben ihm saßen.

Zwei große Container sind auf der Bühne zu sehen. In den rechten werden drei Besucher geführt. Beide Boxen werden mit Vorhängen verdeckt. Dann gibt es einen Knall und die drei entsteigen dem linken Container. Tja. Das ist Magie.

In einem überdimensionierten Colt zwängt sich Chris als Patrone hinein, wird abgefeuert und taucht am anderen Ende der Arena wieder auf. Wie geht das? Hat man sich nur eingebildet, dass er in den Colt geschoben wurde? War er nicht schon längst an der Stelle, an der er dann spektakulär auftauchte und von wo aus er durchs Publikum, Hände abklatschend, zurück auf die Bühne ging?

Wie faltet man einen 20-Euro-Schein so geschickt, dass aus ihm plötzlich ein 5-Euro-Schein wird und beim zweiten Versuch ein 100-Euro-Schein? Die Klassiker sind natürlich Kartentricks. Aber, wie geht das, wenn eine Besucherin zehn Karten in der Hand hält, Chris drei andere Karten auf den Tisch legt, die sich dort regelrecht pulverisieren und danach in der Hand der verblüfften Frau auftauchen? Als es Andreas nicht rechtzeitig gelingt, sich von einer Liege zu befreien, auf der er gefesselt ist, durchtrennt ihn die große Kreissäge. Der Oberkörper lebt weiter und Andreas bittet Chris, ihm die Beine wieder an-zustecken. Der jedoch macht seine Scherze damit und läuft mit vier Beinen durchs Publikum.

Die Zusammenfügung von Oberkörper mit den Beinen klappt natürlich. Rockige Musik, dargeboten von drei Damen, geben der Show den richtigen Schwung. Warum an der Stelle auf der Bühne plötzlich ein Auto steht, wo vorher nichts war, weiß bestenfalls das einhundertköpfige Team, das diese Show durchführt. Chris lädt die Besucher zum Selfie ein, was dankend und zahlreich angenommen wird, ist doch das Fotografieren während der Show verboten.

Am Ende der Show sagen sie artig Danke, nicht ohne auf ihre nächsten Termine hinzuweisen. Im November sieht man sich wieder. Wer innerhalb von 24 Stunden bucht, bekommt 30 Prozent Rabatt.

Was noch? Es ist fast ein Jahr her, dass ich die Tickets gekauft habe, später wären keine guten Plätze mehr verfügbar gewesen. Und dann sollte es schon ein „Golden-Seat“-Ticket sein, richtig teuer. Dafür musste ich 54 Cent am Tag zurücklegen. Dafür gab es neben dem sehr guten Platz auch eine „Golden-Seat-Box“ mit viel Reklame, Süßigkeiten, einem magischen Würfelspiel und den erwähnten Fall-schirmen.

Einen Tag vor der Show übersandte der Veranstalter noch den Hinweis, dass es einen gesonderten Ein-gang für die „Golden-Seats“ gebe, die so genannte „Fast Lane“, also die Überholspur. Von „fast“ wie schnell konnte keine Rede sein. Während am Haupteingang mehrere Türen offenstehen und der Einlass sehr zügig erfolgt, war die Schlange an der Überholspur ebenso lang wie die damit verbundene Wartezeit. Hatte man es endlich bis ins Haus geschafft, gab es keine Hinweise darauf, wie man in den Innenraum gelangt. Man sollte mit dem Aufzug nach oben fahren und musste dann die steilen Treppen hinunterlaufen, um in den Innenraum zu gelangen. Eine wirklich bescheuerte Lösung.

Die Halle war ausgebucht, bis auf die VIP-Logen in den oberen Rängen, die von Unternehmen angemietet werden können. Diese standen zum großen Teil leer, weil die Bereitschaft der Unternehmen, viel Geld dafür auszugeben, nicht mehr gegeben scheint. Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch hier aus. Nicht nur das, wen will das Unternehmen mit den Tickets beglücken? Eigene verdiente Mitarbeiter, vielleicht. Bei Geschäftspartnern wird es schon schwieriger. Wo liegt die Grenze zwischen Geschenk und Bestechung. Und was die Politiker betrifft, so kann man diese mit Freitickets überhaupt nicht mehr beglücken. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert muss sich mit Korruptionsvorwürfen herumschlagen, weil er kostenlose VIP-Tickets für Sportveranstaltungen angenommen haben soll.

Das * hinter Arena am Ostbahnhof ist noch zu erklären. Auf meinem Ticket steht noch der Name eines bekannten Autoherstellers. Jetzt ist die Arena nach einem umstrittenen Taxiunternehmen benannt. Muss man das mitmachen? Nein. Wir bleiben bei Arena am Ostbahnhof und jeder weiß, welche Location gemeint ist.

Ed Koch

Quelle Ehrlich Brothers: Wikipedia (bearbeitet)



  
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