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Beiträge: Der Pressesprecher

geschrieben von: Redaktion am 10.12.2007, 08:20 Uhr
paperpress550 
Es könnte sein, dass er nach Erscheinen dieses Beitrages kein Wort mehr mit mir wechselt. Denn nichts hassen Pressesprecher mehr, als Artikel, die ohne ihr Wissen erscheinen. Vielleicht freut er sich auch, dass jemand dran gedacht hat, an seinen 65sten Geburtstag, den er morgen, am 11. Dezember, feiert.
Hans Peter Stadtmüller, Peter oder Herr Stadtmüller genannt, ist Pressesprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin. Und das seit dem 16. Mai 1989. Er kam also gerade rechtzeitig, bevor die spannende Phase der Wiedervereinigung begann. Damals tagte das Abgeordnetenhaus noch im Rathaus Schöneberg und sein erster Chef hieß Ditmar Staffelt. Es folgten Klaus Böger, Klaus Wowereit und Michael Müller. Alle haben ihm viel zu verdanken, vor allem Klaus Wowereit auf dem Wege zum Regierenden Bürgermeister.

Der in Aschaffenburg geborene Stadtmüller lernte erst einmal einen ordentlichen Beruf, nämlich den des Industriekaufmanns. Später war er für die Evangelische Kirche als Dozent tätig, verbrachte drei Jahre für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Athen und kam dann zur SPD-Fraktion. Über die Athener Jahre plaudert er immer noch sehr gern, zumal der Standort so attraktiv war, dass sich die deutschen Politiker dort die Klinke in die Hand gaben. So lernte er unter anderem Willy Brandt und Johannes Rau kennen.

Der 11. Dezember 2007 wird nicht sein letzter Arbeitstag sein. Zwar orientiert er sich nicht an der Rente mit 67, aber bis zum Juni nächsten Jahres will er weitermachen. Ihm morgen oder auch übermorgen zum Geburtstag gratulieren zu wollen, wird nicht gelingen, denn zum Feiern nimmt er sich zwei Tage Auszeit. Von seiner Fraktion wird niemand zu seiner Geburtstagsfeier kommen, was nicht persönlich gemeint ist. Aber, die Terminplanung des Personalrats sah vor, dass am 11. Dezember die Fraktionsweihnachtsfeier stattfindet. Gelegenheiten zum gemeinsamen Feiern wird es aber noch genügend geben, denn in diesen Tagen hatten auch Fraktionschef Michael Müller und der Parlamentarische Geschäftsführer Christian Gaebler Geburtstag.

Man soll mit Begriffen wie Urgestein sparsam umgehen. Aber Peter Stadtmüller gehört zu einer Sorte Pressesprecher, die es nach ihm nicht mehr geben wird. Er verschwendet seine Zeit nicht damit, zu Dienstbeginn den Computer zu starten und seine E-Mails abzurufen. Am Computer hat ihn ohnehin noch niemand sitzen sehen, wozu auch. Er liest die Zeitungen pur und nicht über das Internet. Er braucht nicht zu googeln oder bei Wikipedia nachzuschauen, weil er ohnehin alles weiß was wichtig ist. Er ist ein wandelndes Lexikon. Die Basis der Zusammenarbeit mit den Journalisten, ist Vertrauen. Wenn er etwas mitteilt, dann kann man sich darauf verlassen. Er hat es nicht nötig, den Journalisten nach dem Munde zu reden, er sagt ihnen, was Sache ist. Und wenn mal wieder eine Mist geschrieben hat, ohne vorher gründlich recherchiert zu haben, dann bekommt er einen Anruf von Peter Stadtmüller, der ihm deutlich sagt, was er davon hält.

Die Regierungsfraktionen befinden sich nicht mit der Opposition im Wettbewerb um die Herausgabe der meisten Pressemitteilungen. Die Regierung hat ihren Landespressedienst, in dem alles steht. Nur zu bestimmten Themen ist es erforderlich, seitens der Fraktion auch noch den Senf dazu zu geben. Die Oppositionsfraktionen verschicken täglich viele Pressemitteilungen zu allen nur denkbaren Themen. Und, könnte man fragen, nutzt es ihnen was? Die Umfragen sind trotz emsiger Öffentlichkeitsarbeit ziemlich kläglich. Sieht man jedoch auf das Bild von Fraktionschef Michael Müller in der Öffentlichkeit, so kann es besser nicht sein. Eine gute Pressearbeit findet, so paradox es klingen mag, eben nicht in der Öffentlichkeit statt. Da wird viel telefoniert, getroffen und persönlich gesprochen. Gute Kontakte sind wichtig, um Themen zu transportieren, nicht kiloweise Pressemeldungen.

Bleibt nur noch, der Stimme der SPD-Fraktion viel Spaß in den letzten sechs Monaten der Tätigkeit im Abgeordnetenhaus zu wünschen, und danach? Vielleicht schreibt er ein Buch, nicht über, sondern in Italien. Ein Buch, wie Politik in Berlin wirklich war und ist, und nicht, wie man glaubt, dass sie gewesen sein könnte.

Ed Koch

  
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