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Beiträge: Kürzungen in der Jugendhilfe endlich stoppen!

geschrieben von: Redaktion am 01.10.2005, 15:49 Uhr
paperpress524 
Weitere Kürzungen in Höhe von 33 Millionen Euro bei den Hilfen zur Erziehung geplant
Kürzungen in der Jugendhilfe endlich stoppen!!!

„Laut Planung für den Doppelhaushalt 2006/2007 will das Land Berlin weitere 33 Millionen Euro bei den Hilfen zur Erziehung kürzen.“ So beginnt der Text auf einem Flugblatt, das in diesen Tagen die LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Berlin und freie Träger der Hilfen zur Erziehung und Jugendhilfe in Berlin verteilt haben. Die in dem Flugblatt genannten Fakten sind erschreckend. Nachfolgend dokumentieren wir den Text:

Werden diese Kürzungen nicht gestoppt, hat das Berliner Hilfesystem für Familien, Kinder und Jugendliche innerhalb von fünf Jahren fast 40 Prozent seiner Mittel eingebüßt – rund 161 Millionen Euro. Auch bei Familienbildung und weiteren Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien will das Land Berlin sparen.

Bereits jetzt werden 7.000 Familien, Kinder und Jugendliche weniger als vor drei Jahren versorgt. Bis 2007 sollen es noch einmal 1.400 weniger werden. Zurzeit erhalten 14.500 Familien, Kinder und Jugendliche Unterstützung und Schutz durch Familienhelfer und Betreuer, sozialpädagogische Tagesgruppen und betreute Wohnangebote oder Pflegefamilien.

Rund 7.000 Familien, Kinder und Jugendliche, die mit ihren Problemen nicht allein fertig werden erhalten zurzeit Unterstützung durch ambulante Erziehungshilfen – 4.000 weniger als vor drei Jahren! An Helfern, die in die Familien gehen oder flexiblen Hilfen für Jugendliche soll künftig noch mehr gespart werden! Immer mehr Familien werden mit ihren Problemen allein gelassen!

Rund 5.500 Kinder und Jugendliche in Berlin leben in Heimen und betreuten Wohngemeinschaften und finden dort Schutz vor häuslicher Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung. 2002 wurden noch 700 Kinder- und Jugendliche mehr betreut. Die Wohnplätze sollen rapide abgebaut werden – aber es werden keine anderen Angebote aufgebaut! Jugendliche ab 16 müssen raus und werden in die Sozialhilfe oder zum JobCenter abgeschoben. Dort erhalten sie keine Hilfen mehr für ihren weiteren Lebensweg!

Die Situation vieler Familien, Kinder und Jugendlicher in Berlin ist äußerst belastet:

Rund 22.000 Berliner Kinder und Jugendliche leben in Familien, in denen ein Elternteil psychisch schwer erkrankt ist. In ihrer Erziehungsfähigkeit stark beeinträchtigt sind auch schwer alkoholkranke und suchtkranke Eltern. Diese Familien und insbesondere die Kinder benötigen Hilfe und Unterstützung und gegebenenfalls Schutz.

Bei Kindesmisshandlungen liegt Berlin bundesweit an der Spitze: 398 Fälle wurden im Jahr 2004 registriert. Jeden Tag werden in Berlin Kinder misshandelt, die Dunkelziffer liegt bei 3.600 bis 7.200 Kindern pro Jahr! 12.800 Fälle häuslicher Gewalt wurden im Jahr 2004 bekannt. Häufig sind Kinder Zeugen oder Opfer. Diese Kinder benötigen Schutz!

Über 13.000 Jugendliche in Berlin sind ohne Ausbildungsplatz. Trotzdem werden die gemeinnützigen Ausbildungsbetriebe kaum noch von den Jugendämtern belegt! Die Betriebe sind von Insolvenz bedroht.

34.000 Berliner unter 25 Jahren sind arbeitslos. Perspektive nach Schule oder Ausbildung: HARTZ IV-Empfänger und Ein-Euro-Jobber für ein halbes Jahr!?

Jeder 4. Berliner unter 18 Jahren lebt in Armut – 134.000 Kinder und Jugendliche (Sozialatlas 2004). Über 121.000 Berliner Jugendliche unter 15 Jahren leben nach Einführung von HARTZ IV von Arbeitslosengeld II.

Mit den Kürzungen der Erziehungshilfen und anderer präventiver Kinder- und Jugendhilfeangebote wird ein Ausweg aus dem sozialen Abseits für Teile der Berliner Jugend aus der Hand gegeben. Perspektivlosigkeit nährt den Boden für Destruktion gegen sich und andere – Vandalismus, Gewalt, Kriminalität, Drogen und Suizid. Diese Abwärtsspirale muss gestoppt werden!

Kinder, junge Menschen und Familien haben ein Recht auf Hilfe, Schutz und Förderung! Wir dürfen nicht zulassen, dass zur Sanierung des Berliner Haushalts ein „Bodensatz“ verlorener Kinder und Jugendlicher in Kauf genommen wird“ Jeder einzelne zählt!


  
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